Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

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  • Kaufland hat diese Woche (22.10.-28.10.) Billigfleisch (Haltungsstufe 1) auch wieder im Werbeprospekt:
    https://www.kaufland.de/prospekte.html (Seite 22+23)
    Wobei auch fairerweise erwähnt werden muss, dass im gleichen Prospekt auf den Seiten 20/21 und 26/27 Fleisch der Haltungsstufe 3 und das Tierwohl allgemein beworben wird.

  • Trotz der leider dürftigen Abstimmung zur EU-Agrarreform wie unten berichtet, nochmal an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die sich bis mit ihrer Unterschrift, mit ihren Gesprächen mit den Abgeordneten oder mit den Bürger*innen auf der Straße für eine Agrarwende eingesetzt haben. Bitte bleibt alle dran - es geht weiter. Der Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt geht der Ball bei Frau Klöckner. Unterzeichnet auch den Offen Brief an die Bundeslandwirtschaftsmnisterin, falls noch nicht geschehen. https://act.greenpeace.de/krankes-system-billigfleisch

    Und hier ein paar Impressionen von der der virtuellen Übergabe der Petition mit 111000 Unterschriften an Norbert Lins, dem Vorsitzenden des Agrarausschusses im EU-Parlament. Danke!!

  • Ökologische Agrarwende? Fehlanzeige: Das EU-Parlament hatten gestern Nacht über die Kernpunkte der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) für die kommenden sieben Jahre abgestimmt. Mit der Mehrheit der drei größten Fraktionen (EVP, S&D und Renew) wurde ein Kompromisspapier verabschiedet, ohne dass Änderungsanträge von Abgeordneten mit Forderungen nach mehr Umwelt- und Klimaschutz in der GAP berücksichtigt wurden. Dass die Abstimmung mit Verfahrenstricks vorgezogen wurde, um eine angemessene Auseinandersetzung mit dem Kompromisspapier zu verhindern, stieß im Parlament auf große Verärgerung. Der Schutz unserer Lebensgrundlagen und des Klimas wurde einfach durch Trickserei und einen schlechten Kompromiss aufs Spiel gesetzt.. Die SPD muss sich fragen lassen, warum sie sich beim größten Posten des EU-Haushalts in Höhe von 390 Milliarden Euro auf dieses schmutzige Spiel mit Konservativen und Liberalen eingelassen hat.
    Der beschlossene Kompromiss ist leider Greenwashing übelster Sorte. Das Geld der Steuerzahler*innen fließt nun ohne Umweltvorgaben weiterhin größtenteils als Direktzahlungen, von denen besonders Großbetriebe profitieren. Dabei herrscht auch in der Wissenschaft Konsens: Mit dieser Politik von gestern lässt sich weder der schonende Umgang mit wertvollen Ressourcen wie Böden und Wasser fördern, noch der Arten- und Klimaschutz in der Landwirtschaft verbessern. Jetzt ist es umso wichtiger, dass die Zukunftskommission Landwirtschaft ein klares Zeichen setzt: Agrargelder müssen und können in Deutschland an gezielte Maßnahmen für Klimaschutz, Artenschutz und Tierwohl gekoppelt werden!“

    Die zentralen Punkte der Agrarreform: Während laut EU-Agrarministerrat nur 20 Prozent der Direktzahlungen für sogenannte Öko-Regelungen genutzt werden sollen, will das EU-Parlament mindestens 30 Prozent dafür vorsehen. Das sind Umweltvorgaben, die über die verpflichtenden Anforderungen hinausgehen. Erfüllen Landwirt*innen sie, bekommen sie zusätzliches Geld. Die konkreten Maßnahmen werden jedoch von jedem Mitgliedsland selbst festgelegt, so dass ein Wettlauf hin zum niedrigsten Standard zu erwarten ist.
    Sechs Prozent des nationalen Budgets für Direktzahlungen sollten zur Unterstützung kleiner und mittelgroßer Landwirtschaftsbetriebe bereitgestellt werden. Gut ein Drittel des Geldes, das für die ländliche Entwicklung vorgesehen ist, soll in Umwelt- und Klimamaßnahmen fließen (2.Säule). Als nächstes beginnt der Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission. Doch ein "Erdrutsch" wird nicht mehr passieren. Insgesamt wird am alten System festgehalten mit viel zu schwachen Umweltauflagen. Maßnahmen wie stärkere Sanktionen bei Verstößen oder die Deckelung der Direktzahlungen nach Größe der Betriebe sind da allenfalls nur kosmetische Korrekturen. Für eine Agrarwende hin zu mehr Klimaschutz, Biodiversität und Tierwohl hat es nicht gereicht. Umso wichtiger ist jetzt, dass die Mitgliedsländer und allen voran Deutschland strenge Vorgaben machen.

