Starkes Waldgesetz jetzt

Agnès Lamacz
Agnès Lamacz Greenpeace Ortsgruppe • 7 März 2024
in der Gruppe Greenpeace Freiburg
Bundeswaldgesetz

Für ein zeitgemäßes und zukunftsfähiges Bundeswaldgesetz


Am 6. März haben sich die zwei Ansprechpartnerinnen für die Waldgruppe von Greenpeace Freiburg mit der Bundestagsabgeordnete Chantal Kopf (Bündnis 90/Die Grünen) getroffen, um über die Neuregelung des Bundeswaldgesetzes zu sprechen. Wir bedanken uns herzlich für das angenehme und konstruktive Gespräch und für das große Interesse an diese einmalige Chance, unsere Wälder richtig zu schützen. 

Petition "Waldschutz jetzt!"

Chantal Kopf Greenpeace Treffen Wald Freiburg
Greenpeace Freiburg
Treffen mit Chantal Kopf, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Freiburg

 

Das vorhandene Bundeswaldgesetz ist fast 50 Jahre alt und kennt weder Klima- noch Artenkrise. Es braucht dringend eine Aktualisierung. Vorrangig wird derzeit unser Wald als Industriegebiet behandelt. Das neue Bundeswaldgesetz muss die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse und politischen Rahmenbedingungen aufnehmen. Klima-, Natur- und Artenschutz können nicht getrennt gedacht werden und betreffen alle Bereiche unseres Wirtschaftens und Lebens

Gleichaltrige Fichten, die in Reihen stehen und alle gleichzeitig per Kahlschlag geerntet werden gelten zwar als Wald, sind aber in Wirklichkeit reine Baumplantagen, keine Naturwälder, sind anfällig für Störungen (Wind, Dürre, Borkenkäfer usw.) und bringen bei weitem nicht die Wirkungen, die ein naturnaher Dauerwald mit Laubbäumen bringen kann.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Beispiele wie Bannwälder und der Lübecker Stadtwald zeigen deutlich, wie ein lebendiger und resilienter Wald aussehen muss, um für die Klimakrise gerüstet zu sein und wirksam dem Verlust der Biodiversität zu begegnen: alt, dicht und mit heimischen Baumarten. Diese Qualitäten müssen in der neuen Gesetzgebung priorisiert und dauerhaft festgelegt werden. 

Auch der Nachhaltigkeitsbegriff hat sich im Laufe der Zeit geändert. Als er am Anfang für Waldbewirtschaftung angewendet wurde, war das Ziel nur eine dauerhafte Versorgung von Holz. Der moderne Nachhaltigkeitsbegriff wurde neben der ökonomischen Dimension noch um die ökologische und die soziale Dimension ergänzt. Ohne diese drei Säulen gibt es keine Nachhaltigkeit. Das Schlagwort “nachhaltig” kann also nicht automatisch mit “naturnah” und “gut” gleichgesetzt werden. 

Holz ist auf jeden Fall ein fantastischer Rohstoff. Doch wir können es uns nicht leisten, diesen Rohstoff in solchen Mengen zu nutzen, dass dabei die Wälder durch intensive Forstwirtschaft übernutzt werden und wir die lebensnotwendigen Ökosystemfunktionen der Wälder verlieren. Hier muss also ein Ausgleich gefunden werden. Die Waldnutzung muss ökologischen Leitlinien unterliegen, damit die Wälder vital und resilient erhalten oder dahin entwickelt werden. Da dies zu einer geringeren wirtschaftlich nutzbaren Holzmenge führt (mehr Holz muss im Wald bleiben), muss unbedingt auch der verschwenderische Umgang mit Holz beendet werden. In erster Linie gilt es auf kurzlebige Wegwerfprodukte zu verzichten (z. B. Papierbecher, Verpackungen, Toilettenpapier), aber auch kein Frischholz in Kraftwerken zur Wärme- und Energiegewinnung zu verbrennen. Bei der Holznutzung muss unbedingt auf die Kaskadennutzung geachtet werden.

Greenpeace hat für ein starkes Bundeswaldgesetz eine 10-Punkte-Strategie anhand von wissenschaftlichen Kenntnissen erstellt. Diese benennt die Probleme mit dem Wald, und der Waldnutzung, und zeichnet auch gleich Lösungswege auf. Die Strategie kannst du hier nachlesen

Unsere Forderungen: 

  • das neue Bundeswaldgesetz muss den Erhalt und Schutz des Waldes priorisieren
  • die Klima- und Naturschutzleistung der Wälder hat Vorrang vor der wirtschaftlichen Nutzung (vor allem Infrastrukturausbau und Holznutzung) 
  • hohe Standards für die naturnahe Waldnutzung in allen Bundesländern
  • in öffentlichen Wäldern müssen die Ökosystemfunktionen vorbildlich erhalten und entwickelt werden
  • für den Privatwald, dass die Ökologiepflichtigkeit des Eigentums als eine Dimension der Sozialpflichtigkeit greift.

Die Waldvision von Greenpeace: In diesem Video kannst du in zwei Minuten mehr dar¨über erfahren. Detaillierte Informationen findest du hier