Endlich ist es soweit ... Seezeichen Nordfriesland sendet "Signale" ... 📢💥
Ein frisches nordisches MOIN⚓
Bist Du interessiert, was sich an den Küsten von Nordfriesland - Halligen, Halbinsel, Inseln und Festland zuträgt oder bist Du selbst ein "Küstenkind" und möchtest me<<e(h)r erfahren oder aktiv werden? Dann willkommen an Bord! Werde einfach Mitglied dieser Themengruppe - so bleibst Du auf dem Laufenden.
Die Gruppe "Seezeichen Nordfriesland" richtet das Augenmerk 👁 auf Veränderungen & Vorgänge an den gesamten Küsten Nordfrieslands. Unsere Region zeichnet sich durch lange Küsten, viel Wasser, viel Wetter und wenig Mensch aus - und kaum professionelles Küsten Monitoring. Das steht im krassen Gegensatz zur großen Verantwortung gegenüber dem UNESCO Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer und dem Bedürfnis nach Sicherheit der Menschen, die hier leben.
Die immer wiederkehrenden Paraffin Anlandungen ("Paraffin" Steckbrief, s. u.) an unseren Küsten ( Juli 23, Dezember 23, Januar - März 24, August 24) zeigen deutlich die desolate Situation des Küsten Monitorings: Die ökotoxischen Stoffe liegen in großer Zahl am Strand, in den Salzwiesen, auf den Deichen - keinen kümmerts, Touristen nehmen die Brocken teilweise in den Mund "um es auf Bernstein zu überprüfen" (kein Scherz!). Keine Reaktion von Seiten der Behörden und Gemeinden. Dazu gesellt sich eine schlafende Lokalpresse. Erst als vereinzelte Bürger*innen genauer hinschauen, sich informieren und sich hartnäckig an alle Verantwortungsträger*innen wenden, sich einmischen, Anzeigen stellen, Forderungen stellen - dann beginnt sich was zu verändern. Öffentliche Aufmerksamkeit bewirkt Veränderung.
Nautische Seezeichen treten auch nicht massenhaft auf - es sind Einzelne, die genau an der richtigen Stelle mit ihrem Signal auf Gefahren hinweisen und einen sicheren Weg aufzeigen. Jeder Einzelne, jede Einzelne von Euch ist wichtig. Genau so versteht sich das Seezeichen Nordfriesland - wie ein aktives Signalnetzwerk im Nordwesten.
✉ Kontaktmöglichkeiten:
- über diese page oder per "persönlichen chat" (@ozeanblau) hier auf Greenwire
- mail an: [email protected]

Du kannst als "Utkieker" (Hochdeutsch = Ausgucker - sorry, Gendern im Plattdeutschen schwierig - aber alle* von ganzem Herzen 🫶 gemeint) hier aktiv werden.
🧭 Was ist ein "Utkieker"?
Das beschreibt die Tätigkeit des Küsten Monitorings einer Küstenbewohner*in. Du musst aber nicht unbedingt hier wohnen - vielleicht bist Du Kiter*in, Surfer*in, Bootssportler*in oder einfach begeisterte Küstenbesucher*in - fühlt Euch alle angesprochen.
"Lese den Spülsaum und Du verstehst, was draußen auf See geschieht"
Das haben mir sehr erfahrene Seemenschen beigebracht. Aber dafür muss man eben genau hinschauen und die Zeichen lesen können.
🧭 Was macht ein "Utkieker"?
🛟 Bist Du an der Küste, am Strand, am Deich, in den Salzwiesen: schau genau hin, was Dir an ungewöhnlichen Veränderungen auffällt - besonders in alten und neuen Spülsäumen. Aber vergiss nicht, Deine Momente am Meer zu genießen!😉 Hier ist kein akribisches Absuchen der Küste verlangt - sondern ein sensibilisiertes Hinschauen.
🛟 Fällt Dir etwas auf, melde es auf unserer Dokumentationsplattform "Costal W👁tch Nordfriesland" auf SIGNAL (Info dazu siehe unten👇) oder/und melde es umgehend den entsprechenden Behörden. Im Anschluss habe ich "Steckbriefe von Strandfunden" als eine Art Nachschlagewerk verfasst. Dort kannst Du Dich über kritische Anlandungen und wie Du Dich verhalten solltest informieren.
