Vergangene Woche waren wir zusammen mit dem Heidelberger Bündnis für gerechten Welthandel auf der Straße - und das im wortwörtlichsten Sinne. Mit einem Flashmob ließen sich die Teilnehmer:innen zum Kreischen einer Motorsäge wie tot auf den Boden fallen.

Mercosur (Mercado commun del Sur - gemeinsamer Markt Südamerikas) ist das von der EU geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Wie so viele große Freihandelsabkommen zielt es aber nicht auf das Wohl der Bürger auf beiden Kontinenten ab, sondern erfüllt vorrangig die Interessen multinationaler Konzerne, die auf Profitsteigerung aus sind. Folgen wären unter Anderem steigende Regenwaldzerstörung für Viehzucht und Anbau genmanipulierter Soja als Futtermittel, erhöhter Export giftiger Pestizide und Insektizide aus Europa nach Südamerika (auch von Substanzen, deren Verwendung in der EU verboten ist),  sowie Export von Verbrenner-PKW nach Südamerika, alles verbunden mit massiven CO2-Emissionen. Kleinbauern und indigene Völker im Mercosur-Raum werden durch das Abkommen nicht geschützt und leiden nach wie vor unter Vertreibung und Zerstörung ihrer Lebensräume und -grundlagen.

Am gravierendsten wären die Auswirkungen auf Klima und Artenvielfalt, die die gesamte Menschheit betreffen würden. Ohne den Amazonas-Regenwald gäbe es keine Chance mehr, die Klimakatastrophe noch aufzuhalten. Der Amazonas beherbergt zudem 10 % aller Tierarten und rund 40 000 der auf der Erde vorhandenen Pflanzenarten; etwa 34 Millionen Menschen sind direkt auf den Regenwald als Lebensraum angewiesen.

Greenpeace und das Bündnis für gerechten Welthandel fordern komplette Neuverhandlungen des Abkommens, bei denen Klima- und Naturschutz sowie Menschenrechte oberste Priorität haben. Wir sind nicht gegen Handelsabkommen per se, aber wenn sie in Kraft treten, müssen sie dem Wohl aller Menschen dienen statt den Bilanzwerten börsennotierter Konzerne.

Ihr könnt eine Petition gegen das Abkommen in seiner aktuellen Form auf der Website von Greenpeace Deutschland unterschreiben, sowie eine weitere bei Rettet den Regenwald.

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