Gitarren statt Knarren: Greenpeace Braunschweig protestiert gegen deutsche Waffenlieferungen

Greenpeace Braunschweig | Info Greenpeace Ortsgruppe • 15 June 2021
in der Gruppe Greenpeace Braunschweig

zurückzurück zur Startseite

 

 

Presseerklärung vom 12. Juni 2021

Gitarren statt Knarren: Greenpeace Braunschweig protestiert gegen deutsche Waffenlieferungen

Ehrenamtliche und Malte Kettler setzen musikalisches Zeichen für Frieden

Braunschweig, 12.06.2021 – Mit einem gemeinsamen Musik-Projekt setzen Greenpeace Braunschweig und der Musiker Malte Kettler ein Friedenszeichen. Unter dem Motto "Gitarren statt Knarren" protestieren sie am Ringerbrunnen mit Straßenmusik gegen deutsche Rüstungsexporte. An ihrem Gitarrenkoffer fordert ein Schild mit dem Text "Rausnehmen statt reinlegen" dazu auf, vorhandene Protestpostkarten zu entnehmen. Udo Lindenberg unterstützt die deutschlandweite Protestaktion mit seinem Slogan „Gitarren statt Knarren“, mit dem er sich in den 1980er Jahren für Frieden einsetzte. "Von Deutschland aus werden Länder mit Rüstungsgütern beliefert, in denen gewaltsame Konflikte und Krisen schwelen und sich Waffengewalt gegen die Zivilbevölkerung richtet", sagt Robert Seydewitz, Sprecher von Greenpeace Braunschweig. „Die deutsche Waffenexportpraxis konterkariert alle Bemühungen der Bundesregierung für die friedliche Beilegung von Konflikten. Sie kann nicht Öl ins Feuer gießen und gleichzeitig Feuerwehr spielen."

Deutschland unter Top-Rüstungsexporteuren weltweit

Für rund fünf Milliarden Euro durften laut offiziellem Bericht der Bundesregierung deutsche Rüstungskonzerne im Jahr 2020 Kriegswaffen und sonstige Rüstungsgüter in die Welt verkaufen. "Seit Jahren ist Deutschland unter den internationalen Top 5 der Rüstungsexporteure. Beschämender kann eine Platzierung in den Charts kaum sein”, so Udo Lindenberg. Mit Recherchen hat Greenpeace 2020 aufgedeckt, dass deutsche Waffen etwa gegen die Zivilbevölkerung in Belarus und Myanmar sowie von Polizeibehörden in den USA eingesetzt wurden. Die Politik macht es möglich. Greenpeace fordert ein Ende der Waffenlieferungen in Länder außerhalb von Nato, EU und EU-gleichgestellten Ländern. „Wir haben das Glück, in einem friedlichen Land zu leben. Umso absurder, dass mächtige deutsche Knarrenhändler, Waffen in alle Welt exportieren dürfen. Deutschland sollte Peace, Love and Music exportieren, statt Knarren, Leid und Gewalt”, so Lindenberg.

Robert Seydewitz, Sprecher von Greenpeace Braunschweig richtet den Appell an die zukünftigen Kanzlerkandidat:innen Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD): „Deutschland muss endlich einen glaubwürdigen Beitrag für eine friedliche Welt leisten. Dafür muss die Bundesregierung ein Gesetz erlassen, das Rüstungsexporte in Länder außerhalb der EU und EU-gleichgestellte Länder sowie in Krisen- und Kriegsgebiete verbietet.” Greenpeace hat im März 2020 einen Gesetzesentwurf hierfür veröffentlicht: (https:// bit.ly/2USL3CP).