Wäre hier Gas, Scholz würde bohren

Agnès Lamacz
Agnès Lamacz Greenpeace Ortsgruppe • 1 November 2023
in der Gruppe Greenpeace Freiburg
Gasbohrung Nonewgas

Ob verheerende Waldbrände in Griechenland und Kanada, sintflutartige Regenfälle in Libyen, England und Bangladesh oder Korallenbleiche im Great Barrier Reef – während die katastrophalen Ausmaße der Klimakrise weltweit spürbar sind, setzt die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz weiterhin auf zerstörerisches, fossiles Erdgas.

Der deutsche Gasboom befeuert jedoch nicht nur die Klimakrise… In den nächsten Tagen teilen wir hier und auf social media nach und nach sieben, konkrete Gründe, warum jedes neue Gasprojekt eines zu viel ist!

nonewgas freiburg

 

1. Der deutsche Gasboom befeuert die Klimakrise. Im Koalitionsvertrag der Regierung ist festgelegt, “keine neuen Genehmigungen für Öl- und Gasbohrungen jenseits der erteilten Rahmenbetriebserlaubnisse für die deutsche Nord- und Ostsee zu erteilen”. Aber nun ist Deutschland  an der Ausbeutung neuer Gasquellen beteiligt -  500 Meter entfernt von der „deutschen“ Nordsee in direkter Sichtweite der deutschen Insel Borkum.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

2. Unsere Ozeane sind unser Lebensgarant. Doch wir plündern, zerstören und verschmutzen unser „blaues Wunder“, als ob es kein Morgen gäbe! Systematisch. Industriell. Erbarmungslos.

In unmittelbarer Nähe zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer und mehreren Natura2000-Meeresschutzgebieten, soll eine neue Gasförderplattform installiert werden. Allein der Bau der Pipeline, der Stromleitungen und der Plattform sind zerstörerisch für den Meeresboden. Nahegelegene Riffe, ihre Pflanzen und Tiere könnten nachhaltig in Mitleidenschaft gezogen werden.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

3. Nicht zuletzt verursachen die Bohrungen, die Bauarbeiten und der zusätzliche Schiffsverkehr Lärm. Gerade die bereits stark gefährdeten und daher streng geschützten und geräuschsensiblen Schweinswale der Nordsee werden hierdurch zusätzlich bedroht.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburgnonewgas freiburg

 

4. Unsere Gier nach Ressourcen wie Öl und Gas - auch im Meer - kennt keine Grenzen. Und das angesichts der immer weiter eskalierenden Klima- und Biodiversitätskrise und Menschenrechtsverletzungen.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

5. Der niedersächsische Landtag hatte 2021 zunächst die Zustimmung für Gasbohrungen im Wattenmeer verweigert, da es mit den eigenen Meeres- und Klimaschutzielen nicht vereinbar sei. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine war die Angst einer drohenden Gasmangellage offenbar größer, als die Sorge um eine intakte Umwelt: der Beschluss wurde revidiert. Dabei ignoriert die Landesregierung, dass Deutschland dieses Gas nicht für seine Energieversorgung braucht: Die jährliche Menge an Gas, die vor Borkum gefördert werden könnte, ist vernachlässigbar klein. Nicht einmal ein Prozent des derzeitigen jährlichen Gasbedarfs könnte Deutschland hierdurch zur Verfügung gestellt werden.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

6. Gas zerstört – egal wo und wie es gefördert wird! Erdgas ist klima- und umweltschädlich und befeuert das Artensterben im Meer und an Land. Die aktuelle Gas-Politik der Bundesregierung gefährdet die Gesundheit unserer Meere und von uns Menschen.

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

7. Wind, Sonne, Erdwärme und Wasserkraft – das sind nie endende Energieformen, die uns die Erde quasi schenkt. Sie schonen Umwelt und Klima, sind sicher und bezahlbar. In ihrer Nutzung liegt die Zukunft.

Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Welt darauf verständigt, die Erderhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Damit Deutschland seinen versprochenen Beitrag dazu leisten kann, muss hierzulande noch vor 2040 die Energieversorgung klimaneutral sein. Doch wenn wir heute die richtigen politischen Weichen stellen, können erneuerbaren Energien noch vor 2040 den deutschen Energiebedarf zu 100 Prozent decken!

Erneuerbare Energien statt fossilen Energieträger, Artenschutz statt Ausbeutung, konsequenter Meeresschutz statt rückschrittlicher Gasprojekte. Das Meer ist kein Industriegebiet! Unterschreibe jetzt unsere Petition: https://act.greenpeace.de/industriegebiet-meer-b

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg

 

nonewgas freiburg