Schützt den Nußlocher Gemeindewald!

Janina Hornig Greenpeace Ortsgruppe • 17 Februar 2022
Rodungen im Nußlocher Wald

Der Gemeindewald in Nußloch ist ein wichtiges Naherholungsgebiet. Als Waldmeister-Buchenwald handelt es sich bei diesem Wald sogar um eine besonders hochwertige Form des Buchenwaldes, die auf wertvolle Böden hinweist.

Darüber hinaus sind 86 % des Gemeindewaldes als Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Gebiet ausgewiesen, womit er zu dem europaweiten Schutzgebietsnetz Natura 2000 gehört. Der Schutz dieser Gebiete wird über sogenannte Managementpläne geregelt, aber unsere Verwaltungsorgane haben diesen bislang keine Beachtung geschenkt.

Wälder sind unsere besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel und seine Folgen!

  • Wie alle Pflanzen wandeln Bäume CO2 in Biomasse um und entziehen damit der Atmosphäre CO2. Ältere Bäume (älter als 80 Jahre) speichern pro Jahr wesentlich mehr CO2 als jüngere, nachwachsende Bäume.
  • Wald wirkt wie eine natürliche Klimaanlage, er kühlt die Umgebung ab. In heißen Sommern kann der Kühlungseffekt bis zu 10 °C betragen.
  • Wald schützt bei Starkregen vor Überflutung, da unverdichteter Waldboden wie ein Schwamm wirkt und große Mengen Wasser aufnehmen kann.
  • Ein intakter Buchenwald beherbergt mehr als 6 000 Arten von Lebewesen und ist damit für die Biodiversität von herausragender Bedeutung. Die Artenvielfalt spielt eine wichtige Rolle für die Resilienz unseres Ökosystems.

All diese Funktionen können nur von einem intakten Wald geleistet werden!

Im Herbst 2019 und 2020 wurden im Nußlocher Wald im großen Stil Buchen geerntet, darunter auch eine Vielzahl gesunder und alter Bäume. Dabei sollten im FFH-Gebiet alle durchgeführten Maßnahmen zu einer Erhaltung oder gar Verbesserung des Waldzustands führen!

Die konventionelle Waldwirtschaft mit Schirm- und Kahlschlag führt zu starker Auflichtung des Waldes und damit zur Austrocknung des Waldbodens. Einzelne Buchen werden freigestellt und ihre empfindliche Rinde wird dem Sonnenlicht ausgesetzt, was wiederum zu Sonnenbrand an den Bäumen führt und den Wald schwächt.

Der Mangel an Totholz in unseren stark bewirtschafteten Wäldern führt zur Verringerung der Artenvielfalt, da viele Lebewesen auf Totholz als Nahrung und Brutstätte angewiesen sind. Die Böden verarmen durch den Entzug von Nährstoffen, die mit dem Holz entnommen werden. Das Befahren der Waldwege und Rückegassen mit schweren Fahrzeugen führt zu einer Verdichtung des Bodens und Zerstörung der Mykorrhiza, d.h. des für die Bäume lebenswichtigen Pilzgeflechts im Boden.

Im Rahmen der Forest Rescue Unit hat die Greenpeace-Wald-Kampaignerin Gesche Jürgens zusammen mit uns und der Bürgerinitiative „Waldvision Nußloch“ den Nußlocher Wald am 3. Februar besichtigt.

Während sich die Gemeinde Nußloch das Thema Klimaschutz auf die Fahne geschrieben hat, übersieht sie die naheliegendste und mit geringstem Aufwand realisierbare Möglichkeit, einen echten Beitrag dazu zu leisten.

Greenpeace Mannheim-Heidelberg unterstützt die Nußlocher Bürgerinitiative in ihren Bemühungen, eine naturnahe Waldbewirtschaftung für den Gemeindewald durchzusetzen und die Wälder vor unnötigen Einschlägen zu bewahren. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative hat unsere Gruppe bereits im Sommer 2021 einen Vorschlag für ein ökologisches Leitbild für den Nußlocher Gemeindewald erarbeitet, der dem Nußlocher Gemeinderat zur Verfügung überreicht wurde.

Es wird Zeit für echten Waldschutz im Nußlocher Gemeindewald! Bitte unterstützt die aktuelle Petition der Bürgerinitiative.

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