Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

Öffentliche Gruppe 373 Mitglieder
  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Gab es ähnliche Biblische Situationen in denen wir heute Weltweit (selbstverschuldet) gerade Leben ???

    .... Seit Anfang des Jahres kämpfen vor allem die Bauern in Äthiopien, Kenia, Somalia, Tansania, Uganda, Sudan und Südsudan gegen hunderte von Millionen kleiner, hektisch umherschwirrender Tierchen, die in Sekundenschnelle komplette Ernten verschlingen, sich unbeirrt fortbewegen und vermehren.

    Die Lage ist nach wie vor äußerst alarmierend, denn neue Heuschreckenschwärme haben sich in Äthiopien, Kenia und Somalia gebildet. Wüstenheuschrecken gehören zu den bedrohlichsten Insekten der Welt: Sie können am Tag bis zu 150 Kilometer zurücklegen und vermehren sich über Larven unglaublich schnell. Das führt in den ohnehin stark ernährungsunsicheren Regionen im Osten Afrikas zu noch mehr Hunger und Armut.

    Ein Heuschrecken-Schwarm kann an einem Tag die gleiche Menge an Nahrung aufnehmen wie etwa 35.000 Menschen.
    Die Kinder in Ostafrika leiden aus vielen Gründen
    Familien und Kinder im Osten Afrikas kämpfen gegen die schlimmste Wüstenheuschrecken-Invasion, die die Region seit mehr als 25 Jahren heimgesucht hat. Hinzu kommen Dürreperioden, verheerende Überschwemmungen und die Corona-Krise, die Gesundheits- und Bildungssysteme lähmt.

    Über 25 Millionen Menschen sind laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in der Region von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Zu den Verlusten der landwirtschaftlichen Ernte, die die Lebensgrundlage für viele Menschen bildet, kommen noch die Weideverluste für viele Viehhirten hinzu. Die Preise für Lebensmittel und Tierfutter sind stark gestiegen.

    Die Heuschreckenschwärme breiten sich aus
    Die Schwärme tauchen nun auch außerhalb des afrikanischen Kontinents auf und erreichen Südasien. Einige der Schwärme gelangten im Juli und im August nach Indien und Pakistan.

    Südasien erlebt bereits jetzt die schlimmste Plage seit Jahrzehnten: Die nepalesische Regierung bietet Landwirten sogar eine Geldprämie für den Fang von Wüstenheuschrecken, die in das Himalaya-Land eindringen. Die Prämie soll ein Anreiz sein, aktiv zu werden und die Schäden möglichst zu begrenzen.

    Regenfälle und Überschwemmungen erschweren den Kampf
    Schwere Regenfälle haben in Ostafrika zwischen März und Mai zu überlaufenden Flüssen, Seen und Schlammlawinen geführt. Der viele Regen begünstigt die Vegetation und bietet somit den idealen Nährboden für die nächste Generation Wüstenheuschrecken.

    Aufgrund der Überschwemmungen wurden in Kenia zusätzlich Hunderttausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Unter diesen Umständen ist es schwer für die Menschen, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Sie können nicht zu Hause bleiben, weil die eigene Wohnung weggespült worden ist.

    Corona-Krise erschwert die Bekämpfung der Heuschrecken
    Um gegen die Heuschrecken-Plage vorzugehen, ist die Bekämpfung der Heuschrecken und ihrer Larven mit Insektiziden aus der Luft das einzig wirksame Mittel. Die Auswirkungen von COVID-19 machen sich jedoch auch hier bemerkbar: Es gibt Schwierigkeiten bei den Lieferketten für Insektizide und Pestizide, der Einsatz von Hilfskräften stockt.

    Die Regierungen und verschiedene Hilfsorganisationen tun alles in ihrer Macht stehende, um eine Nahrungskatastrophe abzuwenden. Sowohl um die Ausbreitung der Heuschreckenschwärme zu stoppen, als auch zur Unterstützung der Lebensgrundlagen der Menschen sind dringend finanzielle Mittel erforderlich.

    Ernteausfälle durch Heuschreckenplage
    UNICEF-Mitarbeiter in Äthiopien sehen bereits eine erste Tendenz: Familien und Kinder aus den Gemeinden, die in den von den Wüstenheuschrecken heimgesuchten Gebieten leben, sind stärker von Unterernährung betroffen. Allein in Äthiopien hat die Heuschreckeninvasion 50 Prozent der verfügbaren Weideflächen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten seit Beginn der Plage vernichtet.

