Kakapo, Neuseelands Eulenpapagei

Gerhard Künl • 26 September 2020
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Zu Neuseelands Vogelwelt zählen auch endemische Papageien-Arten, darunter der vom Aussterben bedrohte, sehr interessante und außergewöhnliche Kakapo oder Eulenpapagei (Strigops habroptilus).

Der Name dieses etwa 60 cm großen Vogels kommt von seinem Gesichtsschleier, durch den er etwas an Eulen erinnert.

Kakapos sind die weltweit einzige flugunfähige Papageien-Art. Leider sind die Tiere dadurch besonders gefährdet, insbesondere nach der Einführung von beutegreifenden Säugetieren in Neuseeland.

Ursprünglich auf beiden Hauptinseln verbreitet, konnten nur noch wenige Exemplare dieser, mit etwa 3,5 kg Gewicht, schwersten Papageien-Art der Welt gerettet werden.

Kakapos sind nachtaktive Einzelgänger, die zwar nicht schnell, aber sehr gut klettern können. Besonders bevorzugt ernähren sie sich von den Früchten der Rimu-Harzeibe, aber auch von anderen Pflanzen sowie bisweilen von Insekten und wirbellosen Tieren. Kakapos sind erstaunlich gute Läufer, sie können sogar in einer Nacht mehrere Kilometer zurücklegen. Am Tage verstecken sich die Vögel am Boden oder in Baumhöhlen.

Kakapos zeigen ein für Papageien ungewöhnliches Balzverhalten, das etwas an Birkhühner erinnert. Die Männchen sammeln sich zur Paarungszeit im neuseeländischen Sommer in einem bestimmten Gelände, das als "Balzarena" vorgesehen ist. Durch Aufpumpen ihrer Kehlsäcke geben sie ihre dumpf klingenden Balzrufe von sich, die dadurch angelockten Weibchen suchen sich einen Partner zur Paarung aus. Das erwählte Männchen beginnt ein kurzes Balztänzchen, bei dem es von Seite zu Seite schwankend mit seinem Schnabel Klicklaute von sich gibt und rückwärts auf das Weibchen zugeht.

Nach der Paarung machen die Männchen mit ihrer Balz weiter, um sich mit weiteren Weibchen paaren zu können.
Die Weibchen kehren in ihr Revier zurück und legen im Schutz von Pflanzen oder in Baumhöhlen ein bis vier Eier. Nur die Weibchen sind für die Brutpflege und die Aufzucht der Jungen zuständig. Eulenpapagei-Weibchen brüten nur, wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Auf 2 kleineren Inseln, Codfish Island und Anchor Island an der Küste des Fiordland-Nationalparks (Südwestküste der Südinsel), hat man für die akut vom Aussterben bedrohten Eulenpapageien letzte Zufluchtsorte eingerichtet. Hier werden sie nicht von eingeführten Beutegreifern oder von Menschen verfolgt.

1986 war der Bestand alarmierend zurückgegangen, es waren nur noch 22 Exemplare! Dem unermüdlichen Einsatz von engagierten Tierschützern ist zu verdanken, dass diese faszinierende Papageien-Art nicht ausgestorben ist!
Erfreulich ist, daß sich bereits wieder einige Bruterfolge eingestellt haben. Der Bestand hat sich im Jahr 2014 auf 125 Kakapos erhöht.

Es wird auch weiterhin notwendig sein, diese ungewöhnliche interessante Vogelart unter strengen Schutz zu stellen und gute Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen. Kakapos können bei günstigen Bedingungen immerhin über 60 Jahre alt werden.

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