Müll stört Stadtatmosphäre, Altstadt-Charme und Naturerholung

Franz Gerbig Greenpeace Ortsgruppe • 9 April 2021
Müllsammlerin auf den Philipinen

Frühjahrsputz in der Stadt (Müllsammelaktion)

Bamberg hat vieles zu bieten, egal ob Hain und Kunigundendamm oder Altstadt und ERBA-Insel, es gibt viele schöne und auch grüne Ecken. Leider stoßen die städtischen Grünflächen offenbar nicht immer auf die Wertschätzung ihrer Besucherinnen und Besucher, die wir uns eigentlich erhoffen. Mit der Greenpeace Bamberg Müllsammelaktion am 17. April 2021 wollen wir daher auf achtlos weggeschmissenen Müll auf Natur- und Grünflächen in Bamberg aufmerksam machen. Diese zu erhalten, damit Natur und Stadt auch weiterhin in Harmonie stattfinden können, ist uns sehr wichtig.

Greenpeace Bamberg möchte mit der Aktion aber nicht nur lokal wirken, sondern auch auf globale Zusammenhänge hinweisen. Denn Müll bleibt ein Thema, das alle zur Verantwortung zieht. Laut Statistischem Bundesamt liegen die Haushaltsabfälle in Deutschland pro Kopf bei 457 Kilo jährlich (2019), das ergibt eine Gesamtmenge von 38 Mio. Tonnen Abfälle der privaten Haushalte, Tendenz steigend (0,8% mehr als im Vorjahr). Deutschland ist damit Negativ-Spitzenreiter in Europa. Besonders jetzt, zu Zeiten der Corona-Pandemie, in denen Einwegmüll einen Aufwärtstrend erfährt, liegt es also an jedem, den eigenen Müllverbrauch zu hinterfragen.

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Zwar gilt Deutschland als Mülltrennungs- und Müllverwertungs-Pionier, jedoch wird der Müllkreislauf immer noch leider nicht zu Ende gedacht: Trotz sinkendem Trend werden immer noch knapp ein Sechstel der deutschen Kunststoffabfälle ins Ausland verschifft, vor allem nach Malaysia. Von dort aus ist der Verwertungskreislauf nicht mehr nachvollziehbar. Bilder von deutschem Plastikmüll in den Weltmeeren zeugen davon, dass Müllkreisläufe nicht eingehalten werden und der Export in andere Staaten unter den gegenwärtigen Umständen keine nachhaltige Lösung darstellen kann. Das Ausmaß ist besonders im Nordpazifik zu sehen, wo sich ein Müllstrudel – so groß wie Mitteleuropa – sammelt. Seevögel, Robben und unmittelbare Meeresbewohner verenden auch an deutschem Plastikmüll, der dort noch Jahrhunderte treiben wird (z.B. eine Plastikflaschen zersetzt sich erst nach 400 Jahren). Solange die Hersteller vorwiegend auf nicht wiederverwertbare Plastikverpackungen setzen, werden Müllverbrennung und Plastikmüll-Export, der nicht in Recycling münden kann, stattfinden.

Was kann ich tun? Was können wir tun?

Der schnellste und einfachste Weg positiven Einfluss auf die Zustände zu nehmen ist, den eigenen Haushaltsmüll zu reduzieren. Vor allem weniger Verpackungsmüll bedeutet automatisch weniger Müll in Stadt, Land, Fluss und Meer, sowohl in Bamberg als auch in der Welt. Mehrwegverpackungen sind eine echte Alternative und können besonders in der Gastronomie einen entscheidenden Umschwung einleiten. Viele Restaurants und auch bspw. die Bamberger Mensa füllen mittlerweile gerne ihr Essen in mitgebrachte Mehrwegbehälter ab. Wir sehen deshalb keinen Grund mehr, dass Einwegplastik weiterhin in diesem Ausmaß Einzug in den Alltag hält. Greenpeace sagt Schluss mit Einweg-Plastik und du kannst dich dem anschließen, indem du dich in die laufende Petition einträgst. Die Zukunft ist unverpackt!

Link zur Petition Schluss mit Einweg-Plastik: https://act.greenpeace.de/die-zukunft-ist-unverpackt

 

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_511_321.html

https://www.infranken.de/ueberregional/wirtschaft/plastikmuell-exporte-ins-ausland-gesunken-art-5145821