  • In über 50 Städten haben Greenpeace-Aktive am Wochenende gegen Billigfleisch im Supermarkt protestiert. Wir hoffen, dass bald die Konsequenzen gezogen werden und demnächst immer weniger Billigfleisch in den Regalen liegt. Dabei dürfen die Supermärkte die Verantwortung nicht allein ihrer Kundschaft übertragen!

  • Große Greenpeace Abfrage und Recherche zeigen: Supermärkte setzen weiter auf Billigfleisch. Gut 90 Prozent des Frischfleischs der großen Einzelhandelsketten stammt von Tieren, die unter qualvollen und häufig gesetzeswidrigen Bedingungen gehalten wurden. Sie sind mit der freiwilligen Fleischkennzeichnung Haltungsform 1 oder 2 ausgewiesen. Fleisch aus besserer Tierhaltung der Haltungsform 3 ist so wie gar nicht zu finden und der höchsten Stufe 4, worunter auch Bio fällt, verharrt auf niedrigem Niveau. Das haben haben auch Recherchen von Greenpeace-Ehrenamtlichen in rund 300 Filialen gezeigt. Zudem gibt es immer noch große Lücken bei der Transparenz. Nicht alle Produkte des frischen Schweinefleischs sind gekennzeichnet und auch an der Bedientheke können Verbraucherinnen und Verbraucher in der Regel nicht erkennen wie die Tiere gehalten wurden. Nur in 14 der 16 besuchten Kaufland-Filialen wies eine Kennzeichnung in der Frischetheke auf. Das steht im Gegensatz zu der Aussage von Kaufland gegenüber Greenpeace. Insgesamt fand Greenpeace nur in 5 Prozent aller besuchten Märkte mit Bedientheke die Haltungsform in der Frischetheke. Der Handel muss jetzt schleunigst aus Billigfleisch aussteigen. Bisher haben nur Lidl und Rewe konkrete Fristen zum Ausstieg aus der schlechtesten Haltungsform 1 angegeben. Diese liegt bei Rewe für Rindfleisch jedoch erst bei 2030. Das ist zu spät. Der Handel ist mit seiner Einkaufspolitik maßgeblich dafür verantwortlich, dass Mensch, Tier und Klima massiv durch die industrielle Fleischproduktion geschädigt werden. Wir fordern die großen Ketten auf, Billigfleisch zügig aus dem Sortiment zu nehmen und Landwirte fair zu bezahlen. Nur dann können Tiere artgerecht gehalten werden.
    Den ausführlichen Bericht zum Supermarkt-Check findet ihr hier. https://www.greenpeace.de/abfrage-fleischsortiment

  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    FÜR DIE GÄRTNER ! ! !

    Von eigens angebautem Kernobst träumt wahrscheinlich jeder Hobbygärtner. Doch damit der Anbau gelingt, muss vor allem das Wetter stimmen. Auch der Klimawandel spielt dabei eine Rolle.

    Kernobst im eigenen Garten – der Traum vieler Hobbygärtner. Doch gehört bei eigenem Anbau auch Wissen über Pflege und Wetter dazu. So können sich zum Beispiel extreme Wetterereignisse massiv auf den Anbau auswirken.

    Das Alte Land, die Niederelberegion zwischen Hamburg und Cuxhaven, ist das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas. Im Esteburg Obstbauzentrum Jork haben sich mehrere Institutionen zusammengetan, um den Erwerbsobstbau mit Forschung, Beratung, Aus- und Weiterbildung zu unterstützen.

    Klimawandel wirkt sich "schleichend" auf Obstanbau auf
    "Die Auswirkungen des Klimawandels verändert den Obstanbau schleichend", sagt Institutsleiter Karsten Klopp. Anhand von langjährigen Wetterdaten haben die Experten festgestellt, dass die Durchschnittstemperatur im Alten Land seit 1975 um 1,5 Grad gestiegen ist. Die Apfelbäume reagieren darauf mit einer verfrühten Blüte. Das heißt, sie blühen nicht mehr wie bisher im Mai, sondern schon im April.

