Laut Definition erheben sich Tiefseeberge mindestens 1000 Meter vom umgebenden Meeresboden. Damit verändern sie die Meeresströmungen der Tiefsee und es entstehen an ihren Hängen und Gipfeln einzigartige und vielfältige Lebensgemeinschaften – Oasen des Lebens in den endlosen Weiten der Ozeane. Viele Tiefseeberge sind bis heute unbekannt und ihre Bedeutung für die Artenvielfalt weitestgehend unerforscht. Dazu zählt auch der Tiefseeberg Vema, der rund 1000 Kilometer nordwestlich des südafrikanischen Kapstadt liegt. Er steigt aus rund 4600 Metern Wassertiefe empor bis auf 26 Meter unter die Oberfläche. Damit liegen seine Gipfel im sonnendurchfluteten Teil des Meeres und es entstehen Umweltbedingungen wie sie sonst nur in den küstennahen Flachwasserzonen herrschen: Algen, Korallen, viele wirbellose Tierarten wie Krebse, Muscheln, Seesterne, aber auch Fische jeder Größe und Farbe siedeln sich an. Bereits wenige Jahre nach der Entdeckung Vemas wurde die heimische Langusten-Population stark überfischt und brach kurz darauf zusammen. Seerechtlich gesehen liegt Vema außerhalb nationalstaatlicher Verantwortung im Bereich der Hohen See – ein nahezu rechtsfreier Raum.