Bereits seit 25 Jahren wird das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur Staaten (Paraguay, Uruguay, Brasilien, Argentinien) verhandelt. Das Abkommen würde die Zerstörung des Amazonas noch weiter ankurbeln. Nun steht es kurz vor dem Abschluss - doch es gibt noch Hoffnung!

Nachdem das Abkommen im Rat der EU – trotz der Gegenstimmen aus Frankreich, Polen, Österreich, Irland und Ungarn – am 09.01.2026 angenommen wurde, reist EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am kommenden Samstag, 17.01.2026 nach Paraguay, um den Vertrag offiziell zu unterzeichnen. Dies ist ein provisorischer Abschluss des Abkommens. Endgültig ist der Giftvertrag erst, wenn das Europäische Parlament zustimmt.

Parallel dazu formiert sich jedoch rechtlicher und parlamentarischer Widerstand: Polen erwägt derzeit, eine offizielle Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) einzureichen. Das polnische Greenpeace-Büro versucht, dass die polnische Regierung dem Europäischen Gerichtshof eine “Frage” zur Auslegung des EU-Rechts zum EU-Mercosur-Abkommen vorlegt, was die finale Abstimmung lange verzögern oder gar verhindern könnte. 

Sobald die Unterzeichnung durch von der Leyen in Paraguay erfolgt ist, kann zudem ein Antrag von 140 Parlamentarier:innen im Europäischen Parlament zur Abstimmung gestellt werden. Dieser zielt darauf ab, das gesamte Abkommen vorab durch den EuGH rechtlich prüfen zu lassen.

Sollte dieser Antrag eine Mehrheit finden, würde sich der Ratifizierungsprozess um mindestens sechs Monate verzögern. Falls der Antrag hingegen abgelehnt wird, könnte das Europäische Parlament bereits im Mai über die endgültige Annahme des Abkommens entscheiden.

Medial wird das Abkommen gerade überwiegend als positiv für die EU bewertet - doch der wirtschaftliche Nutzen ist gering: Nach einer Analyse der EU-Kommission würde das Abkommen das Bruttoinlandsprodukt der EU bis 2040 lediglich um rund 0,05 Prozent steigern. Ein minimaler Effekt im Vergleich zu den erheblichen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Risiken.