Einwendungen gegen Tagebau

Greenpeace Dresden Redaktion • 28 May 2021
in der Gruppe Greenpeace Dresden
Aktivistin mit Greenpeace-Studie "Tod aus dem Schlot"

Aus dem Archiv vom 29.06.2013

Greenpeace-Aktivisten sammeln Einwendungen gegen neuen Tagebau in der Lausitz

Aktion im Zuge des weltweiten Anti-Kohle-Tages

Dresden, 28. 6. 2013 – Über gute Gründe für einen Ausstieg aus der Kohleenergie und gegen die geplanten neuen Tagebaue in der Lausitz informieren Aktivisten von Greenpeace Morgen am Samstag (29.6.) von 11.00 bis 17.00 Uhr auf dem Elbhangfest. In 52 Innenstädten gehen Greenpeace-Aktivisten am morgigen internationalen Anti – Kohle – Tag auf die Straße, um Einwendungen gegen die geplante Erweiterung des Braunkohletagebaus Welzow-Süd in der Lausitz zu sammeln. Mit dem Bannerspruch „Keine neuen Tagebaue! Energiewende heißt Kohleausstieg“ machen die Aktivisten auf den drohenden Heimatverlust in der Lausitz aufmerksam. Der Energiekonzern Vattenfall will dort weitere 1900 Hektar Land abbaggern - das entspricht der Fläche der Ostseeinsel Hiddensee. Falls der Plan umgesetzt wird, müssen mehr als 800 Menschen umgesiedelt werden – die Meisten gegen ihren Willen.

Fazit des DIW zur Braunkohle

„Im Land der Energiewende Menschen zu enteignen und unter ihren Häusern nach Braunkohle zu baggern, ist in etwa so fortschrittlich, wie die Zentralheizung durch ein offenes Feuer zu ersetzen“ sagt Tino Franzke, Ansprechpartner für Energie bei Greenpeace-Dresden. „Deshalb sammeln wir heute Einwendungen gegen den zerstörerischen und zudem unnötigen Tagebau Welzow-Süd II.“ Eine Erweiterung des Braunkohletagebaus bei Welzow ist energiewirtschaftlich nicht notwendig -so lautet das Fazit eines Gutachtens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

In Proschim wird Zukunft abgebaggert

Das Paradoxe des geplanten Tagebaus Welzow-Süd II offenbart sich im Dorf Proschim. Die 300 Einwohner produzieren deutlich mehr Ökostrom als sie verbrauchen. Nun sollen sie ausgerechnet für den schmutzigsten aller Energieträger, Braunkohle, ihre Häuser verlassen. Im Kampf der Proschimer gegen die Zwangsumsiedelung werden Einwendungen gegen den Tagebau helfen.

Klimawandel stoppen heißt Kohle stoppen

Bei der Verbrennung von Kohle entstehen große Mengen klimaschädliches Kohlendioxids. Ein Braunkohlekraftwerk produziert etwa drei Mal so viel CO2 wie ein Gaskraftwerk. Dennoch werden weltweit weitere Kohlekraftwerke gebaut, die den Klimawandel beschleunigen.

Noch bis zum 17. September 2012 können sich alle Betroffenen Bedenken gegen den geplanten Tagebau Welzow-Süd II anmelden und mit diesen Einwendungen helfen, ihn zu verhindern. Greenpeace hat eine ausführliche Sammeleinwendung erarbeitet.

Infostand gegen Kohle in Dresden
© Greenpeace Dresden