Mythen zu Soja

Melanie Manegold Greenpeace e.V. • 3 May 2022

Mythen rund um das Thema Soja

 

Über den Anbau von Soja und seine Verwendung wird immer stärker diskutiert. In seinen Anbauländern steht Soja meistens direkt mit der Zerstörung wertvoller Ökosysteme in Verbindung. Wir kennen Soja hier meistens aus Tofu, Sojamilch und anderen Lebensmitteln.

Doch wenn für den Sojaanbau Regenwald abgeholzt wird, sind dann vegane Produkte wie Tofu eine schlechte Alternative zu Fleisch? Sollten wir besser darauf verzichten? Und müssen wir uns darüber überhaupt noch Gedanken machen, wenn das neue EU Gesetz gegen weltweite Waldzerstörung verabschiedet wird?

In dem folgenden Beitrag wollen wir über einige Mythen aufklären, die rund um den Sojaanbau und den Konsum von Sojaprodukten existieren.

 

Mythos N°1: Veganer:innen essen den Regenwald auf.

👉 Fakt: Sojaprodukte zu essen ist nicht automatisch mit der Zerstörung von Regenwald verbunden. Rund 80% des weltweit angebauten Sojas wird für Tierfutter verwendet und somit ist die Fleisch- und Milchproduktion der Haupttreiber der Regenwaldzerstörung. Außerdem wird das Soja für Tofu in Deutschland vor allem in Europa angebaut. Für den Schutz des Waldes ist es wichtig, dass der Fleisch- und Milchkonsum sinkt, damit nicht so viele Futterpflanzen angebaut werden und genug Fläche für Lebensmittel, Wald oder für andere natürliche Vegetation bleibt. 

Sojablock
© Fred Dott / Greenpeace

Mythos N°2: Soja ist ungesund und immer gentechnisch manipuliert. 

👉 Fakt: Sojaprodukte, die gentechnisch verändert wurden, müssen gekennzeichnet werden. Bei Tofu & Co kannst du dir sicher sein, dass es frei von Gentechnik ist, wenn nichts drauf steht. Der Anbau von Gen-Soja ist in Europa übrigens verboten. Bei Fleisch- und Milchprodukten wird es leider komplizierter. Hier weißt du leider nicht, ob das Tier mit gentechnisch manipulierten Soja gefüttert wurde, da zwar das Futter, nicht jedoch das Endprodukt gekennzeichnet werden muss.

Sojabohnen
© Victor Moriyama / Greenpeace

Mythos N° 3: Soja kann nicht in Europa angebaut werden und das wäre auch nicht gut, da es keine heimische Pflanze ist.

👉 Fakt: Doch. Soja ist eine Superpflanze und eignet sich vor allem für den Anbau in wärmeren Ländern Europas. Es wächst aber auch schon auf Feldern in Deutschland. Sojapflanzen sind als Leguminosen wertvolle Eiweißlieferanten, die Stickstoff aus der Luft binden und an den Boden abgeben. Damit kann Dünger eingespart werden. Zudem können wir in Europa sicherstellen, dass das Soja nicht gentechnisch manipuliert wurde.

Sojabohnen
© Daniel Beltra / Greenpeace

Mythos N° 4: Der Entwurf für das EU Gesetz gegen weltweite Waldzerstörung deckt doch Soja ab. Dann ist doch alles gut, oder?

👉 Fakt: Leider nein… Soja wird zwar als Rohstoff von dem Gesetzesentwurf abgedeckt, aber leider nicht alle Ökosysteme, die vom Sojaanbau bedroht sind. Savannen und Moore fehlen noch im Gesetz. Somit dürfte im Cerrado in Brasilien weiterhin Wald zerstört werden. Der Cerrado beherbergt als artenreichste Savanne der Erde ganze 5% der weltweiten Arten und Pflanzen. Genug Grund den Cerrado zu schützen! 

Milchkühe
© Lucas Wahl / Greenpeace