Kein Essen in Tank und Trog - Beim Basar der Waldorfschule Böblingen

Benjamin H. Greenpeace Ortsgruppe

Ständig berichten die Medien über Getreideknappheit durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine, über Hungersnot und Mangel weltweit.

Wir aber leisten uns den Luxus, etwa 60% des Getreides, das in Deutschland angebaut wird, in die Futtertröge der Tiermastbetriebe zu kippen und gut 10% in den Tank von Autos als Energielieferant - nur 20% ist für den menschlichen Verzehr bestimmt!

Wir brauchen dringend einen Stopp/Reduktion der Getreideverwendung als Benzinzumischung und eine deutliche Reduktion des Fleischkonsums (aus vielen Gründen).

Aktionstag gegen Verschwendung von Lebensmitteln als Biosprit oder Tierfutter

Greenpeace hat deshalb aus Futterweizen Plätzchen gebacken, diese verteilen wir nun bei Basar der Waldorfschule Böblingen.

Stand an der Waldorfschule

Nach der geltenden Klassifizierung wird nur etwa 30 Prozent des in Deutschland geernteten Weizens als backfähig eingestuft, rund die Hälfte wandert als Futterweizen in Tank oder Trog. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass sich tatsächlich rund 80 Prozent dieses Getreides zum Backen eignen.                

„Wertvolle Lebensmittel dürfen nicht länger für Biosprit und Futtermittel verschwendet werden“, meint Markus Buchmann aus unserer Gruppe, der den Informationsstand organisiert hatte. „Angesichts der weltweiten Hungerkrise ist es unverantwortlich, Weizen weiter in Verbrennungsmotoren zu verheizen. Die Bundesregierung muss die Beimischung von Biosprit aus Nahrungsmitteln zu Benzin und Diesel beenden.“

Verkehrsminister Wissing darf Biosprit-Ausstieg nicht länger blockieren 

Der Ausstieg von Deutschland aus dem Biosprit wäre ein Zeichen für andere Länder. Derzeit wird in der EU täglich Biosprit aus 10.000 Tonnen Weizen verbraucht – genug, um daraus 15 Millionen Brote zu backen. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Die Grünen) hat einen Entwurf vorgelegt, die Beimischung von Biosprit aus Nahrungs- und Futtermitteln zu fossilen Kraftstoffen auslaufen zu lassen. „Dieser Vorstoß geht in die richtige Richtung. Er darf nicht länger vom Verkehrsminister blockiert werden. Statt mit Hilfe von Biosprit seine Klimaziele zu erreichen, sollte Wissing endlich wirklich wirksame Maßnahmen gegen die Erderhitzung ergreifen“.

Passantinnen und Passanten konnten bei uns die Aktion als „Brotschafter:in“ unterstützen. Einer entsprechenden Forderung, wertvolle Lebensmittel nicht mehr für Tank oder Trog zu verschwenden, haben sich in einer gemeinsamen Petition von Misereor und Greenpeace bereits mehr als 58.000 Menschen angeschlossen. Deren Unterschriften wurden auch mit der Forderung den Umbau der Tierhaltung endlich entschieden voranzutreiben, an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Die Grünen) und Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) übergeben.

„Deutschland kann nur klimaneutral werden, wenn die Zahl der Tiere in der Landwirtschaft und damit die Emissionen aus der Tierhaltung etwa halbiert werden. Damit ließe sich auch die Verschwendung von Lebensmitteln als Tierfutter beenden“.