#LütziBleibt

Steffi_K Greenpeace Ortsgruppe • 18 December 2021
in der Gruppe Greenpeace Ulm/Neu-Ulm

Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht – unter diesem Motto hat sich vor mehr als einem Jahr eine Widerstandbewegung formiert. Ihr Ziel ist es, die Enteignung der Bewohner*innen von Lützerath zu verhindern, welche durch den Energieversorgungskonzern RWE droht.

Lützerath ist eines von sechs Dörfern, welche vom Tagebau Garzweiler II in Nordrhein-Westfalen betroffen sind. Keyenberg, Kuckum, Berverath, Oberwestrich und Unterwestrich sind mit dem Koalitionsvertrag und dem damit geplanten Kohleausstieg bis 2030 „gerettet“. Doch Lützerath (und einige Fläche im Tagebauvorfeld) sollen noch zerstört werden und damit dem Abbau von Kohle weichen. Nicht nur in Anbetracht des großen Verlusts von „Heimat“, sondern auch in Hinsicht auf die angestrebte Einhaltung der 1,5°C-Grenze ist diese Räumung nicht sinnvoll – und energiepolitisch sowie energiewirtschaftlich nicht notwendig (Quelle: DIW).

Am 01. Oktober hat die Rodungssaison begonnen. Seither gibt es von einer großen Widerstandsbewegung regelmäßig sonntags Dorfspaziergänge, Menschen haben sich wieder angesiedelt und halten die Stellung im Camp. Auch Aktive aus der Greenpeace-Ortsgruppe Ulm/Neu-Ulm waren schon Vor-Ort, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf diesen Missstand zu lenken. Auch Greenpeace-Aktivist:innen harren Tag und Nacht in einer Mahnwache vor Ort aus, um das Protestcamp zu unterstützen. Ende Oktober wurde symbolisch die 1,5°C-Grenze zwischen Dorf und Grube mit einer Feuerlinie markiert. Am selben Tag gab es eine große Demonstration mit 5.000 Menschen, tollen Reden, vielen schönen Kleinigkeiten, wie Kaffee und Kuchen, und eine Aktion von Ende Gelände.

Am 08. November konnten wir eine Liste mit knapp 150.000 Unterschriften von Greenpeace und „Alle Dörfer bleiben“ an die Ampel-Koalition übergeben mit der Forderung des Abriss-Stopps und dem Erhalt der Dörfer.

Durch das vielseitige Engagement aller Beteiligten konnte der Druck so erhöht und dadurch bereits fünf Dörfer vor der Zerstörung zur Erweiterung des Tagebaus gerettet werden. Die Aktionen reichen von Demos am Tagebau über Laschet-Karnevalswagen bis hin zu spektakulären Aktionen an der NRW-Staatskanzlei und haben das Thema ganz oben auf die politische Agenda gebracht.

Bisher konnten in Lützerath zumindest diese Saison alle Abrissarbeiten verhindert werden und es musste noch kein Baum und kein Haus weichen. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster bezüglich der Enteignung steht noch aus – darum muss der Druck weiterhin aufrechterhalten werden, um Lützerath zu verteidigen.

Lützerath bleibt! Für mehr Klimagerechtigkeit, für 1,5°C, für unsere Lebensgrundlage.