Braunschweig wird Fahrradstadt?!

Greenpeace Braunschweig | Info Greenpeace Ortsgruppe • 22 November 2020
Banner "Städte für Menschen, nicht für Autos"

Am 06.11.2020 hat die Braunschweiger Zeitung in einem Artikel beschrieben, welche Entwicklungen für das kommende Jahr bezüglich des Fahrradverkehrs geplant sind. Umgesetzt werden sollen dabei große Teile der Forderungen der Initiative Fahrradstadt Braunschweig. In einem fraktionsübergreifenden Antrag („Radverkehr in Braunschweig“) wurde hierzu im Juli ein Maßnahmenpaket im Rat beschlossen. Die Planung soll bis 2023, die Umsetzung schrittweise bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden. Das bisher geplante Bürgerbegehren „Radentscheid“ der Fahrradstadt Braunschweig ist somit aus aktueller Sicht nicht mehr notwendig.

Zentrale Ziele des beschlossenen Maßnahmenpakets sind:

  • Erhöhung der Sicherheit im Radverkehr
  • Radverkehrsnetz attraktiver gestalten
  • Radwege komfortabler machen
  • Sicherere Radabstellanlagen
  • Wartezeit an Ampeln verkürzen

Insgesamt begrüßen wir die Abstimmung und geplante Umsetzung sehr. Auch wir setzen uns immer wieder für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein. Zuletzt geschah dies am 19.09.2020 mit einer temporären sogenannten geschützten Fahrradspur Am Theater.

Hervorzuheben ist die für das kommende Frühjahr geplante Maßnahme von automatisierten Radverkehrszählern, die z.B. an der Okerbrücke Jasperallee installiert werden sollen. Im Stadtgebiet sollen insgesamt fünf solcher Anlagen aufgestellt werden. Dadurch könnte eine sinnvollere Datengrundlage geschaffen werden, um zielgerichtet und bedarfsgerecht Maßnahmen anpassen und umsetzen zu können.

Ein gezielterer Fokus sollte jedoch auf der Verbreiterung der bereits bestehenden Fahrradstreifen liegen. Aktuell sollen lediglich neue Radwege mit einer breiteren Fahrbahn ausgestattet werden (mind. 2,30 m bei in eine Richtung befahrbaren Radwegen bzw. mind. 3,20 m bei beidseitig befahrbaren Radwegen). Wir fordern, schon bestehende Radwege auf eine mögliche Verbreiterung zu überprüfen. Hierfür könnte beispielsweise am Bohlweg südlicher Richtung eine komplette Spur des Straßenverkehrs zu einer geschützten und räumlich abgetrennten Radspur in beide Richtungen umfunktioniert werden.

Weitere Infos in der Studie Mehr Platz für Radwege, weniger für Autos