🛟 Hier in der Gruppe auf Greenwire werden zu den Funden immer wieder aktuelle Informationen eingestellt. Auf dieser Plattform kann auch jede/r themenbezogene Artikel, Kommentare, Diskussionen posten - oder einfach auch Fragen stellen.
Die Dokumentationsplattform "Costal W👁tch Nordfriesland" auf SIGNAL ist keine Kommunikationsplattform!!! Hier werden die kritischen Beobachtungen kurz & knackig festgehalten (Foto, Datum, Zeit, genauer Ort - gerne auch Geodaten- Kurzbeschreibung)- so seht Ihr, was an anderen Orten anlandet - könnt die Info mit in Euer Monitoring übernehmen. Hier ein Beispiel:
Ein weiteres sehr wichtiges Anliegen ist, dass Seezeichen Nordfriesland auch Signale nach Hamburg zu Greenpeace Deutschland und nach Amsterdam zu Greenpeace International senden möchte. Was hier an unserer Küste geschieht, erreicht nicht unbedingt die "Greenpeace Augen und Ohren" der Kampagner*innen - daher wird auch eine enge Zusammenarbeit mit der Themengruppe "Meere" angestrebt. Die Daten auf Signal helfen zu Dokumentieren und zu Belegen und können der Beginn von zukünftigen GP Kampagnen werden.
🧭 Ich möchte als "Utkieker" aktiv werden - was mache ich?
Einfach über @ozeanblau hier auf Greenwire eine Nachricht schicken (oder per mail: [email protected])- toll wäre, wenn Du mir Deinen Namen, Ort an der Küste, Deine Telefonnummer für Signal zusenden würdest - ich melde mich garantiert bei Dir👍
Lasst uns gemeinsam genauer hinschauen - dann sehen wir Mee(h)r !
In diesem Sinne sende ich Euch herzliche Salzgrüße,
Eure Michelle
17.12.2024 Nordfriesland
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💡Steckbriefe mit Strandfunden -
Info & Einführung
Hier werden laufend kritische Strandfunde kurz vorgestellt, die an unserer Küste anlanden können und die besonders beachtet werden sollten. Bitte die Gefahren Hinweise unbedingt beachten! Die Inhalte wurden mit größter Gewissenhaftigkeit erstellt - für ihre Richtigkeit kann aber keine Haftung übernommen werden. Hier auch die BeachExplorer App von der Schutzstation Wattenmeer empfehlenswert.
💡 Steckbrief: Meeresschaum
🗃 Kurzinfo: Schaumentwicklung auf den Meeren - besonders bei heftigem Wellengang - ist an sich nichts Ungewöhnliches. Allein schon durch Ausscheidungen von Meeresbewohnern, die Eiweiße enthalten, und ins Wasser gelangen, entsteht Schaum. Aber leider verursachen auch andere "Zutaten", wie Gülle aus der Landwirtschaft (hier bei uns dauerhafte Einbringung über die Siele/Entwässerungsgräben) und Chemikalien, die z.B. über die Flüsse in die See gelangen, begünstigen eine Schaumbildung. In den Nordsee Anreinerstaaten Niederlande, als auch Dänemark haben in den vergangenen Jahren immer wieder labortechnische Messungen des Schaums an den Küsten besorgniserregende Daten über PFAS (Per- und Polyfluorierten Alkylsubstanzen) Konzentrationen zu Tage gefördert.
Obwohl dies bekannt war, haben vergleichbare Untersuchungen an deutschen Küsten bisher nicht stattgefunden. Greenpeace hat jetzt im Februar 2025 eine eigene Untersuchung an Nord- und Ostsee-Stränden in Deutschland veröffentlicht, die die besorgniserregenden Konzentrationen dieser "Ewigkeitschemikalien" bestätigt.
Die aktuelle Greenpeace Studie kann hier eingesehen werden: https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/pfas-umwelt…
🧐 Aussehen: fluffiger weisser Schaum bis hin zu zähem klebrigem "schweren" Schaum/Schleim - kann auch gelblich, braun, rosa oder grau sein.
