Mais aus Brasilien

Melanie Manegold Greenpeace e.V. • 16 June 2022

Maisanbau in Brasilien

 

? Mais ? ist in vielen Teilen Lateinamerikas ein bedeutender Bestandteil der Nahrungsgrundlage und sogar eine heilige Pflanze. Das ursprünglich aus Mexiko stammende Getreide breitete sich prähispanisch über den gesamten amerikanischen Kontinent aus. Nach Europa gelangte es mit Christoph Kolumbus, der Samen auf einer seiner Kolonialfahrten mitnahm. 

Heute sind die USA der größte Produzent und Exporteur von Mais, gefolgt von China und Brasilien. In dem südamerikanischen Land sind im Jahr 2020/21 etwa ?22 Prozent des weltweiten Maishandels gewachsen. Längst wird Mais jedoch nicht mehr in den traditionell vielfältigen Varianten, sondern als ? Monokulturen angebaut. Die jährliche Maisernte in Brasilien hat sich daher in den letzten zwei Jahrzehnten mehr als ❗ verdoppelt. Wurde Mais zunächst hauptsächlich in den südlichen Bundesstaaten angepflanzt, breitete sich der Anbau mit der Ausdehnung der landwirtschaftlichen Produktion in den 1970er und 1980er über große Teile des Landes aus. Zurückzuführen ist der Produktionsanstieg vor allem auf Mais, der jedes Jahr als Zweitkultur auf den Feldern nach der Sojaernte gepflanzt wird. 

 

Maisanbau

 

Der angebaute Mais geht jedoch ? kaum mehr direkt zum Verzehr an die Konsument:innen. Der größte Teil der Maisernte wird, ähnlich wie bei Soja, als ? Tierfutter verwendet, und zwar hauptsächlich zur ? Geflügel- und ? Schweinezucht. Das Getreide macht etwa 60 bis 70 Prozent des Futters aus. Brasilien ist mittlerweile zum weltweit größten Exporteur von Hühnerfleisch und zum viertgrößten Exporteur von Schweinefleisch geworden, wodurch der Maisverbrauch im Land enorm gestiegen ist. Zusätzlich wird Mais in der Herstellung von Ethanol zur ⛽ Treibstoffproduktion genutzt.

Die große Nachfrage nach Futterpflanzen wie Soja und Mais zur Tierfütterung übt einen erheblichen Druck auf die ? Ausweitung der Anbauflächen aus, was die Nachfrage nach neuen, oft bewaldeten Flächen anheizt. Das neue EU Gesetz für weltweiten Waldschutz listet zwar Soja als Rohstoff, jedoch sind weder Mais, noch Geflügel- und Schweinefleisch im aktuellen Gesetzesentwurf enthalten ?. Und obwohl Mais im Moment für wenig direkte Waldzerstörung verantwortlich ist, könnte sich dies ändern, wenn statt Soja mehr Felder mit Mais bepflanzt werden und das Getreide nicht von dem Gesetz abgedeckt wird. Ebenso müssen alle Fleischsorten aufgenommen werden, die potentiell mit Entwaldung, auch durch Futtermittel, in Verbindung stehen. 

Maisanbau Brasilien   SChweinefütterung mit Mais