    Schwere akute Mangelernährung ist eine der verheerendsten Folgeerscheinungen für viele Kinder in Ostafrika. UNICEF geht davon aus, dass die Zahl der Kinder in Äthiopien, die dieses Jahr wegen Mangelernährung behandelt werden müssen, um 24 Prozent und somit auf 570.000 Kinder ansteigen wird.

    Außerdem fehlt etwa einer Million Kinder aus den ärmsten Familien durch die Schulschließungen aufgrund von Corona-Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen eine feste Mittagsmahlzeit, die oft die einzige Nahrungsquelle darstellt.

    .... wenn die Menschheit nicht erkennt wohin Sie sich bewegt durch Ihre Maßlosigkeit, Gier, Wollust ... "das Gottlose Leben" -wird immer bestraft-
    Wer aus der Geschichte nicht lernt, ist gezwungen Sie zu wiederholen !
    Die Natur / das Leben an sich, benötigt uns nicht- das sollten wir alle niemals vergessen ... aber wir benötigen die Natur / das Leben !

    Bitte lieber Gott lass Erkenntnis und Weisheit der Menschheit zukommen ... schauen wir uns doch mal um, was wir in den letzten ungefähr 50 bis 70 Jahren durch angeblichen "Fortschritt" für ein wirkliches Chaos und Tod hinterlassen als Menschen ... und da meinen die Politiker schauen die übergeordneten Kräfte zu ???
    Niemals.

    Ich bete für uns-
    Der Glaube an Gott und das Er eingreift ist wichtiger denn je-
    Bevor wirs endgültig versauen !
    Unsere armen Kinder und Kindeskinder ...
    Da kann man sich nur noch schämen.

  • Udo Lindenberg unterstützt die Kampagne gegen Billigfleisch von Greenpeace mit einem Video, dass wir angesichts der aktuellen Skandale rund um Tönnies produziert haben.
    Darin wird die Cover-Version des Lindenberg Hits „Mach dein Ding“ aufgegriffen, gesungen von der Figur Clemens Tönnies, dem Fleischbaron, höchst persönlich. Nach den ersten Zeilen, in denen sich Tönnies über seine skrupellosen Machenschaften auslässt, unterbricht Udo und erklärt, dass die Ausbeutung von Menschen und Tieren so gar nicht sein Ding sei. Mit dem Video macht er auf unseren offenen Brief an Julia Klöckner aufmerksam: „Stoppt die perverse Billigfleischproduktion“ ist seine Botschaft, über die wir uns natürlich sehr freuen.
    www.youtube.com/watch?v=MU3Zx8Fxc3Y

  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Mensch zerstört Artenvielfalt und zerstört sich dabei noch selbst ! ! !

    Die Menschheit sorgt in rasantem Tempo dafür, dass immer mehr Tier- und Pflanzenarten verschwinden. Das geht aus einem aktuellen UN-Bericht hervor. Die Folgen sind so dramatisch, dass sie den Menschen selbst bedrohen.

    Für Viehzucht abgeholzter und verbrannter Regenwald in Brasilien
    Für die Viehzucht abgeholzter und verbrannter Regenwald in Brasilien.
    Bildrechte: imago/epd Vorlesen
    Rund eine Million der acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit vom Aussterben bedroht +++ 20 Prozent aller Arten seit Anfang des 20. Jahrhunderts unwiederbringlich verschwunden. +++ 70 Prozent mehr invasive Arten, die das ökologische Gleichgewicht in allen Weltregionen verändern.

    Die Fakten des Global Assessment Report, den der Weltbiodiversitätsrat IPBES am Montag (6. Mai 2019) in Paris präsentiert hat, zeichnen ein beängstigendes Bild vom Zustand unserer Erde.

    "ERODIEREN UNSERE EIGENE BASIS"
    IPBES-Präsident Robert Watson
    IPBES-Präsident Watson: Weltgemeinschaft muss Weg vom Ziel des Wachstums.
    Bildrechte: imago/Agencia EFE
    "Wir erodieren global die eigentliche Basis unserer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, Nahrungsmittelsicherheit und Lebensqualität", warnt IPBES-Präsident Robert Watson. Die Weltgemeinschaft müsse sich dringend abwenden von wirtschaftlichem Wachstum als zentralem Ziel, hin zu nachhaltigeren Systemen.

    Tatsächlich war das Ausmaß des Artensterbens in der Geschichte der Menschheit noch nie so groß wie heute. Und das große Sterben geht weiter. Drei Viertel der Naturräume auf allen Kontinenten wurden vom Menschen bereits erheblich verändert, in den Meeren sind es zwei Drittel.

