Greenpeace Böblingen-Sindelfingen: KLIMAKRISE

Thomas Teufel Greenpeace Ortsgruppe • 21 November 2020

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Wir verbrennen heute in einem Jahr die organischen Stoffe, die sich in 1 Million Jahren gebildet haben - als Kohle, Gas und Öl. Diese "fossilen" Energien dienen zur Erzeugung von Strom, Wärme, als Antriebsstoff für Fahr- und Flugzeuge und zur Produktion von Kunststoffen. Der dabei wieder in Form von CO2 freigesetzte Kohlenstoff füllt einen Güterzug, der 48mal um den Äquator reichen würde! Wundert es, dass das gravierende Folgen hat?

CO2 ist, das weiß man seit 150 Jahren, ein so genanntes Treibhausgas, welches notwendig ist für das Leben auf unserer Erde, da es Wärme daran hindert ins All zu entweichen. Weitere, heute v.a. durch die Landwirtschaft freigesetzte Treibhausgase sind Methan und N2O - Wasserdampf zählt auch dazu, ist vom Menschen aber nicht direkt beeinflusst. Ohne CO2 wäre es im Durchschnitt nicht 14°C warm, sondern - 18°C. Verständlich, dass eine Erhöhung des atmosphärischen CO2 die Temperatur der Erdoberfläche weiter erhöht. Die Konzentration liegt derzeit bei 415 ppm, weit höher als in den letzten 3 Mio. Jahren (220 bis 280ppm).

Was heißt das nun für uns?

Es wird heißer und trockener werden, das "ewige" Eis der Antarktis und Arktis schmilzt genauso wie die Gletscher weltweit - Grönland hatte im Jahr 2019 einen Eisverlust von        1 Milliarde Tonnen ... pro Tag! 

 

Für die Erde bedeutet das nach aktuellen Studien, dass noch in diesem Jahrhundert weite Teile so heiß sein werden, dass menschliches Leben oder Landwirtschaft nicht mehr möglich sein wird. Außer Teile Afrikas trifft das v.a. auch den Nahen und Mittleren Osten incl. dicht besiedelter Gebiete in Pakistan und Indien.

In den letzten Monaten sahen wir riesige Brände in Kalifornien, Australien, Brasilien und Russland, Rekordtemperaturen von über 20°C in der Westantarktis und >38°C in der sibirischen Arktis! Auch in Deutschland herrschte in den letzten Jahren Trockenheit und Hitze in bisher nicht gekanntem Ausmaß; die Tage mit >30°C sind dreimal so häufig wie noch in den 50er Jahren, die Wälder leiden, v.a. Fichten sterben ab, die Agrarproduktion sinkt.

Aber fast 90% der Wärme (und 30% des CO2) haben die Meere aufgenommen. Dies führt zum Steigen des Meeresspiegels durch thermische Expansion, zur Erwärmung mittlerweile auch tiefer Wasserschichten, zur Störung von Meeresströmungen (der Fluß des Golfstroms hat bisher um 15% abgenommen) und zur Versauerung mit dramatischen Folgen für Korallenriffe und Plankton (zur Ozeanversauerung haben wir einen Vortrag von Prof. Riebesell vom GEOMAR Kiel organisiert, Infos hier). Tropische Wirbelstürme gewinnen durch höhere Wasseraufnahme an Gefährlichkeit, Überflutungen werden auch bei uns auf ausgetrockneten Böden häufiger.

Gefürchtet sind "Kipppunkte", die bei Überschreitung nicht zu stoppende Entwicklungen in Gang setzen, so z.B. das Verschwinden des arktischen Eises, das Schmelzen von Grönland- und Antarktisgletscher mit dramatischem Anstieg des Meeresspiegels (in Meeresnähe wohnen 1,5 bis 2 Mrd. Menschen!) und der Temperaturen durch Ausfall der Reflektion von Sonnenstrahlen.

Ein weiteres Zerstören des Amazonasregenwaldes wird die Niederschläge in Südamerika dramatisch beeinflussen, ein Auftauen der Permafrostböden v.a. in Russland und Kanada den Methanausstoß massiv erhöhen.

Ab 1,5°C Erderwärmung (seit vorindustrieller Zeit) besteht die Gefahr des Erreichens dieser kritischen Bereiche, ab 2°C werden sie wahrscheinlich.

Die LEOPOLDINA - Nationale Akademie der Wissenschaften schreibt aktuell dazu:

"National nachhaltige und glaubwürdige Klimapolitik ist ein wesentlicher Schritt ... um gemeinsam den sich abzeichnenden ökologischen und zivilisatorischen Systemkollaps (zu) verhindern"!

Kein Wunder, dass das auch für uns ein großes Thema ist und -leider- auch bleiben wird. Gefreut haben wir uns über das Aufkommen der FridaysForFuture-Bewegung, mit der wir auch gemeinsam aktiv waren, z.B. hier.

Hier findet ihr unsere Artikel zum Thema Klimakrise.

Wer Interesse hat sich mittels Videopräsentation zu informieren: Dr. Thomas Henningsen, Meeresbiologe bei Greenpeace, hat einen tollen Vortrag zu "Meere, Wälder, Klima - wie sich die Welt verändert" gehalten, den ihr hier sehen könnt.

 

Und jetzt ein paar Fotos und Video vergangener Aktivitäten wie z.B. dem Klimamarsch BB, einer von uns organisierten Demonstration zur Pariser Klimakonferenz 2015,

 

einer Klimamahnwache auf dem Marktplatz Sindelfingen,

 

einem Vortrag zum Klimawandel in Baden-Württemberg

 

und Aktivitäten incl. Demo am Schönbuchturm zum Kohleausstieg und den Kontroversen um den Hambacher Wald (mehr dazu hier),

 

Eine Mahnung in Corona-Zeiten:

 

Und ein letztes Bild für die, die unbeirrt weiter die Klimakrise ignorieren:

 

 

Und im Anhang findet ihr wieder Literatur, von leicht verständlich (z.B. "Klimafakten") bis lang und komplex!

 

 

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