Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten richten in Braunschweig sichere Pop-up Fahrradwege ein

Greenpeace Braunschweig | Info Greenpeace Ortsgruppe • 3 June 2021
in der Gruppe Greenpeace Braunschweig

zurückzurück zur Startseite

 

 

Presseerklärung vom 23. Mai 2020

Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten richten in Braunschweig sichere Pop-up Fahrradwege ein

Mehr Platz für Fuß- und Radverkehr schützt Gesundheit und Klima
Braunschweig, 23. 5. 2020 – Aktivistinnen und Aktivisten der Greenpeace-Gruppe Braunschweig demonstrierten heute für mehr Platz für Fuß- und Radwege. Dafür richteten sie von der Küchenstraße bis zum Hagenmarkt einen so genannten Pop-up Radweg ein. Dabei wurde die rechte Spur der Straße vom Autoverkehr mit Warnbaken abgetrennt und für Radfahrende geöffnet. Die Aktion kam bei vielen Bürgern gut an. Über 400 Radfahrerinnen und Radfahrer nutzten spontan oder geplant die neue Route. Eine am Dienstag veröffentlichte Greenpeace-Studie warnt vor einem Verkehrskollaps in Städten als Folge der Corona-Krise. Denn aus Sorge vor Ansteckung wollen viele Menschen auch mittelfristig öffentliche Verkehrsmittel meiden – dies könnte zu mehr Autoverkehr führen (online unter https://act.gp/3cJVXlB).

„Um Menschen in der Corona-Krise zu schützen, müssen Städte mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger freigeben“, sagt Tanja Bellack, Sprecherin von Greenpeace Braunschweig. „Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, die Errichtung ist kostengünstig. Was fehlt ist der politische Wille“.

In über 30 deutschen Städten richteten Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten heute zusätzliche Fahrradwege für den Infektions- und Klimaschutz ein.

Sichere Radwege schützen vor mehr Stau, Abgasen und Lärm
Weltweit entdecken Städte wie Brüssel, London und Paris das große Potenzial verkehrsberuhigter Innenstädte für den Infektions- und Klimaschutz. Hierzulande hat bisher nur Berlin umfassende Maßnahmen ergriffen, um Fuß- und Radverkehr zu erleichtern. Die Einrichtung von Pop-Up Radwegen, Fußgängerzonen und Spielstraßen ist schnell umsetzbar, rechtlich für Städte möglich und kostengünstig. Dennoch muss der Ausbau der Radinfrastruktur vom Bund unterstützt werden: Greenpeace fordert, dass die entsprechenden Fördermittel auf 2,8 Milliarden Euro für den Zeitraum von 2020 und 2023 verdoppelt werden. Der Radverkehrsanteil in den zehn größten deutschen Städten könnte so von heute rund 14 Prozent bis 2030 auf 30 Prozent steigen.

„Damit Corona nicht auch die Verkehrswende infiziert, müssen Städte verhindern, dass Menschen wieder in Autos gezwungen werden. Das ist eine riesige Chance, um beim Umstieg auf sichere, saubere und klimafreundliche Verkehrsmittel voran zu kommen“, sagt Tanja Bellack. Nach Berechnungen von Greenpeace könnten die mit dem Auto zurückgelegten Personenkilometer in deutschen Metropolen in Folge der Pandemie um bis zu 20 Milliarden pro Jahr steigen. Dies droht die ohnehin miserable Klimabilanz des Verkehrs mit zusätzlichen 3 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen zu verschlechtern. Im Gegensatz zu anderen Bereichen ist der CO2-Ausstoß im Verkehr in den vergangenen Jahren auch wegen eines höheren Verkehrsaufkommens kaum gesunken. Um den CO2-Ausstoß auf den Straßen zu verringern, empfahlen zuletzt auch die Regierungsberater des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Radfahrende und Fußgänger zu stärken und Autoverkehr in Städten unattraktiver zu machen.