    20 PROZENT WENIGER ARTEN
    Nördliches Breitmaulnashorn unter einem Busch im Ziwa Rhino Sanctuary in Uganda
    So gut wie ausgestorben: Das Nördliche Breitmaulnashorn.
    Bildrechte: IMAGO
    In den meisten Lebensräumen auf dem Land schwand die Zahl der natürlich vorkommenden Arten laut dem Global Assessment Report im Schnitt um mindestens 20 Prozent. Die meisten davon starben seit 1990 aus. Mehr als 40 Prozent der Amphibienarten, fast 33 Prozent der riffbildenden Korallen und mehr als ein Drittel aller Meeressäuger sind bedroht. Aber auch bei Nutztierrassen schwindet die Vielfalt unaufhörlich: So starben bis 2016 mehr als neun Prozent der zur Nutzung als Fleischlieferant oder Arbeitstier domestizierten Säugetierrassen aus.

    MEHRERE FAKTOREN
    Die Autoren der IPBES-Studie gewichteten die Hauptursachen für den verheerenden Wandel wie folgt: Den größten Einfluss hat demnach die veränderte Nutzung von Land und Meer, gefolgt von der direkten Ausbeutung von Tieren und Pflanzen. An dritter Stelle steht der Klimawandel. Danach folgen Umweltverschmutzung und die Verbreitung von fremden, also invasiven Arten.

    HAUPTPROBLEM BEVÖLKERUNGSWACHSTUM
    Prognose der Vereinten Nationen zur Entwicklung der Weltbevölkerung
    Laut einer Prognose der UN wächst die Weltbevölkerung rasant weiter.
    Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
    Zahlreiche dieser Entwicklungen hängen dem Bericht zufolge vor allem mit dem rasanten Wachstum der Weltbevölkerung zusammen. So hätten sich die landwirtschaftlichen Ernteerträge seit 1970 verdreifacht und der Holzeinschlag sogar nahezu verdoppelt. Zudem würden jährlich fast 60 Milliarden Tonnen Rohstoffe und Ressourcen abgebaut. Das seien fast doppelt so viele wie 1980. Die mit Städten bebaute Gesamtfläche sei inzwischen mehr als doppelt so groß wie noch 1992. Gar verzehnfacht habe sich seit 1980 die Verschmutzung mit Plastikmüll.

    MENSCH BEDROHT SICH SELBST
    Der damit einhergehende Verlust an Artenvielfalt geht dem Global Assessment Report zufolge mittlerweile soweit, dass er den Menschen selbst bedroht. Aufzuhalten und umzukehren sind die negativen Entwicklungen nach Ansicht der Autoren des Berichts nur, wenn auf allen Ebenen unverzüglich und konsequent gegengesteuert werde.

    Dabei betonen sie, dass der Verlust an Biodiversität kein reines Umweltthema ist. Entwicklung, Wirtschaft politische Stabilität und soziale Bewegungen wie etwa Flüchtlingsströme hingen direkt damit zusammen.

    Noch sei es aber nicht zu spät für Gegenmaßnahmen, erklärte IPBES-Chef Watson, "aber nur, wenn wir sofort auf allen lokalen bis globalen Ebenen damit beginnen".

    Global Assessment Report
    Am aktuellen Global Assessment Report arbeiteten arbeiteten drei Jahre lang 150 Experten aus 50 Ländern. 15.000 wissenschaftliche Arbeiten und verlässliche Quellen wurden für den Bericht ausgewertet.

    Wie Dumm sind wir eigentlich als ganzes wirklich ???
    Es ist so traurig- und ich kann es kaum begreifen das wir so sind . . .

  • Die Geschichten rund um den Mega-Fleischkonzern Tönnies reißen nicht ab. Tönnies hat über 9000 Beschäftigte mit Werkverträgen. Diese sollen staatlich untersagt werden. Die Tönnies-Gruppe hat nun kurzfristig 15 neue Tochterfirmen gegründet.

    Es ist an der Zeit, dass grundlegende Veränderungen für eine ökologische Agrarwende stattfinden und Billigfleisch keine Zukunft hat.

    Unterschreibt den offenen Brief an Julia Klöckner für eine strenge EU-Agrarreform:

    und werdet Teil der Bewegung gegen Billigfleisch:

    Hier ein Video vom Greenpeace Protest am 16. und 17. Juli.

  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Globale Erwärmung schreitet schnell voran !

    Inmitten der Viruskrise steuert die Klimakrise womöglich einem neuen Höhepunkt entgegen. 2020 könnte zum wärmsten Jahr seit Beginn der weltweiten Temperaturaufzeichnungen im 19. Jahrhundert werden.