☝Gefahren: am besten den Kontakt komplett meiden - bei Kontakt, Kontaktflächen gut waschen. Kinder und Hunde, Pferde fern halten, um direkte Aufnahme (oral) zu verhindern. Dies entspricht auch den Warnhinweisen in Dänemark und den Niederlanden. In Deutschland bisher kaum/keine öffentlichen Gefahrenhinweise.
📞 Meldung: bei auffallend großen Mengen, extremer Geruchsbildungen oder anderen Auffälligkeiten die örtlichen Behören/Strandaufsicht informieren.
💡Steckbrief : Paraffin
🗃 Kurzinfo: Beim Prozess der Erdöl Raffinerie gewonnenes Begleitprodukt; reaktionsarme Kohlenwasserstoffe; begehrter Rohstoff für Chemische Industrie; in fast allen alltäglichen Produktbereichen wiederzufinden; gelangt ins Meer durch (meist) illegale Tankwaschungen auf See oder Leitungsauswaschungen der erdölfördernden Industrie; Paraffin Verklappungen sind in der Nordsee ( "special area" lt. MARPOL 73/78, Anlage V, 5.1) verboten. Die Monitoring Studie (PimoPa 2022) zeigt auf, dass trotz Verbot Paraffin im ges. Küstenbereich Nordfrieslands weiter anlandet, zudem waren alle(!) untersuchten Proben als "ökotoxisch" eingestuft worden; Ähnlich wie bei Plastik, geht von dem Stoff auch eine "physikalische" Gefährdung der Tierwelt aus - es gelangt in den Nahrungskreislauf - Tiere "verhungern" bei vollem Magen.
🧐 Aussehen: wachsartiger, fettiger, wasserabweisender Stoff, gelb-weißlich (kann auch bräunliche, graue oder rosa Färbung aufweisen); schwimmt auf im Wasser; bricht leicht, daher Größe variiert sehr : Klumpen, auch platten- rohrartige Formteile, Splitter; weist häufig Faltungen und Zerklüftungen auf;
☝Gefahren: Nur mit Schutzhandschuhen berühren!!! Nicht daran riechen! Teilweise hochgiftige anhaftende Stoffe (öko-toxisch!!!, PAK Gefahr!!!) Falls gesammelt wird, bei Gemeinde abgeben; darf nicht in den normalen Müll; Schadstoff Entsorgung!!! Auf keinen Fall Kinder bei Sammlung unbeaufsichtigt beteiligen.
📞 Meldung: Unbedingt zeitnah örtliche Polizei (110) oder Wasserschutzpolizei (z.B. WSP Husum 04841/830660) informieren. Zeitnahe Meldung sehr wichtig hinsichtlich zielführender Strafverfolgung!!! Gut auch: danach zuständige Küsten Gemeinde informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
💡Steckbrief: Dolly Ropes (auch: Tampen, Seile, Netzteile ...)
🗃 Kurzinfo: Feine Kunststoff Fäden; sogenannte "Scheuerschutzfäden"; dienen der Fischerei beim Einsatz von Schleppnetzen als Abnutzungschutz für die Netze; dabei wird die aktive/beabsichtigte Einbringung von Kunststoff in die Meereswelt in Kauf genommen; Diese Fäden gelangen in die Nahrungskette der Tiere; Tiere verfangen sich in den Schnüren; dramatisches Beispiel: Trottellummen auf Helgoland, die die Fäden auch zum Netzbau verwenden und deren Jungvögel sich häufig darin verfangen oder strangulieren; hier ebenfalls Problematik der extremen Langlebigkeit von Plastik und den Zerfall in Makro- und Microteile;
🧐 Aussehen: feine Kunststoff Fäden; Farben: häufig orange, mittelblau, türkis (auch andere Farben); von wenigen mm Länge bis hin zu 150 cm lange Schnüre; oft in Tang- oder Algenbüscheln vermengt/ wie "verwoben"; Meerestiere und Vögel immer wieder mit solchen Fäden zu sehen;
☝Gefahren: Keine unmittelbare Gefahr für Dich - aber sehr wohl für die Tierwelt. Sammlung und Entsorgung über Restmüll sinnvoll. Achtung: gerne auch anhaftend an Tierkadavern! Hier stets Handschuhe tragen! (Momentan akut: "Geflügelgrippe H5N1 Virus - auch inzwischen bei Säugetieren zu finden!!!)