    "Problematisch ist dies, wenn es dann nochmal zu kalten Nächten kommt und die empfindlichen aufgebrochenen Knospen durch Frost zerstört werden", erklärt Klopp. Die Vegetationszeit geht zudem nicht nur früher los, sondern dauert auch länger. "Und zwar bis in den November hinein", fügt Henryk Flachowsky, Leiter des Julius-Kühn-Fachinstituts für Züchtungsforschung, hinzu.

    Die Unvorhersehbarkeit von Starkregen, Frost, Hagel und Trockenperioden machen es den Obstbauern nicht leicht. Hinzu kommt, dass die Wärme die Ausbreitung von Insekten und Pilzen begünstigt. "Schädlinge reagieren mit einer neuen Dynamik, verstärktem Wachstum und schnelleren Generationenfolgen", sagt Klopp. Ohne menschlichen Eingriff ist die schmackhafte Frucht da schnell von Larven bevölkert oder von Pilzen durchzogen.

    Apfelbaum noch immer beliebt
    Im heimischen Garten wird der Apfelbaum trotz aller Unwägbarkeiten weiterhin viel und gern gepflanzt. "Apfelbäume sind mit Abstand die meistgepflanzten Kernobstbäume in deutschen Gärten, gefolgt von Birne, Quitte und Mispel", weiß Johannes Schmitt von der Obstbaumschule Schmitt aus dem bayerischen Poxdorf. Das Sortenspektrum ist hier, laut dem Obstbaumexperten, im Gegensatz zum kommerziellen Anbau noch weit gefächert.

    Schmitt sieht im Hobbygartenbereich bisher keine Notwendigkeit das Sortenspektrum zu überdenken. Allerdings wird die Wurzelstärke zukünftig wichtig werden. "Die Wuchsstärke muss erhöht werden, denn der Baum braucht ein größeres Wurzelvolumen, um Wasser aus tieferen Regionen besser erschließen zu können", sagt Schmitt. Flachowsky bestätigt dies: Ist ein Baum gut im Boden verankert, kommt er laut des Experten auch mit wochenlangen Trockenperioden gut zurecht.

    Standort im Schatten bietet Schutz vor Sonneneinstrahlung
    Des Weiteren rät Flachowsky die Baumscheiden sauber zu halten und nach Möglichkeit mit Rasenschnitt und Hackschnitzeln abzudecken, um der Verdunstung mit Wasser entgegenzuwirken, auch wenn Wasser im deutschen Obstanbau bisher noch kein begrenzender Faktor spielt.

    Schutz vor zu hoher Sonneneinstrahlung und einem Sonnenbrand der Früchte bietet der passende Standort im Halbschatten. "Kleinere Bäume können mit Planen abgedeckt werden", erklärt Schmitt. Auch um die Bäume gegen Frühjahrfröste zu schützen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. "Bei kleinen Bäumen reicht ein über die Krone geworfener Flies", sagt Schmitt. Auch eine Frostschutzberegnung mit dem Gartensprenger hält er für sinnvoll.

  • Marcello erstellte einen Beitrag in Themengruppe Nachhaltige Landwirtschaft

    Das geht uns ALLE an ! ! !

    Eine Studie hat ergeben, dass sich in der Landwirtschaft verwendete Pestizide kilometerweit verbreiten können. Experten sind schockiert. Sie fordert ein sofortiges Verbot von fünf Pestiziden.

    In der Landwirtschaft verwendete Pestizide und deren Abbauprodukte verbreiten sich einer Studie zufolge kilometerweit durch die Luft. Das ist das Ergebnis einer Messung an 163 Standorten, die das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und das Umweltinstitut München am Dienstag veröffentlichte.

    Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, hält hier vom Gesetz vorgeschriebene Kontrollen für sinnvoll. Ebenso neue EU-Leitlinien für das Zulassungsverfahren von Pestiziden.

