Sachsen vs. Energiewende

Greenpeace Dresden Redaktion • 29 May 2021
in der Gruppe Greenpeace Dresden
Sachsen verkohlt die Energiewende

Aus dem Archiv vom 06.03.2014

Sachsen verkohlt die Energiewende

Wir Greenpeace Aktivisten demonstrierten zum 10. Jubiläum der DENKfabrik Sachsen vor dem Haupteingang des Dresdener Flughafens und forderten die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, sich für die Energiewende in den Ländern genau so einzusetzen wie auf Bundesebene.

Ziel der Aktion war es, die Aufmerksamkeit der Kanzlerin auf die Notwendigkeit eines Kurswechsels auch auf Landesebene zu lenken, denn in Sachsen sieht es düster aus für die Energiewende. Am 05.03.14 genemigte das Innenministerium den Antrag des Regionalen Planungsverbandes Oberlausitz-Niederschlesien und gab damit grünes Licht für den neuen Tagebau Nochten 2.

Dadurch wird sichergestellt, dass auch über 2040 hinaus das sächsiche Braunkohlekraftwerk Boxberg mit Brennstoff beliefert werden kann. Wenn Sachsen den eingeschlagenen Weg weiter vortführt, entwickelt sich das Land von einem einstigen Vorreiterland der Solartechnologie zum Schlusslicht der Energiewende in Deutschland. Die Verbrennung von Braunkohle setzt nicht nur große Mengen des Treibhausgases CO2 frei, sondern auch stark toxische Schwermetalle. Darüber hinaus ist diese Form der Energieerzeugung so unflexibel, dass sie als Übergangstechnologie nicht nur nicht in Frage kommt, sondern den Ausbau erneuerbarer Energien aktiv blockiert. Letztlich sind die sächsischen Klimaschutzziele so nicht erreichbar.

"Der Ausbau der erneuerbaren Energien kann nicht darin münden, dass wir alle klassischen Energieträger mit einem Mal ausschalten. Deshalb wird die Kohle und deshalb wird das Gas auch in Zukunft noch eine Rolle sipelen, sicherlich auf abnehmenden Bestandteilen auf der Zeitachse, aber es muss gewährleistet sein, dass hier der Übergang vernünftig gestalltet wird", so Merkel auf der 10. Denkfabrik Sachsen.

Dass wir auch noch in naher Zukunft Kohle und Gaskraftwerke brauchen werden, bestreiten auch die Umweltverbände nicht. Die Landesregierung trifft aber gerade Entschidungen für einen Zeitraum von über 25 Jahren und wirft mit Argumenten, die nur für einen viel kürzeren Zeitraum gültig sind, um sich. Auch Frau Merkel wird wissen, dass Braunkohle im Jahr 2040 nicht mehr für die Energieversorgung gebraucht wird. Ein Festhalten an diesen alten Technologien ohne Wenn und Aber, wie in Sachsen zerstört aber alle Möglichkeiten das Landes, die Energiewende zu seinem Vorteil zu nutzen.

Die Alternative, die Greenpeace aufzeigt, ist ein Ausstieg aus der Braunkohle bis 2030 und ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien in allen Landesteilen. Nur so können die gesetzten Klimaziele eingehalten und die Wirtschaftlichkeit Sachsens langfristig gesichert werden.

Bericht im Dresden Fernsehen:

www.dresden-fernsehen.de/Aktuelles/Artikel/1349090/Merkel-zu-Besuch-bei-der-10-Denkfabrik-Sachsen/