Greenpeace fordert Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen
Greenpeace Bielefeld nimmt Stellung zur Forderung von Parteien, die Einführung einer Verpackungssteuer in Bielefeld abzulehnen
Unsere Umwelt und unsere Städte versinken im Plastikmüll. Das Bild kennen wir alle: übervolle Mülleimer in Parks, Einwegverpackungen am Wegesrand und Coffee-to-go-Becher überall, wo man hinschaut. Der enorme Verbrauch an Einwegverpackungen belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch das Klima. „Die Plastikflut muss endlich gestoppt werden! Daher ist es genau das falsche Vorgehen, wenn die FDP beantragt, die Einführung der Verpackungssteuer in Bielefeld zu stoppen“, so Ulrike Holtkamp-Thiele von Greenpeace Bielefeld.
In Deutschland fallen pro Jahr 5,8 Milliarden Einwegbecher und 4,5 Milliarden Einwegessensverpackungen an, Tendenz steigend. Einweg-Verpackungen belasten das Klima, die Umwelt und ihre Entsorgung kostet viel Geld. Fast Food wird häufig im öffentlichen Raum konsumiert und die Verpackungen landen nach der Benutzung in der Umwelt, oder bestenfalls im öffentlichen Mülleimer. Rund 40 % des Straßenmülls sind Einwegverpackungen wie Coffee-to-go-Becher, Burgerboxen oder Pizzakartons.
Die FDP argumentiert, dass durch die Verpackungssteuer neue Stellen in der Verwaltung geschaffen werden müssten und dies Kosten verursache. Dem gegenüber steht jedoch die Tatsache, dass die Stadt durch die Verpackungssteuer erhebliche Kosten der Müllbeseitigung einsparen würde. Weiterhin wäre die Steuer eine Einnahmequelle für die Stadt, die die Kosten um ein Vielfaches übertreffen würde. Auch würde laut FDP die Gastronomie durch die Einführung belastet. Tatsächlich ist es jedoch so, dass langfristig gerade die Gastronomie durch die Einführung von Mehrwegsystemen Geld einsparen würde.
Die Stadt Tübingen hat 2022 als erste Stadt Deutschlands erfolgreich eine Verpackungssteuer eingeführt und damit weniger Müll im Stadtbild und deutlich mehr Angebote von Mehrweg-Alternativen erreicht. Konstanz hat ebenfalls die Verpackungssteuer eingeführt und laut Umfrage der Deutschen Umwelthilfe wollen mehr als 100 deutsche Städte nachziehen. Greenpeace möchte die Stadt Bielefeld dazu bewegen, ebenfalls eine Verpackungssteuer einzuführen.
„Jeder Coffee-to-go-Becher und jede Pizza-Verpackung, die nicht auf dem Bürgersteig, in Grünflächen oder in Gewässern landet, ist ein Gewinn für den Naturschutz und den Schutz unserer Ressourcen. Ein Aus für die Verpackungssteuer wäre eine vertane Chance, die etliche deutsche Städte bereits nutzen, um aktiv für eine sauberere und nachhaltigere Stadt einzutreten“ sagt Ulrike Holtkamp-Thiele.


