Zum Gedenken an die Reaktorkatastrophe in Fukushima vor 6 Jahren

Dorothea Winkler Greenpeace Ortsgruppe

 

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Der 11. März 2011 versetzte Japan in einen Ausnahmezustand, der bis heute anhält. Die dreifache Katastrophe forderte mindestens 18 000 Menschenleben. Radioaktive Verseuchung zwang 160 000 Japaner, ihre Häuser zu verlassen. 

Jetzt hebt die Regierung die Evakuierungsmaßnahme auf und stellt mehr als 10 000 Familien vor eine grausame Wahl:

Sollen sie zurückgehen in eine Region, die stark radioaktiv verstrahlt in eine Gegend, in der lediglich rund um die Häuser oberflächlich dekontaminiert wurde Die obersten am stärksten belasteten Bodenschichten sind abgetragen worden und liegen nun in Plastiksäcken verpackt auf lokalen Sammelstellen. Japan steht vor dem Problem, wo das Land die Tonnen verstrahlten Mülls lagern soll, die bei Dekontaminierungsarbeiten in der Evakuierungszone anfallen. Niemand weiß was passieren soll, wenn die Tüten mit radioaktivem Inhalt reißen.

Die Lage um das gesperrte Atomkraftwerk ist heute noch immer schwierig: täglich werden hunderte Tonnen Wasser in die Anlage gepumpt, um die Reaktoren zu kühlen. Ohne diese Kühlung, die noch jahrelang weitergeführt werden muss, stiegen die Temperaturen erneut und führten zu weiteren Kernreaktionen. Inzwischen sind dabei 320 000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser angefallen. Es lagert in Stahltonnen auf dem Gelände der Anlage oder wurde in den Pazifik abgelassen. Mehr als 400 Tonnen verseuchtes Wasser flossen nach dem Unfall ins Meer vor Japan, wo die Strahlung Meereslebewesen trifft und somit am Ende auch in die menschliche Nahrung gelangt.

Im kommenden Jahr werden auch die staatlichen Entschädigungszahlungen für betroffene Haushalte beendet. Das bedeutet für die meisten Evakuierten, dass sie sich wirtschaftlich zur Rückkehr genötigt sehen.

Viele Menschen entscheiden sich dennoch schweren Herzens, nicht zurück zu kommen. Zu groß ist die Angst vor der allgegenwärtigen Strahlung.

Die Regierung möchte den Unfall vergessen machen, eine Normalität erzwingen, die es seit dem 11. März 2011 nicht mehr gibt.

Vier Atomkraftwerke gingen unter der jetzigen Regierung seit dem Super-GAU wieder ans Netz, zwei mussten aufgrund von Gerichtsbeschlüssen wieder abgeschaltet werden.

 "Wir können Tschernobyl und Fukushima nicht ungeschehen machen, aber wir können verhindern, dass es weitere atomare Katastrophen gibt: Indem wir uns gemeinsam für das Abschalten  der Atomkraftwerke und für eine Energiewende einsetzen", sagt Heinz Smital - Atomexperte bei Greenpeace.

 

Fukushima 01

 

Fukushima 03

 

Fukushima 04

 

Greenpeace Ostfriesland nutzte diesen Jahrestag, um an den Unfall zu erinnern. Die Bewohner Emdens wurden darauf hingewiesen, dass nukleare Energie nicht zu kontrollieren ist und ein Unfall unzählige Menschenleben kostet und die Umwelt nachhaltig zerstört. Die Botschaft lautete deshalb: Nur ein Ausschalten der Atomkraftwerke bringt Sicherheit!
An einem Infostand konnten sich Interessierte unter anderem über aktive Atomkraftwerke, die potentiellen Gefahren und Folgen der Atomenergie und über die Notwendigkeit und Umsetzung der Energiewende informieren.

Weitere Informationen zum Thema Fukushima: https://www.greenpeace.de/energiewende-japan

 

 

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