Umwelt oder Mitwelt❓

Der Einfluss unserer Sprache auf unser Verhalten

Wenn wir allgemein gebräuchlich unsere Umwelt als solche bezeichnen, treffen wir damit eine Aussage und stellen unseren Standpunkt - auch im übertragenen Sinn - dar. 

Wir sehen uns nämlich als Außenstehende zur Umwelt und nicht als Teil von ihr. In unserem Denkmodell gibt es zwei Gruppen: die Menschen und die Umwelt. Da wir die Umwelt - dazu gehört die Natur - als eine andere Gruppe betrachten, behandeln wir sie nicht gleichberechtigt und nicht demokratisch. 

Wir fühlen uns dieser Gruppe nicht zugehörig. Das vermittelt auch unserer Rechtssystem. Es gibt keine Tierrechte. Bei den Rechten der Natur bewegt sich etwas und in einigen wenigen Ländern wurde die Natur (Flüsse, Ökosysteme) bereits als Rechtssubjekt anerkannt.

Wenn wir anstatt von unserer Umwelt von unserer Mitwelt sprechen würden, ändert das unseren Standpunkt und kann sich positiv auf unser Denken und Verhalten auswirken. 

Wenn sich der Mensch in den Industriegesellschaften nicht in seiner Überheblichkeit als „Herrscher“ über die Natur sähe, sondern als Zugehöriger und als Teil von ihr, würde er gewiss andere Entscheidungen treffen und seiner Mitwelt auch geben, anstatt nur zu nehmen und zu zerstören. Hier könnten wir einiges von indigenen Gruppen lernen, die MIT der Natur leben und nicht NEBEN ihr oder GEGEN sie.

Die Natur gibt uns Luft zum Atmen und Wasser zum Trinken, bietet uns Pflanzen und Tiere als Nahrungsquelle und einen Platz zum Leben. Aber unser Wirtschaftssystem behandelt die Natur als endloses Rohstofflager (siehe auch Neo-Extraktivismus) und nicht als lebendiges Netzwerk, in dem jedes Leben miteinander verknüpft ist. 

Unser nur auf Profit ausgerichtetes Wirtschaftsmodell müsste sich ändern. Der Wohlstand unserer Gesellschaft wird am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bemessen. Aber was bedeutet eigentlich Wohlstand und wieso wird dieser nur anhand von Zahlen bewertet❓

Echter Wohlstand einer Gesellschaft wäre ein gutes Leben für alle (Pflanzen, Tiere und Menschen) innerhalb der planetaren Grenzen🌍 

Dann wäre die gesellschaftliche Waage ⚖️ wieder im Gleichgewicht. Und zu einem guten Leben zählen Gesundheit, Zufriedenheit, soziales Miteinander, Anerkennung und Akzeptanz, Verantwortlichkeit füreinander.

Dafür braucht es einen Wechsel im gesellschaftlichen Diskurs und eine Veränderung in der Politik, die die erforderlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen muss. 

Wenn wir das verstanden und verinnerlicht haben, sind wir auch bereit für die notwendige Transformation und einen Richtungswechsel hin zu einer lebenswerten Zukunft ZUSAMMEN mit unserer Mitwelt🗝️

Unsere Sprache beeinflusst somit unser Denken und Verhalten ins Positive oder Negative, umgekehrt beeinflusst unser Denken und Verhalten unsere Sprache. Sprache und Denken/Verhalten stehen also miteinander in Wechselwirkung🔄.

Unsere Sprache als Ausdrucksform bestimmt unser Handeln. 

Stell dir einmal vor, du stehst im Wald, neben dir riesige Bäume, deren Blätterdach dem Erdreich Schatten spendet, du riechst das feuchte Laub und die Pilze, hörst das Rauschen der Blätter im Wind, die Regentropfen auf den Blättern, das Knacken der Äste, die Stimmen der Tiere - dann bist du mittendrin in der Mitwelt.

Wir Menschen sind nur ein kleiner unbedeutender Teil der Natur 🌱, im Gegensatz z.B. zu Insekten oder Bäumen, die bedeutende Rollen in unseren lebensnotwendigen Ökosystemen übernehmen.

Die Natur braucht den Menschen nicht, aber wir brauchen die Natur zum Überleben – das sollten wir nie vergessen❗

Probiere es doch einmal aus und verwende gedanklich und sprachlich jetzt das Wort Mitwelt anstatt Umwelt und beobachte, was passiert💡

 

#Klimagerechtigkeit   #sozialeGerechtigkeit   #Gemeinwohl  #Allmende

#planetareGrenzen   #gesellschaftlicherDruck   #Politkverantwortlichkeit

 

Umwelt oder Mitwelt