Quallenblüte im Wattenmeer

Ozeanblau lachend im Wind am Strand an Wasserfront
Ozeanblau @Greenpeace Deutschland • 2. Juli 2026
in der Gruppe Seezeichen Nordfriesland
Quallendarstellung, malerisch

Da blüht uns was ...

Es klingt fast malerisch schön: "Quallenblüte". Leider beschreibt es einen rasanten Anstieg von Quallenpopulationen, wie sie sich gerade im Wattenmeer /Nordsee zuträgt. Wir können beim Monitoring seit April 2026 ein auffälliges Aufkommen von ungewöhnlich vielen, aber auch spezifischen Quallenarten verzeichnen, die sonst in der Gegend der nordfriesischen Küsten nicht in diesen Mengen vorkommen. Es handelt sich dabei vor allem um Blaue Nesselquallen, Gelbe Haarquallen, Feuerquallen und der Kompassqualle. 

Kadaver von Kompassqualle am Strand

 

 

 

 

Dieses massive Auftreten hat fatale Auswirkungen auf das aquatische Ökosystem und bedeutet auch für den Badegast nichts Gutes. Das extrem heiße Wochenende(Ost-/Südwetterlage) vom 26.06.- 28.06.2026 hat sehr vielen Schwimmer*innen an den Sandbänken von Sankt Peter-Ording von Nesselstoff verursachte Verbrennungen beschert. Bei östlicher Wetterlage/ von Land kommendem Wind entsteht eine Art "Walze" im vorderen Wasserbereich. Der Landwind trifft aufs Wasser und die Flut fließt dagegen. Dadurch entsteht eine zirkuläre Bewegung und die Tiere werden in obere Wasserschichten an die Küste transportiert. Quallen sind miserable Schwimmer - werden von Strömungen in gewisser Weise "transportiert". Gesellt sich dazu noch eine südliche Strömung oder Welle, wird der Effekt oft noch verstärkt. Genau das ist vergangenes Wochenende passiert. Jetzt tobt wieder eine starke Westfront und Welle von Norden und schon scheint es so, als wäre alles vorbei - der Spuk ist (vorerst) zu Ende. Ändert sich das metrologische System, müssen wir diesen Sommer weiter mit heftigem Quallenaufkommen rechnen. Solch massive Auftreten von Quallen sind bekanntermaßen das Resultat von Überfischung, Klimawandel (starker Erwärmung, Nordsee hat vor SPO bereit am Ende von Juni 2026 eine Temperatur von 21 Grad!) und unguten Nährstoffeinträgen im Meer. Diese Quallenblüte ist also ein Indikator für ein aus den Fugen geratenes Ökogleichgewicht des Meeresgewässers. Es ist ein alarmierender Zustand! Hier möchte ich alle Leser*innen dazu aufrufen, an der neuen Greenpeace Kampagne " Wasser schützen - Überdüngung stoppen" mitzuwirken. Die dort thematisierte "Eutrophierung" ( unnatürlicher Dünger-, ungeklärter Abwassereintrag in Gewässern) führt auch mit zu dem dargestellten Problem.    Dunkle stinkende Spur entlang der Strände

Wie sehr z.B. Gülleeinträge in der Nodsee sich auch bemerkbar machen, erkennt man nach brandungsstarken Tagen an unseren Stränden, an denen viel Brandungsschaum entsteht. Trocknet dieser am Strand ab, verbleibt ein zäher dunkler Reststoff, der sich kilometerweit an der Küste erstreckt und nach Fäkalien stinkt. Klare Ansage: Das gehört da nicht hin! Lasst es uns als ganz klare Botschaft zum Handeln verstehen!

Stürmische Salzgrüße aus Nordfriesland

Ozeanblau von Greenpeace Seezeichen Nordfriesland