Kaum zu glauben: Vattenfall überlegt Kohlekraftwerk Moorburg stillzulegen

Rainer Zimmermann Greenpeace Ortsgruppe • 5 September 2020

Kaum zu glauben: Laut einem NDR-Bericht überlegt Vattenfall, das Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg schon nächstes Jahr ganz oder teilweise stillzulegen. Das Kraftwerk ist erst seit 2015 in Betrieb und würde nach den Plänen der Bundesregierung noch bis 2038 laufen.

Vorausgegangen war ein vom BUND erstrittenes Urteil des Oberverwaltungsgerichts, dass das Kraftwerk nicht per Durchlaufkühlung mit Elbwasser gekühlt werden darf, sondern den Kühlturm nutzen muss. Das verschlechtert weiter die kaum vorhandene Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.

Vattenfall macht die Entscheidung aber davon abhängig, im Rahmen des Kohle"ausstiegs"gesetzes der Bundesregierung eine Entschädigung zu erhalten - diese könnte bis zu ca. 270 Mio € betragen - und beteiligt sich an der aktuell laufenden Ausschreibung. Die Zuschläge sollen am 1. Dezember bekannt gegeben werden.

Im Fall eines Zuschlags wäre Moorburg allerdings Teil eines festen Stilllegungskontingents der Bundesregierung für Steinkohlekraftwerke - das würde also leider erstmal keine Beschleunigung des Kohleausstiegs bedeuten.

Trotzdem - Moorburg hat Vattenfall ca. 3 Mrd € gekostet - dass trotzdem erwogen wird, es jetzt mit einer im Vergleich sehr kleinen Entschädigung stillzulegen, zeigt, wie weit solche Kraftwerke von der Wirtschaftlichkeit entfernt sind. Und: es lohnt sich zu kämpfen!