    Bisher hält das Jahr 2016 diesen Rekord – aber damals war es nicht nur wegen des Klimawandels so warm, sondern auch wegen El Niño. Bei diesem natürlichen Klimaphänomen, das alle zwei bis sieben Jahre wiederkehrt, erwärmt sich über komplexe Wechselwirkungen der Ostpazifik vor Peru, was zu steigenden Temperaturen in weiten Teilen der Welt führt.

    Sollte 2020 auch ohne El-Niño-Effekt zum heißesten Jahr werden, so wäre dies ein weiterer Beleg dafür, wie schnell die globale Erwärmung voranschreitet – selbst in einem Jahr, in dem die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) wegen der weltweiten Corona-Lockdowns kurzfristig sogar gesunken sind.

    Außergewöhnlich milder Winter und warmer Frühling
    Hauptverantwortlich für das Rekordpotenzial von 2020 sind die Klimaereignisse, die sich derzeit in der Arktis abspielen. Sie erwärmt sich schon seit Jahren mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt.

    Besonders betroffen ist aktuell Sibirien. Ein ganz außergewöhnlich milder Winter mündete dort in einen ganz außergewöhnlich warmen Frühling und dieser in einen geradezu infernalen, trockenen Sommer.

    Die Durchschnittstemperaturen in Sibirien lagen zwischen Januar und Juni teils um bis zu neun Grad Celsius höher als im langjährigen Mittel. Dazu kommt extreme Trockenheit. Besonders im Osten Sibiriens brennen deshalb schon seit März die Wälder.

    Wegen Corona ist es für die russischen Behörden schwieriger, die Feuer unter Kontrolle zu bringen; anders als letztes Jahr wurde die russische Armee bisher seltener gegen die Flammen eingesetzt. Die Brände sind auch deshalb noch zahlreicher und größer als die des vergangenen Sommers, die ihrerseits bereits doppelt so intensiv wüteten wie in der Taiga üblich.

    Beißender Rauch liegt in der Luft
    Der europäische Copernicus Atmosphere Monitoring Service erwartet, dass die Wald- und Torfbrände bis in den August anhalten werden. Allein im Juni hätten sie eine Menge an Treibhausgasen freigesetzt, die 56 Millionen Tonnen CO2 entspricht (im selben Monat des Vorjahres waren es noch 53 Millionen Tonnen). Das ist fast so viel wie das nahe Düsseldorf gelegene Braunkohlekraftwerk Neurath, Deutschlands größte CO2-Schleuder, in zwei Betriebsjahren ausstößt.

    Für die Menschen Sibiriens ist dieser Sommer hart. In zahlreichen Regionen liegt beißender Rauch in der Luft. Dichte Schwärme von Moskitos schwirren umher. Viele Fischer fangen mit ihrem üblichen Gerät kaum noch Fische, denn die haben sich in tieferes, kühleres Wasser zurückgezogen.

    Die warme Luft vor der sibirischen Küste hat auch dem Meereis zugesetzt und es früh weggeschmolzen. Die Laptew- und Barentssee sind jetzt eisfrei. Seit Beginn der Aufzeichnungen hat es zu diesem Zeitpunkt im Jahr noch nie so wenig Meereis in der Arktis gegeben.

    Sibirische Permafrostböden tauen auf
    Die Schmelze wird noch viele Wochen anhalten. Erst Mitte September erreicht die Ausdehnung der Eisfläche normalerweise ihr Minimum. Am wenigsten arktisches Meereis gab es 2012, doch wenn sich der bisherige Trend fortsetzt, könnte das Katastrophenjahr 2020 diesen Negativrekord locker brechen.

    Die hohen Lufttemperaturen und die Feuer bringen auch zu Lande das Eis im Untergrund zum Schmelzen: Sie tauen die sibirischen Permafrostböden auf. Diese Relikte der Eiszeit enthalten enorme Mengen von teils Jahrzehntausende altem organischem Material.

    Wenn es nicht länger permanent gefroren bleibt, sorgen Mikroorganismen dafür, dass sich diese Pflanzenrückstände zersetzen. Und dabei entweichen CO2 und Methan, insbesondere Letzteres ist ein hochwirksames Klimagas.

    Die Menge an CO2, die aus den Permafrostböden von Sibirien, Alaska, Kanada und Skandinavien austreten könnte, ist atemberaubend. Forscher schätzen, dass sie 1,5 Billionen Tonnen Kohlenstoff speichern, dies entspräche fast doppelt so viel, wie derzeit an CO2 in der Atmosphäre vorhanden ist.

