Hinweis: Diese Seite ist speziell für Jugendliche gestaltet. Für alle über 18 Jahre finden sich diverse Mitmachmöglichkeiten zum Thema Stadtnatur unter https://greenwire.greenpeace.de/stadtnatur
Hier findet Ihr Ideen und Anregungen, wie Ihr Euren Schulhof zum grünen Vorbild machen könnt. Zurück zur Übersicht geht es HIER
💫Step 1
Verbündete ins Boot holen
Alleine wird es anstrengend, für eine Sache zu kämpfen und sich einzusetzen – im Team hingegen macht es Spaß und hat echtes politisches Gewicht.
- Mitschüler:innen aktivieren: Finde Menschen an deiner Schule, die Bock auf das Thema haben.
- Die Schüler:innenvertretung (SV) als Hebel nutzen: Geh zu euren Schülersprecher:innen. Wenn die SV das Projekt unterstützt, könnt ihr das Thema als Antrag in die Schulkonferenz einbringen. Dort sitzen Lehrer:innen, Eltern und Schüler:innen an einem Tisch und stimmen über wichtige Schulprojekte ab. Habt ihr die Schüler:innenvertretung auf eurer Seite (und vielleicht auch die Eltern, habt ihr bereits einen enormen Startvorteil)
- Lehrkräfte als Mentor:innen gewinnen: Such dir Lehrerinnen oder Lehrer (Biologie, Geographie, aber auch Ethik, Psychologie, Politik oder Projektmanagement), die das Thema cool finden. Sie können euch bei bürokratischen Hürden helfen und wortwörtlich Türen öffnen.
💫Step 2
Der Schulhof-Check = Bestandsaufnahme
Bevor ihr startet, müsst ihr wissen, wo die Problemstellen liegen (z. B. wo es im Sommer so heiß wird, dass man die Pause draußen gar nicht mehr verbringen kann). Geht mit Kamera und Notizblock durch die Schule, macht eine Bestandsaufnahme und dokumentiert die Hitze- und Betoninseln.
Dazu folgende Anregungen für Recherche-Fragen:
- Wo gibt es reine Asphaltflächen auf dem Hof, die eigentlich ungenutzt sind?
- Wo gibt es Grünflächen, die zu einem Biodiversitätskorridor oder mittels Trittsteinbiotopen verbunden werden können?
- Gibt es Rasenflächen, die nur „grüne Wüsten“ (kurz gemähter Einheitsrasen ohne ökologischen Wert) sind?
Gibt es kahle Zäune, Betonmauern oder leere Fenstersimse, die vertikal begrünt werden könnten?
💫Step 3:
Die „Quick Wins“: erste schnelle, sichtbare Erfolge
Fangt mit Projekten an, die wenig Budget kosten und sofort zeigen, wie viel schöner und kühler es werden kann. Das motiviert die gesamte Schulgemeinschaft 🙂
Hier ein paar Anregungen:
- Wilde Ecken und Blühstreifen: Überredet die Verantwortlichen (Hausmeister & Schulleitung), dass ein Teil des Rasens im Frühling einfach nicht gemäht wird. Sät dort heimische Wildblumen aus. Das zieht sofort Bienen und Schmetterlinge an.
- Artenschutz-Infrastruktur: Baut Totholzbiotope oder recherchiert, welche spezifischen Insektenhotels und Nistplätze lokale Arten wirklich brauchen (viele handelsübliche Modelle sind leider unbrauchbar, weil sie nicht an die Bedürfnisse der lokal vorkommenden Arten angepasst sind). Das lässt sich super mit Aktionstagen oder Projektwochen verbinden.
- Upcycling-Hochbeete: Aus alten Holzpaletten lassen sich Kräuter- und Gemüsebeete für den Schulhof bauen- perfekt für die Pausengestaltung oder Projekttage.
- Klassenzimmer-Dschungel: Holt die Natur auch nach drinnen! Pflanzen im Klassenzimmer filtern Schadstoffe, dämpfen den Lärmpegel, schaffen eine angenehme Lernatmosphäre und senken nachweislich das Stresslevel.
