10 Jahre nach Fukushima - NICHTS GELERNT

Dorothea Winkler Greenpeace Ortsgruppe

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Am 11. März 2021 jährt sich zum 10. Mal die nukleare Katastrophe von Fukushima. Nach einem Seebeben am 11. März 2011 trafen gigantische Tsunamiwellen auf die japanische Küste. In drei Blöcken des überfluteten AKWs Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen.

160.000 Menschen mussten aufgrund der radioaktiven Verseuchung evakuiert werden. Ein normales Leben ist auch heute noch in großen Teilen der Präfektur nicht denkbar.

Medienberichten zufolge plant die japanische Regierung mehr als eine Million Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima ins Meer abzulassen, mit fatalen Folgen für die Umwelt.

Geplant ist, Ende 2022, Anfang 2023 das gespeicherte Wasser nach und nach abzulassen, - in einem Projekt, das sich bis in die 2050er Jahre hinziehen würde. Die Regierung vermittelt den Eindruck, die Reaktorkatastrophe sei von beschränkter Dauer. Dafür gibt es keinerlei Fakten, die radioaktiven Probleme werden auf nicht absehbare Zeit bleiben.

Katastrophen wie in Fukushima oder zuvor 1986 in Tschernobyl haben der Menschheit nachdrücklich vor Augen geführt:

Atomkraftwerke sind unsicher

In ihrer Planung werden und können niemals alle Eventualitäten berücksichtigt werden, die zu einem Super-Gau führen können. In Tschernobyl und Fukushima hat menschliches Versagen jeweils zum Super-Gau geführt.

 

Greenpeace hat vor dem zehnten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe die Sicherheit von elf europäischen Atomkraftwerken bewertet. Bei keinem liegt ein ausreichendes Konzept zum Schutz vor Katastrophen vor. Die sicherste Maßnahme zum Schutz ist: Kernkraftwerke abschalten!

 

Risikofaktoren werden kleingerechnet. Günstige Strompreise machen den Betrieb von Atomkraftwerken unrentabler, Investitionen in mehr Sicherheit werden deshalb vermieden. Die Laufzeit der Atomkraftwerke werden über die ursprüngliche Lebensdauer hinaus gerne verlängert, um die enormen Rückbaukosten erst einmal vor sich herzuschieben.

 Weltweit sind rund 440 Atomkraftwerke in Betrieb, 185 liegen davon in Europa. Die Relevanz der Atomenergie nimmt auch in Ländern wie Frankreich oder den USA ab. Mit einem durchschnittlichen Alter von 36 bis 40 Jahren sind viele am Ende ihrer Laufzeit angelangt. Ein Festhalten an der Atomenergie schadet dem Klimaschutz, weil Lösungen auf der Strecke bleiben. Sinnvolle Investitionen in eine konsequente Energiewende werden blockiert.

Dennoch werden 79 neue Kernkraftwerke in 9 Ländern geplant (Quelle Wikipedia), während Deutschland die letzten 6 Atomkraftwerke spätestens bis 2022 gemäß Atomgesetz abschalten will. 

Vor dem Hintergrund der Nuklearkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima ist es völlig unverständlich, dass einige Länder an Atomkraftwerken und dem Bau der neuen Anlagen festhalten wollen.

 

Im letzten Herbst hatten die Aussagen von Mark Rutte und seiner Regierungspartei VVD, die Kernenergie zu reaktivieren und den Bau von bis zu zehn neuen Kraftwerksmeilern (u. a. auch in Eemshaven) prüfen zu lassen, zu scharfen Protesten in der gesamten ostfriesischen Bevölkerung, unterstützt von allen Parteien, geführt.

Nachdem es zunächst den Anschein hatte, als würden diese Pläne wieder fallen gelassen, schlug die neuerliche Ansage des niederländischen Premierministers Mark Rutte (siehe EZ vom 04.03.2021), in Eemshaven ein Atomkraftwerk bauen lassen zu wollen, hohe Wellen.

Zwar machte er aufgrund von massiven Protesten, insbesondere auch aus Groningen, eine scheinbare Kehrtwende (EZ vom 06.03.2021). Er habe das "ein bisschen falsch eingeschätzt", wurde Rutte zitiert. Weiter führte er aus, dass er jetzt nicht mehr sagen wolle, wo sich ein solches Kraftwerk befinden soll.

Rutte bezeichnete "ein weiteres Kernkraftwerk für unverzichtbar, um die Klimaziele von Paris zu erreichen." (EZ vom 04.03.2021).

 

"Scheinbar führt der zukünftige verstärkte Energiebedarf bei manchen Entscheidungsträgern zu einem Verkennen der Risiken und Problematiken für die gesamte Menschheit, und dies, obwohl es Alternativen wie regenerative Energien, Szenarien bzgl. realisierbarer Einsparungen und innovative Weiterentwicklungen umweltschonender Energien gibt. Eingedenk der katastrophalen Folgen ist Abschalten alternativlos", führte unser Pressesprecher Klaus Pieper Medien gegenüber aus.

Es gilt jetzt, auf allen Ebenen Proteste zu initiieren und Informationen zu verbreiten.

 

Hinweis:

Leider konnten wir unsere Mahnwache wegen des Orkantiefs Klaus nicht wie geplant in der Emder Innenstadt durchführen. Aus Sicherheitsgründen haben wir nur für einen kurzen Zeitraum vor unserem Büro gestanden.

 

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