    Teufelskreis in der Arktis-

    Sowohl bei der arktischen Eisschmelze als auch beim Verlust des Permafrosts steuert die zusehends wärmere Welt auf Kipppunkte zu – auf gefährliche Schwellen, hinter denen es kein Zurück mehr gibt. Denn Meereis ist hell und reflektiert deshalb große Teile des einstrahlenden Sonnenlichts zurück in den Weltraum.

    Wenn dieses Eis schmilzt, bleibt eine dunkle Wasseroberfläche zurück, die Energie absorbiert und sich folglich aufheizt, wenn Sonnenlicht einfällt. Das wärmere Wasser bringt umso leichter weitere Eisflächen zum Schmelzen, und so kommt es in der Arktis zu einem Teufelskreis.

    Ganz ähnlich verhält es sich bei den Permafrostböden. Je wärmer es wird, desto mehr CO2 steigt aus ihnen in die Atmosphäre auf. Dort sorgt es als Treibhausgas dafür, dass es noch wärmer wird in den Permafrostgebieten, die dann noch stärker tauen und zusätzliches CO2 freisetzen. Die Arktis droht sich daher zunehmend in eine bedeutende CO2-Quelle zu verwandeln, die den weltweiten Klimawandel beschleunigt.

    Von tauenden Permafrostböden geht aber noch eine weitere Gefahr aus. Auf dem festen, eisigen Untergrund haben Menschen Häuser errichtet, Industriegebäude, Pipelines, Schienen und Straßen – und plötzlich verlieren diese in der Schmelze ihren Halt.

    Ende Mai kollabierte angejahrter Tank
    45 Prozent der Anlagen zur Öl- und Gasgewinnung in Sibirien sind wegen des chronischen Tauwetters bis zum Jahr 2050 strukturell bedroht, hieß es schon Ende 2018 in einer Studie, die im Fachblatt "Nature Communications" erschien. Wie recht die Autoren mit ihrer Prognose hatten, zeigte sich schneller als erwartet.

    Ende Mai kollabierte ein angejahrter Tank auf einem Industriegelände in der sibirischen Großstadt Norilsk – offenbar weil der inzwischen zu weiche Boden seine Pfeiler nicht länger tragen konnte. Rund 20.000 Tonnen Diesel ergossen sich in die Tundra und in den Fluss Ambarnaja, der den Kraftstoff bis in das Nordpolarmeer abzuleiten droht. Ein Ölfilm hat sich bereits über Hunderte Quadratkilometer auf Land und Wasser ausgebreitet.

    Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte den Notstand; Fachleute erwarten, dass die Reinigungsarbeiten in dem hochempfindlichen Ökosystem viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte dauern könnten.

    Die Katastrophe gilt inzwischen als ähnlich verheerend wie der Unfall des Öltankers Exxon Valdez, der 1989 vor Alaska auf Grund gelaufen war und den Prinz-William-Sund mit 40.000 Tonnen Erdöl verseucht hatte. Hunderttausende Vögel und Fische gingen damals zugrunde; viele Bestände haben sich bis heute nicht erholt.

    Ist der Mensch zweifelsfrei schuld an der Hitzewelle in Sibirien?
    Die Folgen der Erwärmung sind also drastisch, nur: Sind der Mensch und sein Ausstoß an Klimagasen zweifelsfrei schuld an der so folgenreichen, sechsmonatigen Hitzewelle in Sibirien? Oder lassen sich die Rekordtemperaturen auch damit erklären, dass es eben immer wieder zu Wetterextremen kommt? 14 Wissenschaftler aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Russland, der Schweiz und den Niederlanden haben diese Frage im Eiltempo untersucht.

    Sie gingen dabei nach wissenschaftlich anerkannten Methoden aus der jungen Disziplin der Zuordnungsforschung vor. Sie will ermitteln, wie viel Klimawandel in einzelnen Wetterereignissen steckt.

    Im Rechner bauten die Experten das Klima des Jahres 1900 nach, als das vom Menschen freigesetzte CO2 noch keine große Rolle spielte. Parallel dazu modellierten sie das aktuelle Klima, in dem der Anteil von CO2 in der Atmosphäre höher ist als je in den letzten drei Millionen Jahren.

    Dann ließen sie die Computer durch die Daten pflügen, um eine Antwort zu finden auf die Frage: Wie wahrscheinlich waren sechs Monate Sibirienhitze vor 120 Jahren im Vergleich zu heute? Das Ergebnis fällt eindeutig aus. Der Klimawandel hat das Risiko für einen solchen Wetterverlauf um mehr als das 600-Fache erhöht.

