Gewerbegebiete in Remscheid

Jörg Krone @Remscheid • 25. Februar 2026
in der Gruppe Greenpeace Remscheid

Gewerbegebiete in Remscheid     

Sind neue Gewerbegebiete auf der „grünen Wiese“ nötig?

Greenpeace sagt NEIN!

Vorhandene Brachflächen reichen aus.

Unsere Forderung:

Die Nutzung von Brachflächen muss Vorrang haben. Hier gibt es offenbar ein großes Potential, was nicht konsequent genug ausgeschöpft wird. Erst wenn alle Brachflächen genutzt werden, darf an die Versiegelung von Grünflächen gedacht werden.

Nach unseren Recherchen gibt es mindestens 40 ha Brachflächen in Remscheid in unterschiedlicher Qualität. 

Darunter sind leicht erschließbare Flächen wie die „Potentialflächen für betriebliche Entwicklungen“ (Baulandkataster 2015 , aktualisiert 20.10.2022) von 10,5 ha, aber auch schwieriger nutzbarer Flächen, wie offiziell nicht erfasste Brachen von ca. 10 ha, die in privater Hand und sanierungsbedürftig sind (siehe z.B. Fa. Winning BLW, vorm. Thyssen-Krupp). Das ist ein Phänomen vergleichbar mit leerstehenden Wohnungen, die langsam aber sicher verfallen. (Details dazu siehe „Langfassung“)

Hier besteht dringender Handlungsbedarf von Seiten der Verwaltung und der Politik, um diese „schlummernden Schätze“ zu heben. Mit Fördergeldern von Bund und Land und eigenen Mitteln sollten die Eigentümer ermuntert werden, hier tätig zu werden. Alternativ kann die Stadt auch diese Flächen erwerben, schließlich hat man 28 Mio. Euro für die Erdbeerfelder und die Flächen am Gleisdreieck ausgegeben. 

Nur die schwieriger erscheinende Sanierung alter Flächen kann nicht zur Folge haben, dass durch das vermeintlich billige Bauen auf der grünen Wiese unsere natürlichen Lebensgrundlagen für immer zerstört werden.

Auch der von der Stadt Remscheid immer wieder genannte Flächenbedarf von 30 ha und mehr für die nächsten 12 Jahre muss in Frage gestellt werden. 

Diese Berechnung hat methodische Schwächen. 

1) Durch Mehrfachanfragen von Betrieben bei mehreren Städten und Kommunen kommt es zu einem künstlichen Mehrbedarf. Die Bezirksregierung Düsseldorf reagiert auf diese Situation mit einer Halbierung der von den Kommunen genannten Bedarfe.

2) Der aktuelle Strukturwandel in der Remscheider Wirtschaft wird nicht genügend bedacht. Die Automobilzulieferindustrie und die Industrien mit einem hohen Bedarf an fossilen Energien haben große wirtschaftliche Probleme, so dass hier möglicherweise Flächen frei werden. (siehe Edscha, Edessö, Winning BLW usw. usw.)

Die Anzahl der Industrie-Arbeitsplätze geht (auch bei Hochkonjunktur) immer weiter zurück, von 23.500 im Jahr 2000 auf 17.000 in 2018. Durch Automatisierung der Fertigungsprozesse (nicht zuletzt durch KI) wird der Abbau von Arbeitsplätzen weiter zunehmen. Das Argument, es müssten Arbeitsplätze „auf der grünen Wiese“ geschaffen werden, läuft ins Leere.

Demgegenüber hat der Dienstleistungssektor ein enormes Wachstumspotential, sowohl bei den Arbeitsplätzen als auch bei der Wertschöpfung. Dienstleistungsbetriebe brauchen auch keine Flächen auf der grünen Wiese!

Wir dürfen nicht weiter landwirtschaftliche Fläche zu zerstören. Stattdessen sollten für den Ausbau von ökologischem Landbau Anreize geschaffen werden. Ökologisch arbeitende Bauernhöfe haben einen deutlich höheren Personaleinsatz, so dass hier viele Arbeitsplätze entstehen können. 

Wie gesagt: Wir wollen nicht zurück zur Natur – aber ein Leben im Einklang mit der Natur. Industrie wird gebraucht – aber in Maßen!

Das jetzige Vorgehen ist nicht enkeltauglich!

Greenpeace Remscheid

Februar 2026

 

Weitergehende Ausführungen finden Sie in der Anlage „Langfassung“.

 

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