Greenpeace protestiert  gegen belgisches Tiefsee-Bergbauunternehmen im Pazifik  

Andrea Gieseke Greenpeace e.V. • 13 April 2021

Greenpeace protestiert  gegen belgisches Tiefsee-Bergbauunternehmen im Pazifik  

Aktivisten von Greenpeace International protestierten am 13. April friedlich gegen das Tiefseebergbauunternehmen Global Sea Mineral Resources (GSR), eine Tochtergesellschaft des belgischen Unternehmens DEME. An Bord eines Schlauchbootes zeigten sie vor dem von GSR gecharterten Schiff Normand Energy ein Transparent mit der Aufschrift "Stop Deep Sea Mining!". Auch dieses  Unternehmen testet derzeit rund 1.000 Seemeilen vor der Westküste Mexikos in der Clarion-Clipperton-Zone Bergbaugeräte - mit dem Ziel, künftig kommerziell Mineralien aus dem Meeresboden zu gewinnen. Diese Industrie könnte verheerende Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen haben, einschließlich der Lebensgrundlagen der pazifischen Insel- und Küstengemeinden.

Wir wissen weniger über den tiefen Meeresboden als über die Oberfläche des Mars, doch die verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse warnen zunehmend davor, dass der Tiefseebergbau irreparable Schäden am größten Ökosystem des Planeten verursachen wird. In der Tiefsee wimmelt es von Leben, und sie fungiert auch als lebenswichtige Kohlenstoffsenke. Der Tiefseebergbau ist ein neuer Treiber für die Zerstörung der Ozeane, der gestoppt werden muss.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Greenpeace einen Report, der aufzeigt, dass die Internationale Meeresbodenbehörde (ISA) 30 Explorationsverträge für den Tiefseebergbau vergeben hat, die über eine Million Quadratkilometer des internationalen Meeresbodens abdecken - eine Fläche, die etwa der Größe von Frankreich und Deutschland zusammen entspricht. Der Bericht deckte ein undurchsichtiges Geflecht von Unternehmensverbindungen auf und macht deutlich, dass die Verträge in den Händen einiger weniger europäischer und nordamerikanischer Unternehmen liegen.

Die Regierungen müssen aufhören, den Tiefseebergbau durch die ISA zu unterstützen. Stattdessen müssen sie sicherstellen, dass sie den Schutz der Ozeane in den Mittelpunkt  stellen, indem sie einem starken globalen Ozeanvertrag zustimmen, der die Einrichtung eines Netzwerks von Meeresschutzgebieten ermöglicht, das bis 2030 mindestens 30% unserer Ozeane abdeckt.