📞 Meldung: Bei größeren Mengen Küsten Gemeinde informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
Zusatz: Gilt auch für Tampen, Seile und Netzteile.
💡Steckbrief: "Geisternetze"
🗃 Kurzinfo: "verloren gegangene" Netze aus der Fischerei; "geistern" durchs Wasser und fangen weiter Meeresbewohner ein - Todesfalle gerade für Meeressäuger; ebenfalls massive Plastikverschmutzung;
🧐 Aussehen: kleine feinmaschige, zarte Netzteile bis hin zu riesigen schweren Netzen;
☝Gefahren: Keine unmittelbare Gefahr für Dich an Land. (Vorsicht bei darin verfangenen Tierkadavern!) Achtung: Geisternetze im Gewässer sind auch eine Gefahr für Dich! Gefahr des Verfangens ! Große Netze melden - nicht selber bergen. Falls Badende oder Wassersportler*innen in der Nähe, bitte warnen!
📞 Meldung: Örtliche Polizei (oder z.B. Strandaufsicht in SPO) informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).

💡Steckbrief: "Tierkadaver" ( und lebende Tierfunde: Heuler, verletzte Tiere)
🗃 Kurzinfo: Tierkadaver gehören zum "natürlichen Kreislauf" dazu. Das wird oft vergessen in unserer Natur-entkoppelten Welt. Eine tote Robbe auf der Sandbank ist an sich kein Grund gleich die Behörden zu informieren. Im Naturkreislauf leben wieder andere Tiere und Organismen vom Kadaver. Aber es gibt Tierfunde, die eher ungewöhnlich sind und durchaus gemeldet werden sollten:
🧐 Aussehen:
1) auffallend viele tote oder verletzte Tiere (z.B. letzten Winter 23/24: extrem viele tote Lummen auf der Sandbank von SPO - Zusammenhang mit H5N1 Virus???; Ganzjährig immer wieder viele Jungfische am Strand - könnte für illegale Entsorgung von Beifang sprechen!?)
2) ungewöhnliche Verletzungen, die auf Fremdeinwirkung zurück geführt werden könnten (z.B. von Schiffsschrauben, Stellnetzen, Waffen ...)
☝Gefahren: Ihr seid keine Pathologen! Hands off!!! 😉 Auch immer Infektionsgefahr bedenken! Zur Zeit bitte unbedingt die "Vogelgrippe" (H5N1 Virus) beachten - befällt nicht nur Vögel, sondern inzwischen auch Säugetiere. Achtung: Hunde unbedingt von Kadavern fernhalten!!!
📞 Meldung: Ungewöhnliche Funde der örtlichen Polizei melden - diese verständigt gegebenenfalls weitere Behörden. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
Zusatz: "Heuler" - das sind junge Robben oder Kegelrobben, die, aus welchen Gründen auch immer, ihre Mutter verloren haben. Das sind kleine, junge Tiere, die entsprechend heulen nach ihrer Mutter. Unbedingt mind. 200 m wegbleiben! Örtliche Polizei umgehend informieren oder Seehundstation Friedrichskoog (04854/ 1372) anrufen. Offensichtlich verletzte Tiere ebenfalls melden. Ansonsten: Einen Seehund oder eine Kegelrobbe am Strand oder auf einer Sandbank bitte nicht melden! Die gehören dahin - das ist IHR Wohnzimmer - erfreut Euch an ihrem Anblick und haltet Abstand! 🦭
!!!! Aktuelle Info 🐋🦭🐋🦭🐋🦭🐋🦭🐋🦭🐋🦭🐋🦭: 2023 hat die Nationalparkverwaltung (LKN SH) eine Robben App entwickelt (ist inzwischen released), die Ihr kostenfrei im Play Store herunterladen könnt. Über diese App könnt ihr kritische Tierfunde (Robben, Wale) an unseren Küsten mit Geodaten an die entsprechenden Stellen direkt melden. Hier gibt es auch Informationen zu den Tieren und Ihrem Lebensraum und Hinweise zu Informationsräumen und Ausstellungen hierzu. Einfach mal testen!? Hierzu auch ein Artikel bei Aktivitäten/Inhalte auf dieses page vom 12.02.2025.
💡Steckbrief: "Behälter" (Fässer, Kanister, Dosen, Flaschen ...)
