Die neue Serie: 19. Wo überquere ich als Fußgaenger ohne Gefahr den Wulfsteert?

Jule Scherer (Eck) Greenpeace Ortsgruppe • 4 August 2021
in der Gruppe Greenpeace Eckernförde
Wulfsteert 2

Eine gemütliche Wohnstraße mit sicheren Fußwegen für Kinder und Aeltere sowie klarer Radwegeführung für Schüler und Einwohner sorgt für mehr Aufenthalts- und Lebensqualitaet, nicht wahr?

Diese Straße könnte relativ einfach optimiert werden, da ist sich Wolfgang Kromat sicher - wenn man will.

 

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Die Straße "Wulfsteert" - Wo können Fußgehende sicher die Fahrbahn queren?

Auf dem ersten Blick ist der Wulfsteert eine vorbildliche Straße. Die Fahrbahn ist großzügig geführt, es gibt extra Spuren für Linksabiegende, auf beiden Seiten werden Radfahrende und zu Fuß gehende auf eigenen Wegen sicher und komfortabel geführt.
Sicher und Komfortabel? Bei genauerem Hinschauen, wird schnell klar, die Straße ist gemacht zum KFZ-Fahren. Die Fahrbahn ist durchgängig breit ohne Hindernisse durch links abbiegende KFZ oder Bushaltestellen. Der Radweg ist an den Kreuzungen verschwenkt, damit KFZ-Fahrende Aufstellbereiche erhalten um besser in den Wulfsteert ein– oder ausfahren zu können.
Für Fußgehende gibt es an den Kreuzungen keine Absenkungen oder gesicherte Übergänge (Bild 1). Wulfsteert 1Dies ist hier besonders fatal, da die Fahrbahn durch die Linksabbiegerspur an den Kreuzungen deutlich breiter ist als erforderlich. Auch hier werden wieder ältere Menschen, Kinder oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen besonders benachteiligt und gefährdet.
Ganze drei gesicherte Überwege sind im gesamten Wulfsteert (900 Meter lang) für Fußgehende vorgesehen. Zwei an den Anfängen und einer in der Mitte. Für einen Menschen mit Rollator bedeuten dies im schlechtesten Fall 10 Minuten Umweg. Oder die Fahrbahn diagonal in den Einfahrten für Parkplätze queren. Denn diese sind für die bequeme Einfahrt von KFZ abgesenkt.

Mal so mal so, wer weiß das schon? (1)

Inkonsistente Verkehrsführung für Fußgehende und Radfahrende ist auch im Wulfsteert wiederzufinden. An der Einfahrt zum Diestelkamp in Richtung Rendsburger Straße, teilt sich der gemeinsame Rad– und Fußweg. In Fahrtrichtung Rendsburger Straße ist der Radweg auch mit dem entsprechenden Zeichen 237 gekennzeichnet (Bild 2).Wulfsteert 2
Kommen Fußgehende von der Rendsburger Straße, werden sie direkt nach rechts geführt und befinden sich somit faelschlicherweise auf dem Radweg (Bild 3). Wulfsteert 3Das wird spätestens direkt an der Kreuzung deutlich, da hier eine Furt für Radfahrende rot markiert ist. Auf eine sichere Furt für Fußgehende, hat man an dieser Kreuzung ganz verzichtet.

Mal so mal so, wer weiß das schon? (2)

Radfahrende, die vom Windebyer Weg in den Wulfsteert einbiegen, dürfen bei Grün die Fahrbahn im Wulfsteert vorfahrtsberechtigt queren, wie auch Fußgehende. Bei der Rechtsabbiegespur zum Wulfsteert, sieht es allerdings ganz anders aus.
Die Markierung auf der Fahrbahn zeigt dort eindeutig einen Fußgängerüberweg. Hier haben Fußgehende den Vorrang vor dem KFZ-Verkehr, Radfahrende müssen entweder absteigen, dann sind auch sie Fußgehende und haben Vorrang, oder sie sind dem KFZ-Fahrenden gegenüber wartepflichtig. Eine eindeutige und konsistente Verkehrsführung sieht anders aus (Bild 4).Wulfsteert 4

 

 

 

Radwegbegleithindernisse

Radwegbegleithindernisse sind oft und in vielfältiger Art anzutreffen. Doch die meisten Menschen nehmen diese Hindernisse nicht war. So werden zum Beispiel gerne Straßenschilder, Laternenmasten oder andere Hindernisse, auf Rad– und Gehwegen abgestellt (Bild 5). Wulfsteert 5Hier stellen sie allen Anschein nach für die aufstellenden Behörden, keine Gefährdung da. Wenn Schilder keine Gefahrenquelle darstellen können, dann könnten die Schilder im Wulfsteert doch auch direkt am Fahrbahnrand stehen. Erst recht, wenn sie zur Lenkung des Kfz-Verkehrs vorgesehen sind (Bild 6).Wulfsteert 6 Ein abgerissener Spiegel am Kfz dürfte doch einen geringeren Schaden darstellen, als ein Radfahrender, welcher mit dem Lenker am Schilderpfosten hängen bleibt und stürzt.

Fazit - Der Wulfsteert ist eine durch und durch autogerechte Straße

Der Wulfsteert ist für KFZ-Fahrende durch Radwege, möglichst wenige Querungshilfen, Bushaltebuchten und Linksabbiegespuren als autogerechte Straße angelegt worden. Der KFZ-Verkehr soll möglichst ungehindert fließen können, alle anderen Verkehrsteilnehmer treten in den Hintergrund, werden teilweise sogar stark behindert.

Durch die großzügige Bauweise des Wulfsteerts, bieten sich allerdings beste Möglichkeiten dies zu verändern:

Zuerst wären die Linksabbiegespuren zu entfernen. Die Bushaltestellen werden als Cap angelegt. Der Radweg ist auf das Niveau der Fahrbahn zu bringen und durchgängig ohne Verschwenkungen anzulegen. Und wenn doch Verschwenkungen gebaut werden, sind diese in deutlich großzügigeren Radien zu bauen. Die Anzahl der Querungshilfen für Fußgehende wird deutlich erhöht (alle 200 Meter eine Querungshilfe). Abschließend wird für die gesamte Straße Tempo 30 angeordnet. Dies macht insgesamt das Fahren sicherer und reduziert deutlich die Lärmbelästigung in dieser Wohnstraße.

 

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