    Derartige Hitzewelle höchstens alle 130 Jahre
    In einer Welt ohne Klimawandel könnte es ein vergleichbares Ereignis nur alle 80.000 Jahre geben, urteilt die an der Studie beteiligte deutsche Physikerin Friederike Otto von der University of Oxford. Selbst in Zeiten der globalen Erwärmung sei mit einer derartig intensiven Hitzewelle höchstens alle 130 Jahre zu rechnen.

    In dieser Aussage, immerhin, liegt Anlass für einen Funken Optimismus. Offenbar ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass Sibirien 2021 die Fortsetzung oder gar eine Verschlimmerung des diesjährigen Hitzedesasters erleben wird. Wahr ist allerdings auch: Wenn der CO2-Gehalt der Atmosphäre wie bisher ansteigt, könnte Sibirien in Zukunft zum Schauplatz noch viel stärkerer Hitzewellen werden.

    In Paris haben die Staaten der Welt 2015 das Ziel festgeschrieben, die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts auf nicht mehr als 2 Grad Celsius, besser noch auf 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken.

    Doch schon jetzt, so heißt es in einem neuen Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), ist die Welt im Schnitt mehr als ein Grad wärmer als noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

    Weltweit heißester Januar überhaupt
    Nach Erwartung der WMO werden sich alle bewohnten Regionen der Erde bis 2024 weiter erwärmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines der kommenden Jahre das Pariser Klimaziel von 1,5 Grad übertrifft, gibt sie mit 20 Prozent an. Das bedeutet: Selbst wenn 2020 ein Rekordhitzejahr wird, würde der nächste Rekord wohl nicht lange auf sich warten lassen.

    Noch ist nicht ausgemacht, ob 2020 in die Annalen eingehen wird. Der Januar war der weltweit heißeste Januar überhaupt. Die folgenden Monate bis Mai blieben sehr warm, übertrafen aber nach Darstellung der US-Wetterbehörde NOAA die Messwerte des Jahres 2016 nicht.

    Der Juni erreichte in der Rangliste aller Junimonate Platz drei, hinter 2016 und 2019. Schon seit 44 Jahren, so haben NOAA-Statistiker ausgerechnet, ist jeder einzelne Juni wärmer als der Durchschnittsjuni des 20. Jahrhunderts.

    Noch im April erwarteten NOAA-Forscher mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent, dass 2020 rekordheiß würde. Jetzt zweifeln sie daran. Der Grund: Sie haben erste Hinweise dafür, dass ein La-Niña-Ereignis von diesem Herbst an bis ins nächste Frühjahr eintreten könnte.

    2022 könnte alle bisherigen Temperaturrekorde brechen
    Dieses Klimaphänomen ist das genaue Gegenteil von El Niño. Es sorgt dafür, dass mehr kaltes Wasser aus den Tiefen des Ostpazifiks vor Peru aufsteigt. In der Folge sinken vielerorts die Meerestemperaturen, was eine kühlende Wirkung auf die Luft entfaltet. La Niña könnte daher 2020 degradieren – vom womöglich heißesten zu einem der heißesten Jahre, so wie jedes einzelne seit 2013.

    Gewonnen ist damit natürlich nichts. Der Klimawandel geht weiter, solange die CO2-Emissionen steigen. Sobald La Niña abflaut, könnte schon 2022 alle bisherigen Temperaturrekorde brechen.

    Anm. d. Red: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, laut Schätzungen von Forschern seien 1,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoff in den Permafrostböden gespeichert. Tatsächlich sind es 1,5 Billionen Tonnen. Wir haben die entsprechende Passage angepasst.

    Was das für Tiere, Pflanzen - uns, unsere Kinder und vor allem unsere Kindeskinder bedeutet wissen wir nur zu gut ...
    Es ist traurig zu erleben, das die Alten - Schriften über die "Menschheit" sich zu erfüllen scheinen!
    Möge Gott dem Leben gnädig sein.