🗃 Kurzinfo: Behälter jeglicher Art - besonders verschlossene mit unbekannten Inhaltsstoffen;
🧐 Aussehen: Können Fässer, Kanister, Dosen, Eimer, Flaschen, Gas Kartuschen, andere Kartuschen, Batterien,Beutel, Päckchen, Ampullen etc. sein;
☝Gefahren: Achtung: Finger weg!!! Sofort Meldung machen!!! Grössere Behälter auch nicht selber aus dem Wasser holen! Verletzungsgefahr! Außerdem bei unsachgemäßer Handhabung Kontaminierungsgefahr durch austretende Substanzen! (Aktuelles Thema zur Zeit in NF (Dez. 2024): Massen an Kokain Päckchen an den Küsten angelandet - vom illegalen Produkt mal abgesehen - ist Kokain bei Austreten aus der Verpackung für den Lebensraum Wattenmeer als toxisch einzustufen.)
📞 Meldung: Örtliche Polizei oder Feuerwehr informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).

💡Steckbrief: "Altmunition"
🗃 Kurzinfo: Munition aus den zwei letzten Weltkriegen wurden in der Nordsee versenkt ( laut Rudolph (2015, S. 92/93) in deut. Nordsee rund 1 300 000 Tonnen konventionelle und rund 90 Tonnen chemische Waffen!!!) - leider kein besonders geeignetes "Endlager" - nach so vielen Jahrzehnten verfallen die Behältnisse als auch Metall Ummantelungen - Munition wird mit den Gezeiten an unsere Küsten gespült und ist nicht immer leicht als Munition zu identifizieren; In der Kürze dieser Steckbriefe kann das große Thema hier nicht annähernd besprochen werden - daher habe ich mich für eine Auswahl von Fotos von Fundstücken entschlossen, die ich bisher an unserer Küste gefunden habe; Es gibt ein hervorragendes Bestimmungsbuch mit sehr gutem Fotomaterial "Gefährliche Strandfunde" Hrsg: Frank Rudolph (2015, Wachholtz Verlag) - das einzige (!) Buch in dieser Form - leider vergriffen - aber in Büchereien in NF zu bekommen.
🧐 Aussehen: ( Fotos siehe unten)
☝Gefahren: Achtung: Sehr gefährlich!!! Direkte Kontaminierung über die Haut möglich, Verbrennungsgefahr, Explosionsgefahr!!! Sofort melden! Nicht berühren, nicht einstecken, nicht einmal mit Fuß anstoßen/bewegen. Besondere Vorsicht bei Phosphor - wird gerne mit Bernstein verwechselt (gelbe Farbe) - entflammt über 20 Grad - so ein Fund in der Hosentasche kann zu lebensgefährlichen Verbrennungen führen! Es hat schon seinen guten Grund, warum "die Alten" Bernstein immer im Metalleimer gesammelt haben!
📞 Meldung: Örtliche Polizei oder Feuerwehr verständigen - gegebenenfalls werden weitere Behörden eingeschaltet. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
(Hinweis: Abbildungen teilweise aus "Gefährliche Strandfunde" Hrsg: Frank Rudolph (2015))


💡Steckbrief: "Ölverschmutzung/ Chemikalien"
🗃 Kurzinfo: Leider kommt es immer wieder zu Eintragungen von Ölen, Treibstoffen und anderen Chemikalien in die See - das hat viele Gründe - Restbehälter mit Treibstoff gehen über Bord, illegale Verklappungen, Motorschäden und Bootsschäden, erdölfördernde Industrie etc.
🧐 Aussehen: ungewöhnliche Schlieren (großflächig), "bunter, regenbogenartiger" Film auf der Wasseroberfläche*, Verfärbungen des Seewassers, unerklärliche Gerüche, seltsame Ausfällungen im Wasser, extreme, ungewöhnliche Schaumbildung; Tierkadaver mit offensichtlich verklebtem Gefieder, große Mengen an Tierkadavern;
*Unterscheide: "bunter, regenbogenartiger" ölartiger Film auf der Wasseroberfläche ist nicht immer Öl oder Treibstoff - es gibt auch Bakterien, die genau so einen Film erzeugen - kleiner Trick: berührt man mit einem Stock z.B. die Oberfläche "zerbricht" das Oberflächenbild, als wäre es ein Fenster, das zerbricht. Eine Öl Oberfläche tut dies nicht. Kleiner feiner Unterschied: diese Bakterien sind gut - das Öl nicht.😉
☝Gefahren: Klare Sache - weg bleiben - melden.
