Entscheidung zum Solarpark vertagt, Husumer Nachrichten vom 18.06.2021, Seite 9

Thomas Kuhn Greenpeace Ortsgruppe • 20 June 2021
Solarpark

"Es gehe um den Erhalt der einzigartigen Landschaft Eiderstedts"

argumentierten betroffene Anwohner. Dieses ästhetisch und romantisch geprägte Argument kann ich gut nachempfinden.

Nur, die Landschaft verändert sich bereits jetzt, und das mit zunehmendem Tempo. Wenn ich durch die heimischen Wälder laufe, sehe ich häufig keine satten grünen Baumwipfel mehr, sondern blauen Himmel durch die kranken Kronen scheinen.

Der Strand bei uns in St. Peter- Ording verliert pro Jahr acht Meter Breite an das Meer, eine Folge des Meeresspiegelanstiegs und der häufigeren und stärkeren Stürme, beides Folgen des rasanten Anstiegs von Klimagasen in unserer Atmosphäre.

Ende dieses Jahres geht das AKW Brokdorf vom Netz, welches allein 50% des Stroms in  Schleswig- Holstein produziert. Jetzt weiterhin den Kopf in den Sand zu stecken und den Ausbau sauberer, emissionsfreier Energien, sei es aus Wind- oder Solarparks, zu blockieren, hieße Verrat an unseren Kindern zu üben.

Gehandelt werden muss jetzt, und das meint im Übrigen auch das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom April 2021, welches der Klage einiger Pellwormer Landwirt*innen gegen die Bundesregierung Recht gab.

Dr. Volker Sprenkmann, Gruppenkoordinator Greenpeace St. Peter- Ording