10 Jahre nach Fukushima

Mark Lindert Greenpeace Ortsgruppe • 11 March 2021
10 Jahre nach Fukushima

Die Katastrophe ist nicht vorbei: Auch zehn Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima leiden japanische Bürger:innen unter den Folgen – während die Regierung Normalität vorgaukelt.

Der Mythos der sicheren und sauberen Atomkraft war nie überzeugend, aber die Katastrophe im Kraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März 2011 in Folge eines Erdbebens und Tsunamis hat auch in Japan das Restvertrauen in die Hochrisikotechnologie verspielt. Dabei gab und gibt sich die Regierung alle Mühe, die Folgen der Verstrahlung herunterzuspielen und dort Normalität zu behaupten, wo Dinge nie wieder normal sein werden. Mehr als 18.000 Menschen verloren durch Erdbeben und Tsunami ihr Leben, 160.000 mussten aufgrund der radioaktiven Verseuchung evakuiert werden – die meisten sollen, wenn es nach der japanischen Regierung geht, wieder an den Ort der Katastrophe zurückkehren. Aus wirtschaftlicher Not sind viele japanische Bürger:innen bereits wieder zurückgesiedelt

Doch die Nachwirkungen des 11. März 2011 sind dort nach wie vor messbar. Bei dem Unfall wurden zehntausende Quadratkilometer in der umliegenden Präfektur mit Caesium und anderen radioaktiven Nukliden kontaminiert. Die japanische Regierung tut so, als sei das ein lösbares Problem, das ist es aber nicht: Die Aufräumarbeiten dauern an und sind doch nur oberflächlich, versinnbildlicht durch Abermillionen schwarzer Plastiksäcke, in denen abgetragene Erde und Laubwerk auf Atommülldeponien vor sich hin strahlt

Auch wenn immer wieder Stimmen laut werden, die den Mythos der sauberen und sicheren Atomkraft wiederaufleben lassen: Fukushima zeigt auch zehn Jahre später, wie falsch sie liegen. "Die ungeheuer kostenintensive Atomkraft als Klimaretter zu verkaufen, ist bloß ein Vorwand, um diese Hochrisikotechnologie schönzureden”, sagt Heinz Smital, Greenpeace-Experte für Atomenergie.

Die Gefahren der Atomkraft liegen im weiterhin möglichen Super-GAU, dem hochgradig strahlenden Atommüll, für den es kein sicheres Endlager gibt, und der Bedrohung durch Terroristen. Naturkatastrophen, wie das Beben in Fukushima, sind keine abstrakte Gefahr: Eine Greenpeace-Studie zeigt, wie unzureichend auch europäische Atomkraftwerke vor Erdbeben und Überflutungen geschützt sind.

Zehn Jahre nach dem Unglück ist die Situation in Fukushima eine Mahnung – die auch noch weit in die Zukunft bestehen wird.

Deshalb muss die Energiewende weiter voran getrieben werden.