📞 Meldung: Örtliche Polizei oder Feuerwehr informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
💡Steckbrief: "Algen/Tang"
🗃 Kurzinfo: Algen und Tang gehören zu unserer Nordsee - keine Frage. Aber manchmal tauchen unbekannte Arten (oft invasive Arten) auf - manchmal auch in großer Ausbreitung, teilweise in rasantem Vermehrungstempo - das kann durch Form, Farbe oder auch durch Geruch auffallen - wie z.B. das enorme Aufkommen von einer unbekannten Braunalgen Art ("Brown Tide"), die sich im Hochsommer 2024 zwischen den Inseln Amrum und Föhr massiv ausgebreitet hat. Sie stellt ein großes Problem dar - nicht nur touristisch gesehen - sondern auch durch ihr sehr dichtes Auftreten, die das Licht nicht mehr das Watt und die Lebewesen erreicht. Das bedeutet zu wenig Licht und zu wenig Sauerstoff. Zudem hat man festgestellt, dass die Kiemen dadurch verstopft werden. Was auch Besorgnis erregend ist, dass diese Algen Art sich auch in kühleren Monaten anscheinend wohlfühlt und nicht abstirbt - das ist sehr ungewöhnlich. Das Alfred-Wegener-Institut ist an der Sache dran - wenn ich mehr erfahre, werde ich davon berichten;
🧐 Aussehen: (nur ein Beispiel) Die oben beschriebene Braunalgenart ("Brown Tide") wurde als Anlandung auch entlang der Küste von SPO (ab Spätsommer 2024) gesichtet: dunkel braune matschartige Substanz, schwimmt wie "Brei" auf dem Wasser; bei näherem Betrachten kein Matsch, sondern faserig; riecht faulig unangenehm;
☝Gefahren: unklar - daher immer mit Vorsicht angehen! Diese zuvor beschriebene Art wird als ungefährlich fur den Menschen eingestuft.
📞 Meldung: Bei großen Anlandungen unbekannter organischer Substanzen örtliche Polizei oder Strandaufsicht/DLRG informieren. Sie entscheiden über weiteres Vorgehen - ob z.B. Badeverbot ausgesprochen wird bis zur Klärung des Phänomens. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).

💡Steckbrief: "Paletten, Container, große Gegenstände"
🗃 Kurzinfo: Es gibt ganz verschiedene Angaben über die Anzahl von Containern, die jährlich auf See über Bord gehen - die Dunkelziffer ist hoch - aber es sind Tausende jedes Jahr. Ein Albtraum für jede Segler*in - aber nicht nur für den. Ebenso gelangen Paletten, Fischkisten, Autoteile, Kühlschränke, Baustoffe, Reifen, Schiffswrackteile u.v.m. ins Meer - sinken oft ab - aber treiben auch umher und können bei entsprechendem Seegang zum Tod bringenden Geschoss werden - für Mensch und Tier - von der Meeresverschmutzung mal ganz abgesehen. Hier kann die Kooperation mit Wassersportler*innen sehr hilfreich sein - sie behalten das Treibgut mit Abstand "im Auge" (z.B. Windsurfer, Kiter), während Du eine Meldung machst. Bitte immer bedenken: in jeder kräftigen Brandung können sich große Gegenstände befinden! Mir wurde selbst das Bein von einem eisernen Wrackteil so aufgeschlitzt.
🧐 Aussehen: Es kann alles sein.
☝Gefahren: Wenn die Dinge an Land sind, sichern (wenn möglich), damit die Flut sie nicht wieder holt. Gefahren selber beurteilen. Im Wasser treibende große Gegenstände mit großer Vorsicht begegnen - oft in der Brandung gefährlich. Lieber melden und bergen lassen. Auf alle Fälle Badende oder Wassersportler*innen vor schwimmendem Treibgut warnen.
📞 Meldung: Örtliche Polizei oder Strandaufsicht/DLRG zeitnah informieren. Danach gerne auch melden bei Signal: "Costal W👁tch NF" (siehe oben).
Stand: 11. Februar 2025