Greenpeace Böblingen-Sindelfingen: ENDLAGER UMWELT

Thomas Teufel Greenpeace Ortsgruppe • 10 November 2020

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Wenn alle so viel konsumieren würden wie wir hier in Deutschland, so bräuchten wir 3 Erden (mehr dazu und zum Earth Overshoot Day findest Du hier)! Für all unseren Konsum verbrauchen wir immer mehr von immer knapper werdenden Rohstoffen und lassen immer mehr Abfall zurück - z.B. über 220 kg Verpackungsmüll pro Person und Jahr in Deutschland! Ein Hauptproblem ist aufgrund der Haltbarkeit von oft hunderten von Jahren das Plastik, hier v.a. Einwegartikel und Verpackungen. Neben Klimawandel und Artensterben ist die Vermüllung unserer Welt eines der Top-Umweltprobleme. So landen ca. 12 Mio. Tonnen Plastik pro Jahr im Meer; zu den Folgen für Meeresorganismen hatten wir einen Meeresbiologen zu einem Vortrag eingeladen (hier mehr dazu). Dass das so nicht weiter gehen kann, müsste eigentlich jeder/m klar sein, aber wenn wir eines können, dann ist das Verdrängen.

Unsere Welt belastet Produktion, Verbrauch und Entsorgung all der Dinge, die wir benützen. Jede/r von uns kann mithelfen, hier etwas zu ändern. Ein sinnvoller "Ratgeber" ist die "5-R-Regel": 

- Refuse: Brauche ich das wirklich oder treibt mich nur die Lust auf etwas Neues? Dann einfach ablehnen, auch vermeintliche "Schnäppchen", auf denen wir dann sitzen bleiben. Ein besonders groteskes Beispiel, das man ablehnen sollte, sind die unsäglichen Coffee-to-go-Becher (mehr dazu hier).

- Reduce: Wie viel brauche ich überhaupt? Schauen wir z.B. mal in unseren Kleiderschrank und überlegen, was wir von dem, was wir finden, überhaupt anziehen (im Schnitt kaufen wir 60 Kleiderstücke im Jahr, manche werden nur ein- oder zweimal angezogen). Aber "Reduce" gilt auch in anderen Bereichen: muss ich so viel Auto fahren - geht es nicht mit Fahrrad oder zu Fuß? Muss ich in den Urlaub fliegen? Muss ich beim Einkauf Obst etc. in Plastiktüten packen (zur Plastikvermeidung im Haushalt Infos hier, plastikfrei einkaufen hier)?

- Reuse: Natürlich gibt es im Leben Dinge, die wir nicht mehr benötigen; die Hosen zu eng, der Tisch zu klein, das Buch nicht mehr interessant, die DVD schon oft angeschaut ....! Aber - vielleicht gibt es jemand anderen, der oder die das, was ich nicht mehr benötige, gut verwenden kann. Warum nicht weitergeben oder von anderen etwas übernehmen? Wir veranstalten 2x/Jahr eine Warentauschbörse, wo Dinge gebracht und wieder mitgenommen werden können, haben vor dem Umweltzentrum ein "Koscht-Nix-Häusle", das demselben Zweck dient; und veranstalten auch zusammen mit dem BUND eine Kleidertauschbörse. Und wie wäre es denn mit Reparatur von Dingen? Elektronikgeräte z.B. kann man im Repair-Café oft wieder in Ordnung bringen!

- Recycle: Klar braucht man Dinge und natürlich ist Vieles auch nach Jahren des Gebrauchs abgearbeitet und kaputt, aber die enthaltenen Rohstoffe kann man weiter verwenden und Neues daraus machen. So z.B. auch abgelegte Handys - warum brauche ich übrigens alle 2-3 Jahre ein Neues per Schnäppchen-Angebot (siehe "Refuse"!)? Aus anderen Dingen kann man per Upcycling leicht neue Produkte machen - die "Make-Something-Week" Ende November ist eine gute Gelegenheit Ideen zu entwickeln (mehr zu dieser hier).

- Rot: Im Idealfall bleibt von allem, was wir definitiv wegwerfen müssen, organisches Material übrig, das in den natürlichen Kreislauf eingeht. Von Deiner 100%-Baumwoll-Jeans z.B. würde nach Jahrzehnten nur etwas Metall (unproblematisch) übrig bleiben; nicht so, wenn sie, wie jetzt häufig, 2% Elastan (=Polyurethan = Plastik) enthält, das auch in hunderten von Jahren noch unsere Welt belastet. Also schon beim Kauf darauf achten, was nachhaltig ist!

Hier findet ihr unsere Artikel zum Thema "Plastik".

Hier findet ihr unsere Veranstaltungen/Aktivitäten zum Thema "Endlager Umwelt" (ab 2021).

Natürlich können wir in unserem Umfeld was bewirken und ein gutes Beispiel geben, ohne Änderung der politischen Rahmenbedingungen wird es aber nicht gehen. Und mit "Wachstum, Wachstum, Wachstum..." rasen wir mit Vollgas in die Sackgasse! Die einfache Wahrheit, dass es auf einem begrenzten Planeten kein unbegrenztes Wachstum geben kann, ist immer noch bei den meisten Menschen nicht angekommen. Wie es auch anders gehen kann, versuchten wir in einer Vortragsveranstaltung zu zeigen - "All Days for Future - Wege in eine nachhaltige Zukunft", Infos hier!

Ein gewaltiges Problem ist die Endlagerung radioaktiver Abfälle aus Atomreaktoren (mehr dazu hier). Tatsächlich wurde uns das als sinnvoll verkauft eine Anlage 35 Jahre Strom produzieren zu lassen und den strahlenden Restmüll dann für 1 Million (!) Jahre sicher (?) zu lagern! In unserem verqueren ökonomischen Denken macht das tatsächlich wirtschaftlich Sinn, allerdings nur, weil die Endlagerkosten wie immer andere tragen und wir diese Kosten, wie auch die ungeheuren Subventionen, ausblenden - vom Risiko katastrophaler Unfälle einmal abgesehen. Zu Fukushima und wie es dort jetzt aussieht, findet ihr hier Infos. Hierzu siehe auch "Energiewende".

 

Anbei ein paar Bilder von Aktivitäten, z.B. dem Flur der Waldorfschule, wo wir den Film "Plastic Planet" zeigten.

Plastiktüten

 

Hier der Marktplatz Sindelfingen mit unserem Infostand zur Plastikvermüllung:

Plastikstand

 

Die jährliche, gut besuchte  Warentauschbörse in Sifi-Goldberg:

Warentauschbörse

 

Unser gemeinsames Basteln zur Resteverwertung in der Make-Something-Week:

Upcycling

 

Und im Februar 2020 haben wir eine Vortragsveranstaltung zum Thema "Minimalismus - wie wir mit weniger besser leben" organisiert, die auf grosses Interesse stieß. Auch bei euch? Dann klickt hier.

Minimalismus

 

 

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