Norwegen Oberstes Gericht in Oslo lässt Klimaklage gegen Arktisbohrungen zu

Andrea Gieseke Greenpeace e.V. • 21 April 2020
in der Gruppe Themengruppe Meere

 

Gestern Abend erreichte uns die fantastische Neuigkeit aus Norwegen, dass das Oberste Gericht in Oslo die Klimaklage gegen Arktisbohrungen zulässt. People versus Oil und unsere norwegischen KollegInnen hatten uns im Herbst letzten Jahres  um internationale Unterstützung gebeten. In Deutschland gab es Dank der Unterstützung von Greenpeace  Gruppen Proteste vor der norwegischen Botschaft in Berlin und den norwegischen Konsulaten in Kiel, Lübeck, Rostock, Bremen, Leipzig und  Frankfurt.

Damit ist Greenpeace und People Vs Oil dem Ziel, die Arktis als Taburegion für  weitere und neue Erschließung von Ölfeldern zu erklären,ein Stück näher gekommen.

 

Mo, 20.04.2020, 18:50 - pl bdt dpa

Norwegen Oberstes Gericht in Oslo lässt Klimaklage gegen Arktisbohrungen zu

 

Stockholm (dpa) - Umweltschützer haben den Beschluss des obersten norwegischen Gerichts begrüßt, ihre Klage gegen neue Ölbohrungen in der arktischen Barentssee anzuhören. Der Gerichtshof in Oslo hatte am Montag mitgeteilt, die eingereichte Berufung zu prüfen. Dahinter stehen Greenpeace, die norwegische Umweltschutzorganisation Natur & Jugend sowie zwei Unterstützergruppen. Vor zwei norwegischen Gerichten waren sie zuvor mit Klagen gescheitert.

 

«Wir glauben, dass der norwegische Staat zur Rechenschaft gezogen werden muss und die Öllizenzen als ungültig gewertet werden müssen», erklärte der Leiter von Greenpeace Norwegen, Frode Pleym. Die Umweltgruppen werfen Norwegen vor, mit der Zulassung von Bohrungen in der Barentssee an 13 Unternehmen das Klimaschutzabkommen von Paris verletzt zu haben. Zudem habe Norwegen sein Grundgesetz verletzt, das den künftigen Generationen eine gesunde und sichere Umwelt garantiere. Laut Greenpeace wird die Klage auch von Umweltaktivistin Greta Thunberg unterstützt. Ihre Stiftung habe umgerechnet rund 25 000 Euro für die Gerichtskosten gespendet.

Norwegen hatte 2016 erstmals seit 20 Jahren neue Ölbohrungen gestattet - laut Greenpeace fast zeitgleich mit seiner Ratifizierung des Weltklimaabkommens. Die Umweltschützer erhoffen sich von dem Verfahren einen Präzedenzfall für künftige Klimaklagen. Ein Termin für die Anhörung vor dem Gerichtshof wurde noch nicht angesetzt.