  • Liebe Aktive,
    hier ein Feedback und eine Bitte zu unserer Online-Billigfleisch-Aktion um den 26. Juni an Julia Klöckner. https://greenwire.greenpeace.de/billigfleisch-stoppen-protestiere-auf-t…
    Zunächst einmal vielen Dank an alle, die mitgemacht haben für euren großartigen Einsatz für eurer Feedback, dass ihr euch eine Mitmachmöglichkeit neben den Sozialen Medien wünscht. Gehört und verstanden!
    Wir haben auf diese Weise deutlich gemacht, dass so viele Menschen in Deutschland die Zustände in der Fleischindustrie nicht tolerieren, und von der zuständigen Politikerin erwarten, dass sie endlich Konsequenzen zieht.
    Leider haben wir anschließend von mehreren Twitter-User*innen das Feedback bekommen, dass sie auf ihre kritischen Tweets hin vom Account der Ministerin Klöckner blockiert wurden. Wie sieht so eine Blockierung aus? Zunächst einmal wichtig fürs Verständnis: Nicht Tweets werden blockiert, sondern User-Profile, also zum Beispiel dein Account. 
    Man bekommt keine Benachrichtigung, sollte man blockiert worden sein. Erst wenn man auf den Klöckner-Account geht, kann es sein, dass man das so wie auf dem Bild sieht.
    Sollte das nach unserer Aktion in Masse stattgefunden haben, dann wäre das mehr als empörend. 
    Es bedeutet unter anderem, dass Menschen, die sie kritisiert und zum Handeln aufgefordert haben, sich nicht mehr über den offiziellen Kanal der Bundesministerin informieren können.
    Eine Ministerin muss Kritik aushalten können – auch in Form von Hunderten von nervigen Tweets.
    Blockierungen sind ein (richtiges und wichtiges!) Mittel, sich gegen Beleidigungen zu wehren – nicht, um kritische Bürger*innen abzuwimmeln.
    Deshalb unsere Bitte – solltet ihr bei der Aktion über Twitter mitgemacht haben (selbstverständlich nur mit unseren nicht-beleidigenden Tweet-Vorlagen oder euren
    nicht-beleidigenden eigenen Tweets)  dann schaut einmal kurz nach, ob ihr blockiert wurdet. Wenn ja, dann, meldet euch bitte bei mir, Alina, alina.doht@greenpeace.org. Wir sammeln das, und gehen dem nach.
    Herzliche Grüße - Alina aus dem Team Agarwende

  • Hallo zusammen, dieses Plakat hängt seit gestern direkt gegenüber von unserem Greenpeacebüro (Cottbus). Echt provokant.... Habt ihr solche Plakate bei euch auch schon entdeckt? Wie geht ihr damit um? Dürfen wir bekleben?

  • Für einen grundlegenden Wandel in der Fleischindustrie demonstrierte Greenpeace gestern am Fleischwerk des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Dort ist der Schlachtbetrieb wieder angelaufen. Mit motorisierten Gleitschirmen sind die Aktivist*innen auf dem Dach des Hauptgebäudes gelandet und forderten auf einem 7 mal 14 Meter großen Banner neben dem Firmenlogo von Tönnies „Schluss mit dem Schweinesystem!“. Wegen massenhafter Corona-Infektionen unter den Beschäftigten wurde der Betrieb am 21. Juni eingestellt. Tönnies hatte hier bis zu 30.000 Schweine am Tag geschlachtet. Das System Billigfleisch ist komplett krank und nicht nur für die Beschäftigten der Fleischindustrie in Corona-Zeiten ein Gesundheitsrisiko. So darf es nicht weitergehen. Die Produktion von Billigfleisch gefährdet uns alle - über die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen, Nitrat im Wasser, Ammoniak in der Luft und klimaschädliche Emissionen.

  • Sollte GP die Allianz nicht ebenfalls unterstützen?

  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Das Bienensterben ist inzwischen allseits bekannt, doch auch um Schmetterlinge steht es schlecht. Naturschützer machen sich Sorgen: Selbst viele weit verbreitete Arten sind vom Aussterben bedroht.

    Schmetterlinge sind das Sinnbild für Leichtigkeit, Sommer, Schönheit. Im Sonnenschein flattern sie von Blüte zu Blüte - ein Wunder der Natur.

    Kleine Kinder sind begeistert, wenn sich die "Raupe Nimmersatt" aus dem gleichnamigen Bilderbuch in einen wunderschönen Schmetterling verwandelt. Doch Eric Carles Buch ist mehr als 50 Jahre alt.

    Würde er die Geschichte heute schreiben, klänge sie wohl trauriger. Denn trotz vieler Appelle sehen Naturschützer die Lage der geflügelten Insekten mit großer Sorge.

    60 Schmetterlingsarten sind ausgestorben
    Mindestens 60 Schmetterlingsarten seien in Deutschland bereits ausgestorben, schreibt das Bundesamt für Naturschutz in Bonn. 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet. Insgesamt gebe es rund 3.700 Arten.

