Bärenmarke lässt Kühe leiden!

Agnès Lamacz
Agnès Lamacz Greenpeace Ortsgruppe • 11 März 2024
in der Gruppe Greenpeace Freiburg
Bärenmarke Tierleid

Bärenmarke-Milch aus tierschutzwidriger Haltung 

 

Nach neuen Recherchen haben Greenpeace-Aktive bundesweit in Supermärkten Bärenmarke-Milch mit Aufklebern gekennzeichnet: Achtung Tierleid!

Die Bärenmarke-Molkerei Hochwald verarbeitet Milch von Kühen, die unter Bedingungen gehalten werden, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Das belegt eine Recherche von Greenpeace. Kühe können sich in dieser Anbindehaltung kaum bewegen, sind verdreckt, weisen Hautschäden auf, kommen schlecht an Tränken und müssen teilweise sogar immer die Wand angucken. Die Anbindehaltung ist eine besonders grausame Art, Kühe zu halten. Dass Bärenmarke Milch dieser Kühe verarbeitet, muss sofort aufhören. 

Greenpeace wurden Bilder und Videos von 23 Milchlieferanten der Molkerei zugespielt, die Tiere in tierschutzwidriger Anbindehaltung zeigen. Tracking-Daten belegen, dass die Milch dieser Höfe an die zwei Bärenmarke-Werke in Mechernich (Nordrhein-Westfalen) und Hungen (Hessen) geliefert wird. 

Grausame Haltung mit strafrechtlicher Relevanz 

Bärenmarke wirbt mit dem Slogan „Das Beste aus der Milch“ und verspricht „artgerechte Haltung“. Die Molkerei Hochwald verlangt einen hohen Preis für Produkte ihrer Premiummarke Bärenmarke, ohne entsprechende Qualität zu liefern. Anders als Bio- oder Weidemilch-Produzent:innen verbessert sie nicht das Tierwohl oder zahlt Milcherzeuger:innen faire Preise. Bärenmarke täuscht Verbraucher:innen, denn es handelt sich nicht um Einzelfälle, sondern den Alltag in den Ställen.

Greenpeace fordert von der Bärenmarke-Molkerei Hochwald, umgehend kenntlich zu machen, wie die Kühe gehalten werden, von denen die Milch stammt. Außerdem sollen sämtliche Produkte von Bärenmarke sofort auf Weidemilch umgestellt werden. Ein Rechtsgutachten im Auftrag von Greenpeace zur Haltung von Milchkühen kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Anbindehaltung gegen die zentrale Norm des § 2 TierSchG verstößt und den Straftatbestand des § 17 TierSchG erfüllen kann. Sie gibt die Anforderungen an eine artgerechte Haltung vor. Bislang fehlen jedoch Mindestanforderungen, die die Haltung von Milchkühen gesetzlich regeln. Die Rechtsprechung teilt diese Auffassung weitgehend, etwa in einem Urteil des Verwaltungsgerichts Münster vom Februar 2022.  

Wer ganz auf Tierleid verzichten will, kann auch direkt zu pflanzlichen Alternativen greifen. 💚

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