    30 Prozent der gefundenen Stoffe nicht mehr oder noch nie zugelassen
    Bei den Messungen in ganz Deutschland wurden an rund drei Viertel der Standorte jeweils mindestens 5 und bis zu 34 Pestizid-Wirkstoffe sowie deren Abbauprodukte gefunden. Selbst auf der Spitze des Brockens im Nationalpark Harz seien zwölf Pestizide nachweisbar gewesen, teilten das Bündnis und das Umweltinstitut mit.

    Insgesamt fanden sich demnach deutschlandweit 138 Stoffe, von denen 30 Prozent zum jeweiligen Messzeitpunkt nicht mehr oder noch nie zugelassen waren. Das Pflanzenvernichtungsmittel Glyphosat sei in allen Regionen Deutschlands und weit abseits von potenziellen Ursprungs-Äckern nachgewiesen worden.

    Für die Studie wurden nach Angaben der Auftraggeber von März bis November 2019 Pestizide in der Luft gemessen. Untersucht wurden Standorte im Umkreis von weniger als 100 bis hin zu mehr als 1.000 Metern Entfernung von potenziellen Quellen; in Städten und auf dem Land, in konventionellen und Bio-Agrarlandschaften sowie in unterschiedlichen Schutzgebieten.

    Die Daten seien mit Hilfe neu entwickelter Passivsammelgeräte, aus Filtermatten in Be- und Entlüftungsanlagen von Gebäuden sowie durch die Analyse von Bienenstöcken und Baumrinden erhoben worden. Landwirte, Imker und Privatpersonen hätten zudem Proben eingesandt.

    Experte: Ergebnisse der Studie sind "schockierend"
    Karl Bär, Agrarexperte des Umweltinstituts München, nannte die Ergebnisse der Studie "schockierend". Pestizide landeten "in schützenswerten Naturräumen, auf Bio-Äckern und in unserer Atemluft".

    Boris Frank, Vorsitzender vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft, kritisierte insbesondere, dass biologisch bewirtschaftete Äcker kontaminiert würden. "Ganze Ernten gehen so verloren."

    Beide forderten ein sofortiges Verbot der fünf Pestizide, die sich am meisten verbreiteten, darunter Glyphosat. Bis 2035 müsse die EU-Kommission schrittweise alle chemisch-synthetischen Pestizide verbieten.

    Öko-Landwirte müssten bei der Kontamination ihrer Ernte über einen Schadensausgleichsfonds entschädigt werden. Den Fonds füllen sollen demnach zehn Prozent der deutschen Umsätze der Pestizidhersteller.

    Wassermangel
    Was undenkbar schien, ist plötzlich real: In Deutschland wird das Wasser knapp
    Stoffe bergen keine unmittelbare Gefahr für Tiere und Pflanzen
    UBA-Präsident Messner erklärte, die Studie liefere wertvolle Daten zur Verbreitung von Pflanzenschutzmitteln über die Luft. Viele Wirkstoffe fänden sich nahezu flächendeckend in Deutschland. Die meisten davon gehörten zu den Top Ten der am meisten verkauften Wirkstoffe.

    Zu den gesundheitlichen Auswirkungen mache die Studie keine Aussage, das UBA sei dafür auch nicht zuständig. Die ermittelten Konzentrationen der Stoffe bergen demnach auch keine unmittelbare Gefahr für Tiere und Pflanzen - sie lägen "ganz überwiegend deutlich unter dem, was wir im Nahbereich zulassen würden".

    Dennoch bereite dem UBA der Ferntransport der Stoffe gewisse Sorgen, erklärte Messner. Es sei denkbar, dass sich die Wirkstoffe an einem anderen Ort kombinieren und als Cocktail wirken.

    Dies werde im Zulassungsverfahren nur in Ansätzen berücksichtigt - hier müssten auf EU-Ebene neue Leitlinien erarbeitet werden. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte auf Twitter, sie werde sich weiter für mehr Ökolandbau und weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen.

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    Der Industrieverband Agrar (IVA), der die Interessen der agrochemischen Industrie vertritt, erklärte, die Funde seien "offenbar selten" und die dabei nachgewiesenen Mengen "so minimal, dass sie für Mensch und Umwelt unbedenklich sind". Hier werde ein Thema "künstlich aufgebauscht", kritisierte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer; die Veröffentlichung sei "alarmistisch".

    Heute lasse sich jeder beliebige Stoff im Spurenbereich nachweisen ...