Greenpeace Kommentar zum Tag der Tropenwälder

Melanie Manegold Greenpeace e.V. • 15 September 2020
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Gestern war der Tag des Tropenwaldes. Zu diesem Anlass hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vor der dramatischen Wald-Zerstörung im Amazonas gewarnt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur betont Müller, dass der Aufbau von entwaldungsfreien Lieferketten essentiell für den Schutz der Wälder sei. Unsere Kollegin Gesche Jürgens hat dazu folgendes kommentiert:

„Minister Müller hat vollkommen Recht: Nur mit umweltschonenden Lieferketten lässt sich der Regenwald im Amazonas schützen. Von der Rinderzucht bis zur Rohstoffindustrie sind etliche Branchen an der Zerstörung des Regenwalds beteiligt - auch europäische und deutsche Unternehmen mischen hier mit.  Die Bundesregierung muss das ändern mit neuen Regeln, die verhindern, dass Konzerne aus der Zerstörung einzigartiger Ökosysteme Profit schlagen. Ein entsprechender EU-Prozess, der darauf abzielt entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen, läuft derzeit. Es ist die Verantwortung der Bundesregierung, dass ein solches Gesetz tatsächlich wirkt und ihm die Industrielobby nicht alle Zähne zieht. 

Gleichzeitig muss die EU den umweltschädlichen EU-Mercosur-Deal beenden. Das Handelsabkommen würde dem Amazonas enorm schaden, in dem es das Geschäft mit wald- und klimaschädlichen Produkten wie Fleisch und Pestiziden weiter anheizt. Gerade die EU muss bei Handelsabkommen endlich soziale Gerechtigkeit und den Schutz von Natur und Klima in den Mittelpunkt stellen.“