Greenpeace Report: Zum Abschminken - Plastik in Kosmetik

Sabine Walter Greenpeace e.V. • 9 March 2021

Kommt zu unserer Videokonferenz zum Thema Plastik in Kosmetika 
am Mittwoch, 28. April
 um 19:00 Uhr!

 

Hier findet ihr den neuen Greenpeace-Report "Zum Abschminken - Plastik in Kosmetik" 

 

Die ungeschminkte Wahrheit ist, dass wir uns regelmäßig Plastik auf das Gesicht schmieren. Sei es in Form von Make-up, Puder oder Lippenstift. Wie leicht kann es passieren, dass wir die winzigen Plastikteilchen verschlucken oder einatmen. Was das für unsere Gesundheit bedeutet, ist bislang noch nicht geklärt.

Dies ist, auf eine kurze Formel gebracht, das traurige Ergebnis der freiwilligen Selbstverpflichtung der Kosmetikfirmen, die die Bundesregierung 2013 im Rahmen des „Kosmetik Dialoges“ auf den Weg gebracht hat, um Plastik aus Kosmetikprodukten zu entfernen. Wir haben uns das mal ganz genau angeschaut. Die ernüchternde Bilanz: Freiwilligkeit bei der Vermeidung gefährlicher Stoffe – dass können wir uns abschminken!

Der Versuch der Bundesregierung, zusammen mit der Industrie Plastik aus Kosmetika zu verbannen, ist gescheitert. 502 von 664 Produkten elf beliebter Marken enthalten, trotz freiwilliger Selbstverpflichtung der Firmen zum Verzicht auf Plastik, weiterhin Kunststoffe. Dafür wurden die Angaben der Marken Catrice, Essence, L’Oreal, Deborah, Kiko, Lancôme, Lush, Maybelline, Nyx, Sephora und Wycon auf 523 Plastikarten überprüft. Auch in einem ergänzenden Labortest konnte festes Mikroplastik in Produkten nachgewiesen werden.

Die fünf Marken mit dem höchsten Anteil an Produkten, die Plastik enthalten, sind: Maybelline (85 Prozent), Deborah (84 Prozent), Sephora (83 Prozent), Wycon (78 Prozent) und Lancôme (77 Prozent). Die Firmen vermeiden oft nur die festen Plastikpartikel und bewerben ihre Produkte dann werbewirksam als Mikroplastik-frei. Flüssige oder wachsartige Komponenten werden dennoch verwendet. Das grenzt an Verbrauchertäuschung. Über Abwasser kann Plastik dann in Flüsse und in die Nahrungskette gelangen.

In unserem neuen Report könnt ihr genau nachlesen, welche Produkte besonders betroffen sind. Auch die gültigen Rechtsvorschriften werden beleuchtet. Und ihr erfahrt, was die Plastikprodukte in der Umwelt anrichten.

Was muss passieren?
Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung kommt man nicht weiter. Dringend notwendig ist eine gesetzliche Regelung, anwendbar auf alle Inhaltsstoffe von Kosmetika aus Plastik in fester, flüssiger, halbfester und löslicher Form
Umweltministerin Svenja  Schulze ein klares Verbot von Plastik jeder Konsistenz in Kosmetik vorantreiben - auf deutscher und EU Ebene. Dort wird derzeit nur ein Verbot von festem Mikroplastik in Kosmetikprodukte verhandelt.

Hier findet ihr den neuen Greenpeace-Report "Zum Abschminken - Plastik in Kosmetik" 

Was könnt ihr tun?
Eines ist doch klar: wir entscheiden selbst, welche Produkte wir verwenden. Das gilt nicht nur für ökologische Nahrungsmittel, Kleidung, Kosmetika und sauberen Strom, sondern auch für Produkte, die möglichst unverpackt angeboten werden. Schaut euch mal die Re-Use-Revolution Map an https://greenwire.greenpeace.de/node/4947

Macht mit! Unterzeichnet und verbreitet unsere Petition "Stoppt die Mikroplastik-Flut"


Trefft uns zur Zoom Konferenz am 24. März um 19 Uhr  "Mit der Beluga auf Mikroplastik-Suche"

Weitere Greenpeace-Publikationen zu Plastik in Kosmetika findet ihr im Materialkiosk:

Nivea – da ist #plastikdrin                                                                          

Plastik in Kosmetik                                                                        

Studie Mikroplastik - Vom Waschbecken ins Meer                           

Visitenkarte Mikroplastik (C02113) (Stand 04/2017)            

... und zum Schluss noch 3 super Sharepics für eure Social-Media-Kanäle: 

 

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