💫Step 4:
Der Weg zur Schulleitung
Wenn ihr größere Pläne habt (z. B. bei Jugend pflastert ab mitmachen und Asphalt und Beton aufbrechen oder Bäume pflanzen), braucht ihr auf alle Fälle das offizielle „Go“ der Schulleitung und in den allermeisten Fällen auch des Schulträgers (das ist meistens die Stadt oder Gemeinde, der das Gebäude inklusive Areal drumherum gehört).
Anregungen für das Gespräch mit der Schulleitung:
- Faktenbasiert argumentieren: Argumentiert wie Profis. Liefert der Schulleitung harte Fakten: Pflanzen kühlen den Schulhof im Sommer (besseres Raumklima auch in den Klassen), versickern Regenwasser und steigern die Konzentration und das Wohlbefinden. Hier findet Argumente für mehr Stadtnatur, da könnt Ihr Euch das einen Blumenstrauß an Argumenten zusammenstellen, so wie es für Euch gut passt.
- Konkreten Projektplan vorlegen: Zeigt eine Skizze, einen groben Zeitplan und wer die Verantwortung übernimmt.
Die Pflegefrage vorab lösen: Das größte Bedenken von Schulen und Städten ist immer: „Und wer gießt das und kümmert sich um die Pflege?“. Bäume und auch Blühflächen brauchen hin und wieder Pflege - sei es durch Rückschnitt, Gießen oder Mahd. Legt direkt einen fertigen Plan für ebendiese offenen Fragen vor - vor allem auch für die Sommerferien (z. B. organisiert über eine Garten-AG, freiwillige Schüler:innen oder in Absprache mit dem Hausmeister oder Eltern).
💫Step 5:
Das Thema im Schulalltag verankern
Macht die Artenvielfalt zum Dauerthema. Gerade bei den großen Umwelt- und Klimathemen fühlt man sich oft ohnmächtig. Aktiv zu werden und Informationen zu teilen, hilft enorm gegen diese Ohnmachtsgefühle (Klima-Anxiety is a thing).
Anregungen für den Schulalltag:
- Unterricht und Arbeiten nutzen: Nutzt das Thema für fächerübergreifende Projekte, Aktionstage oder sogar als Teil für Facharbeiten oder Projektarbeiten.
- Kooperationen & Förderungen: Es gibt oft Umweltpreise, Wettbewerbe oder Fördergelder für Schulen (z. B. von lokalen Stiftungen, dem Bundesland, der Stadt oder anderen Initiativen). Macht euch schlau, ob für eure Schule Förderungen für angedachte Projekte in Frage kämen. Wenn ihr der Schulleitung zeigt, dass das Projekt finanziell gefördert werden könnte, ist das ein enorm guter Start für Verhandlungen
- Die Stadtplanung an die Schule holen:
Schreibt als SV/Klasse in Absprache mit eurer Klassenlehrerin oder eurem Klassenlehrer eine offizielle Anfrage an eure Gemeindeverwaltung bzw. das Stadtplanungsamt. Ladet eine Expertin oder einen Experten aus der Stadtplanung, dem Umweltamt oder der Stadtgärtnerei zu einem Vortrag oder einer Podiumsdiskussion an eure Schule ein. Bereitet diesen Termin gut vor: Stellt kritische, aber konstruktive Fragen zum aktuellen Grünflächenanteil eurer Stadt, konfrontiert sie mit den Ergebnissen eures „Hitze-Checks“ und eurer Bürgerbefragung und diskutiert gemeinsam, wie die Stadt der Zukunft aussehen muss.
→ Euer wichtigster Vorteil: Jeder Schritt, den ihr sichtbar macht (und sei es nur ein buntes Hochbeet oder ein Stück Wildblumenwiese), verändert das Bewusstsein an der Schule. Wenn die ersten Erdbeeren reif sind oder die ersten Schmetterlinge kommen, werdet Ihr stauen, wer noch aller mitmachen möchte... 💚
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