    "Selbst viele Allerweltsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge oder der Kohlweißling sind im Bestand merkbar rückläufig", sagt Andreas Segerer, stellvertretender Direktor der Zoologischen Staatssammlung München und Experte für Lepidoptera, wie Schmetterlinge wissenschaftlich heißen. "Der Artenrückgang geht quer durch die Bank."

    Segerer macht das am Beispiel eines Naturschutzgebietes im Donautal in Regensburg deutlich. Dort würden seit mehr als 200 Jahren Daten über Schmetterlinge gesammelt. 39 Prozent von mehr als 120 Arten seien dort mittlerweile verschwunden, etwa die Hälfte davon allein in den letzten 20 Jahren. "Das zeigt die Dynamik besonders dramatisch."

    Landwirtschaft, Dürreperioden und Hitze setzten Schmetterlingen zu
    Die Gründe sind nach Einschätzung der Experten vielfältig. Der Klimawandel mit langen Dürreperioden und Hitze ist einer davon, ebenso die intensive Landwirtschaft. Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin verweist auf den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln und auf das häufige Mähen von Wiesen. Der Verlust artenreicher Wiesen und Weiden sei dramatisch, sagt Wessel, beim BUND für Naturschutzpolitik zuständig. Er hofft auf das geplante Insektenschutzgesetz der Bundesregierung und auf ein Verbot des Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

    Schmetterlinge bräuchten nährstoffarme, offene und blütenreiche Landschaften und lichte, naturnahe Wälder, erklärt Segerer. Doch solche Biotope gebe es fast nur noch in Schutzgebieten. "Diese sind aus der Vogelperspektive nur noch winzige Inseln inmitten einer für alle Arten lebensfeindlichen Agrar- und Betonwüste", bemängelt der Schmetterlingskundler. "Die Arten sind auf ihrer Insel gefangen, es mangelt an genetischem Austausch und birgt die Gefahr von Inzucht."

    Lichtblick für Naturschützer: "Rettet die Bienen"
    Trostlos für Insekten sieht es auch oft in Dörfern und Städten aus - Stichwort Schottergärten. Zwar sind sie vielerorts bereits verboten. "Aber es gibt immer noch genügend Neubaugebiete, die trotzdem noch mit diesen Schotterwüsten zugepflastert werden", bemängelt Markus Erlwein vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). "Da geht wichtiger Lebensraum verloren, die müssen uncool werden."

    Ein Meilenstein war für Naturschützer das Volksbegehren "Rettet die Bienen", das in Bayern fast 1,75 Millionen Menschen unterschrieben hatten. Im Juli 2019 verabschiedete der Landtag daraufhin strengere Regeln im Umwelt-, Natur- und Artenschutz, nicht nur für Bienen. Biotope sollen besser vernetzt, Gewässerrandstreifen mehr geschützt, der Einsatz von Pestiziden eingeschränkt und der ökologische Anbau ausgebaut werden.

    Blühpatenschaften gut prüfen
    Als große Hoffnung gelten vielerorts zumindest in Bayern Blühpatenschaften. Die Paten zahlen einen Geldbetrag und der Landwirt sät dafür auf ausgewählten Flächen eine Blühmischung aus. Eine gute Idee, doch Naturschützer raten, die Angebote gut zu prüfen. Sie seien gut gemeint, erfüllten aber nicht immer ihren Zweck, etwa wenn Blumen ausgesät würden, die nur den Honigbienen nutzten. Zudem sollte eine Blühfläche mindestens fünf Jahre lang bleiben, nicht nur einen Sommer. "Sie beherbergen auch viele Überwinterer und Larvenstadien von Insekten", schreibt der LBV im Internet. Würden die Flächen dann im Herbst gemulcht oder umgebrochen, würden dort lebende Tiere vernichtet.

    Doch es kommt nicht nur auf bunte Blumen an. "Wenn die Raupen keine Futterpflanzen haben, bringen die Blühpflanzen gar nichts, weil die Raupen gar nicht zum Schmetterling werden", erklärt Erlwein. Jede Art hat ihre Vorlieben. Beim Tagpfauenauge und beim Kleinen Fuchs sind es die Brennnesseln. Andere brauchen etwa Gräser, Sauerampfer oder Klee - Unkraut nach Meinung vieler Hobbygärtner. "Mut zur Wildnis", rät Erlwein. "Auch mal faul sein im Garten, etwas wachsen lassen". Das empfiehlt auch der Lepidopterologe Segerer: "Ein Garten, der einen eher schlampigen Eindruck macht, ist für Insekten sexy und das sollte sich auch in den Köpfen der Leute ändern."