Info Trasse Ortsumgehung Kleinengstingen

AlbertMages Greenpeace Ortsgruppe • 30 May 2021
in der Gruppe Greenpeace Münsingen
Leiber Trasse für Auto statt Wiese oder Wald für Naherholung? Die Informationen können auch im Internet über die Seiten www.bvwp-projekte.de, siehe Bundesverkehrswegeplan 2030 – Projekt B312-G20-BW-T02-BW eingesehen werden.

Die Planungen für die Neugestaltung des Albaufstiegs im Bereich Unterhausen - Engstingen sind seit einigen Jahren im Gange. In diesem Zuge ist auch auch die Ortsumgehung Kleinengstingen vorgesehen.

Zu dieser im Bundesverkehrswegeplan 2030 derzeitig angedachten Ostumfahrung, von Kleinengstingen durch das Kohltal, informiert die Greenpeace Gruppe Münsingen.
Zu diesem Zwecke sind im Kohltal, dem beliebten Erholungsgebiet mit Spazier- und Radwegen, Schilder mit Informationen sowie einem Stand zum Meinungsaustausch aufgestellt.
Mitglieder*Innen des NaBu-Biosphärenmobil informierten an einem eigenen Stand über die davon betroffene Tier- und Pflanzenwelt vor Ort.

Da das Projekt ab 2025 in die konkrete Planungsphase aufgenommen werden soll, informieren die Gruppierungen gemeinsam frühzeitig zum aktuellen Stand der Planungen. Hierzu hatten sich die Gruppierungen zuvor auf den Regierungsseiten kundig gemacht (www.bvwp-projekte.de,   siehe: Bundesverkehrswegeplan 2030 – Projekt B312-G20-BW-T02-BW).  

„Bei einer Ortsumfahrung, wie auch in diesem Fall, sind doch viele, auch überregionale Aspekte zu betrachten“, so Peter Schultze von der regionalen Greenpeace-Gruppierung.
Wo liegen die regionalen Vor- und Nachteile, wie wirkt sich die Ortsumfahrung aus?“
Die eine Seite ist sicherlich, dass durch die Ortsumfahrung die bisherige Straße vom Verkehr entlastet wird. Auch werden Anwohner im Ortskern von Lärm und Gestank der Fahrzeuge entlastet.
Für den Fernverkehr ist es eine Verbesserung der überregionalen Anbindung.

Auf der anderen Seite fragt man sich: wie weit wirkt sich die Entlastung aus?
Wieviel Verkehr ist bisher durch Zubringerdienste grundsätzlich vorhanden?
Wie weit wirkt sich das Fehlen der bisher anhaltenden Kunden z. B. auf den Einzelhandel vor Ort aus?
Oder bleibt weiterhin viel Durchgangsverkehr durch die guten Einkaufsmöglichkeiten in Engstingen erhalten?
Auch ist festzustellen, dass diese Ortsumfahrung nur für Kleinengstingen eine Entlastung bringen kann, nicht aber für Großengstingen, deren Bundesstraße ein ähnliches Verkehrsaufkommen hat.
Wird es durch die kommende Elektromobilität nicht schon automatisch ruhiger?
Es stellt sich auch die Frage, ob der Tausch „Wald und Flur“ gegen „neue Straßen und Wohn- oder Industriegebiete“ ein guter Tausch ist? Der Flächenverbrauch steigt. Wie wirkt sich so eine Straße aus? Wie weit wirken die Effekte in die umliegende Landschaft ein. Das Naherholungsgebiet geht verloren. Wir werden uns neue Wege und zum Teil längere Anfahrten zur Naherholung suchen. Zudem geht bäuerliches Nutzland geht verloren.

Lt. dem  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit:
Täglich werden in Deutschland rund 56 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Flächenneuinanspruchnahme – kurz Flächenverbrauch – von circa 79 Fußballfeldern. Zwar lässt sich "Fläche" im engeren Wortsinn nicht verbrauchen. Fläche ist jedoch – wie auch der Boden – eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss, um sich seine Lebensgrundlagen zu erhalten. Flächengebrauch ist ein schleichendes Phänomen. Bürger und selbst politische Entscheidungsträger nehmen es kaum wahr. Daher mangelt es weithin am nötigen Problembewusstsein.

Diese Fläche entnehmen wir immer der Natur, - unser aller Lebensgrundlage. Ohne Wälder und Felder keine Kühlung des Klimas, keine Verfügbarkeit von sauberem Grundwasser, keine Biodiversität und...und...und.
Die Fragmentierung greift stark in die ökologischen Funktionen der Natur ein. Durch das Fragmentieren mittels Straßen - das zerschneiden „großer“ zusammenhängender Natur- und Landschaftsflächen in kleinere Parzellen durch die Straßen mit dem darauf erfolgenden Verkehr - tragen wir zur Störung der Natur bei.

Bis zum Jahr 2030 will die Bundesregierung den Flächenverbrauch auf unter 30 Hektar pro Tag verringern.

Diese gegenüber der Nachhaltigkeitsstrategie von 2002 verschärfte Festlegung wurde vom Bundeskabinett bereits im Januar 2017 in der "Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016" festgelegt. Viele ökologische Kreisläufe sind inzwischen so gestört, dass die Wissenschaftler davon reden, dass wir kurz vor einem Kipppunkt stehen, nach dem viele Schäden irreparabel sein werden.
Unsere fragmentierten Wälder bekommen das Klima nicht mehr abgekühlt! Die Gletscher schmelzen und unsere Böden werden trockener! Unsere Insektenwelt ist um über 70% zurückgegangen! Unser Wild hat keine Rückzugs- und Ruheräume mehr!

Daher haben wir uns über jeden Besucher gefreut, der sich informiert und sich Gedanken über das Projekt macht, ausreichend Zeit nimmt, um sich mit dem Für und Wider auseinander zu setzen und sich eine Meinung zu dem Projekt bildet.

Dateien