GefÀhrdete Arten im Cerrado: Jaguar und Flachlandtapir

Melanie (bis einschließlich 30.5. im Urlaub) Manegold Greenpeace e.V. • 14 April 2022

Der brasilianische Cerrado ist die artenreichste Savanne der Welt. 💛 Eine Mischung aus Grasland, Savannenvegetation und WaldflĂ€chen bieten Lebensraum fĂŒr eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Viele Arten sind nur hier zu finden.📱 Etwa 5% aller Arten auf dem Planeten finden hier eine Heimat! ZusĂ€tzlich spielt der Cerrado ĂŒber die Region hinaus eine zentrale Rolle fĂŒr die SĂŒĂŸwasserversorgung Brasiliens.

Doch das Savannenökosystem des Cerrado ist stark bedroht durch die Ausbreitung der Viehzucht und der konventionellen Landwirtschaft, allem voran der 📌 Anbau von Soja fĂŒr den Export 📌. Es wird geschĂ€tzt, dass fast die HĂ€lfte der natĂŒrlichen Vegetation des Cerrado bereits zerstört und in Weideland oder landwirtschaftlich genutzte FlĂ€chen umgewandelt wurde.

 

JAGUAR

Eine der beeindruckenden Tierarten, die im Cerrado ihr Zuhause haben, ist der Jaguar. Dies ist die grĂ¶ĂŸte Katzenart Lateinamerikas und nach Löwen und Tigern die drittgrĂ¶ĂŸte Katzenart der Welt. Das bevorzugte Habitat des Jaguars sind ufernahe WĂ€lder, da die Art sich gerne in der NĂ€he des Wassers zum Jagen aufhĂ€lt. Jaguare sind Raubtiere und ernĂ€hren sich ausschließlich von Fleisch - ihre bevorzugte Jagdzeit ist die Nacht 🌙. Das Wort "Jaguar" stammt von dem indigenen Wort "yaguar" ab, was soviel heißt wie "derjenige, der mit einem Sprung tötet", denn Jaguare erlegen Beutetiere, die teilweise viermal so schwer sind wie sie selbst. 

Jaguar


Das Verbreitungsgebiet der Jaguare erstreckte sich frĂŒher ĂŒber große Teile des amerikanischen Doppelkontinents, vom SĂŒdwesten der USA bis nach Nordargentinien. Doch mittlerweile hat der Jaguar die HĂ€lfte seines ursprĂŒnglichen Lebensraums verloren. 😱 Im Jahr 2018 gab es schĂ€tzungsweise noch 120.000 bis 170.000 freilebende Tiere, von denen die meisten im Amazonasbecken leben. Die Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft den Jaguar daher als ‘potentiell gefĂ€hrdet’ ein, wobei er in einigen Regionen sogar stark gefĂ€hrdet oder sogar vom Aussterben bedroht ist. In LĂ€ndern wie Uruguay und El Salvador ist er bereits nicht mehr vorhanden. Wie im Cerrado in Brasilien verlieren Jaguare immer mehr Lebensraum durch die Zerstörung von Ökosystemen fĂŒr die Landwirtschaft und Viehzucht. Wenn diese Zerstörung nicht bald gestoppt wird, werden sich ihre Bestandszahlen in Zukunft immer weiter verringern.

 

FLACHLANDTAPIR

Ein weiterer Bewohner des brasilianischen Cerrado ist der Flachlandtapir. Auch diese Art hĂ€lt sich gerne in der NĂ€he von GewĂ€ssern auf. Ihre RĂŒsselnase ist ihr auffĂ€lligstes Merkmal.
Flachlandtapire sind Pflanzenfresser und ernĂ€hren sich gerne von FrĂŒchten. Durch das spĂ€tere Ausscheiden der Samen haben sie eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Samen und tragen so zum Erhalt eines diversen Waldes bei. Darum werden Flachlandtapire auch “GĂ€rtner des Waldes” genannt. Dabei mĂŒssen Flachlandtapire sehr viel Nahrung zu sich nehmen, da die Tiere bis zu 300 kg wiegen können. Das ist etwa halb so viel wie ein Pferd. 🐮

Das Verbreitungsgebiet der Flachlandtapire beschrĂ€nkt sich auf die tropischen TieflandregenwĂ€lder und BergwĂ€lder SĂŒdamerikas bis zu einer Höhe von 2000 Metern. Es sind keine genauen Bestandszahlen dieser Tierart bekannt, da aber auch ihr Lebensraum immer weiter schrumpft und sie in einigen Gebieten stark fĂŒr ihr Fleisch und ihre Haut gejagt werden, sinken die Zahlen jedoch. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion wird der Flachlandtapir daher als ‘gefĂ€hrdet’ eingestuft. 
 

Flachlandtapir