Studie und Protest gegen US-Atomwaffen in der Eifel

Sonja Hochgesand Greenpeace e.V. • 6 August 2020
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Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der japanische Stadt Hiroshima und dem beschauliche Ort Büchel in der Eifel? Wer genauer hinschaut, sieht ein verbindendes Element, das jede Beschaulichkeit verschwinden lässt: US-amerikanische Atombomben.

Vor 75 Jahren – am 6. August 1945 – wurde die weltweit erste Atombombe auf Hiroshima abgeworfen. Am 9. Oktober folgte die zweite Atombombe auf Nagasaki. Die Bombenabwürfe forderten mehr als 200.000 Todesopfer und sollten als eine der markantesten Gräueltaten in die Geschichtsbücher eingehen, die sich nie wiederholen dürfen. Was viele nicht wissen: In Büchel lagern noch heute mutmaßlich 20 US-amerikanische Atombomben. Diese sollen im Rahmen der erweiterten nuklearen Teilhabe von deutschen Piloten ins Ziel geflogen werden – ein Missstand, den Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace nicht hinnehmen wollen. Für den Abzug aller US-amerikanischer Atombomben aus Deutschland protestierten sie am 5.8.2020 am Fliegerhorst Büchel. Protest in Büchel

STUDIE: ATOMBOMBE IN DEUTSCHLAND WÜRDE HUNDERTTAUSENDE TOTE VERURSACHEN

In einer von Greenpeace beauftragten Studie hat Physikerin und Atomexpertin Oda Becker erstmals öffentlich mögliche Folgen eines Atombombenabwurfs auf Deutschland dargelegt. Als potenzielle Angriffsziele werden darin das politische Zentrum Berlin, das Finanzzentrum Frankfurt sowie der Fliegerhorst Büchel betrachtet. Laut Studie würde eine Atombombe mit einer Sprengkraft von 20 Kilotonnen allein in Berlin 195.000 Menschen durch die Druck- und Hitzewelle sowie die radioaktive Strahlung töten.

 „Die Bomben in Büchel bedrohen die Sicherheit der Menschen in Deutschland und Osteuropa. Deutschland darf nicht länger potenzieller Aggressor und mögliche Zielscheibe eines Atomangriffs sein“, so Greenpeace Experte Christoph von Lieven. Dieser Bedrohung scheinen sich auch die Menschen in Deutschland bewusst zu sein.

Greenpeace fordert: 

Die Bundesregierung soll schrittweise...

•die nukleare Teilhabe beenden

•die in Deutschland liegenden Atomwaffen nicht erneuern, sondern dauerhaft entfernen

•keine neuen atomwaffentragfähigen Kampfbomber beschaffen

•den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen und ratifizieren

•endgültig und dauerhaft auf Atomwaffen und den Einsatz von Atomwaffen von deutschem Boden aus verzichten