Einige Vögel Neuseelands

 

Text von veggiewombat, Eigene Grafiken, Bilder von Pixabay

 

Doch nicht ausgestorben - 1948 wurde die Takahe-Ralle wieder entdeckt

Die Takahe gehören zu den flugunfähigen Vogelarten Neuseelands, und zwar zur Familie der Rallen und zur Gattung der Purpurhühner. Erst 1996 haben Experten entdeckt, dass es sich um 2 verschiedene Arten handelt. Die Nordinseltakahe ist leider ausgestorben und nur aus Knochenfunden bekannt, die etwas kleinere Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri) dagegen wurde 1948 im Fiordland-Nationalpark, dem mit 12500 km² größten Nationalpark des Inselstaates, überraschend wiederentdeckt. Die Südinseltakahe ist etwa so groß wie eine Hausgans und erinnert im Aussehen an das flugfähige Purpurhuhn, das zum Teil auch in Europa vorkommt.

 

Pinguine - kleine Frackträger an Neuseelands Küsten

In den kalten Meeren der Südhalbkugel kommen insgesamt 17 Pinguinarten vor. Bei einigen Arten haben sich sogar noch Unterarten herausgebildet. Alle Pinguine sind flugunfähig und an Land  etwas unbeholfen, aber sie sind alle hervorragende Schwimmer. Ihre Nahrung besteht vor allem aus Fischen und Tintenfischen. Das Gewicht von Pinguinen variiert je nach Jahreszeit um etwa drei Kilogramm. Am meisten Gewicht haben sie kurz vor der Mauser. 
Pinguine sind sehr gesellige Vögel, sowohl im Wasser als auch an Land. Sie brüten auch immer in, teils recht großen Kolonien. Haie, Schwertwale und Seelöwen sind im Wasser ihre natürlichen Feinde.

Die 7 Pinguinarten in den Meeren um Neuseeland gehören zu den seltensten der Welt.

Der Gelbaugenpinguin (Megadyptes antipodes) erreicht eine Körpergröße von 58 bis 76 cm und ein Gewicht von 4,5 bis 8 kg. Sie brüten im südöstlichen Bereich der Südinsel sowie auf Stewart Island, Campbell Island und Auckland Island. Anders als einige antarktische Pinguine legen Gelbaugenpinguine ihre Nester in dichter Vegetation an und halten Abstand zu benachbarten Nest. Barracudas sind die wichtigsten Fressfeinde der Gelbaugenpinguine auf hoher See, während ihnen an Land vor allem die eingeführten Marder und Füchse gefährlich werden können. 

Der kleinere Dickschnabel- oder Fiordlandpinguin (Eudyptes pachyrhynchus) kann bis zu 55 cm groß werden und wiegt 2,5 bis 5 kg. Die Brutgebiete dieser Art liegen im Südwesten der Südinsel sowie auf Stewart Island und einigen kleineren Inseln. Ihre Brutgebiete liegen im ufernahen Regenwald dieses reich an Fjorden und Halbinseln ausgestatten Küstenabschnitts. 

Der Zwergpinguin (Eudyptula minor) ist hauptsächlich in Neuseeland, aber auch an der australischen Südküste verbreitet. Mit einer Größe von 35 bis 40 Zentimeter groß und einen Gewicht von etwa einem Kilogramm ist er die kleinste Pinguinart.

Der Gelbschopf- oder Kronenpinguin (Eudyptes sclateri) brütet nur auf den zu Neuseeland gehörenden Bounty- und Antipoden-Inseln. Sein Bestand ist stark gefährdet.

Der Snaresinselpinguin (Eudyptes robustus) kommt nur auf den ebenfalls zu Neuseeland gehörenden Snares-Inseln vor.

Der Haubenpinguin (Eudyptes schlegeli) ist vor allem auf der australischen Macquarie-Insel verbreitet und taucht immer wieder an den Küsten Neuseelands vor.

Auch eine Unterart des Felsenpinguins (Eudyptes chrysocome filholi) ist auf einigen südlich von Neuseeland gelegenen Inseln verbreitet. Sie tauchen bei der Nahrungssuche bis zu 100 Meter tief und suchen außer nach Fischen und Tintenfischen auch nach Krebstieren.

 

Kakapo, Kaka und Kea - drei ungewöhnliche große Papageienarten haben sich in Neuseeland entwickelt

 

Zu Neuseelands Vogelwelt zählen endemische Papageien-Arten, darunter der vom Aussterben bedrohte, sehr interessante und außergewöhnliche Kakapo oder Eulenpapagei (Strigops habroptilus). Der Name dieses etwa 60 cm großen Vogels kommt von seinem Gesichtsschleier, durch den er etwas an Eulen erinnert. Kakapos sind die weltweit einzige flugunfähige Papageien-Art. Leider sind die Tiere dadurch besonders gefährdet, insbesondere nach der Einführung von Beute greifenden Säugetieren in Neuseeland. Ursprünglich auf beiden Hauptinseln verbreitet, konnten nur noch wenige Exemplare dieser, mit etwa 3,5 kg Gewicht, schwersten Papageien-Art der Welt gerettet werden.

Kakapos sind nachtaktive Einzelgänger, die zwar nicht schnell, aber sehr gut klettern können. Besonders bevorzugt ernähren sie sich von den Früchten der Rimu-Harzeibe, aber auch von anderen Pflanzen sowie bisweilen von Insekten und wirbellosen Tieren. Kakapos sind erstaunlich gute Läufer, sie können sogar in einer Nacht mehrere Kilometer zurücklegen. Am Tage verstecken sich die Vögel am Boden oder in Baumhöhlen.

Kakapo, der Eulenpapagei

Kakapo, der einzigartige Eulenpapagei (Eigene Grafik)

 

Kakapos zeigen ein für Papageien ungewöhnliches Balzverhalten, das etwas an Birkhühner erinnert. Die Männchen sammeln sich zur Paarungszeit im neuseeländischen Sommer in einem bestimmten Gelände, das als "Balzarena" vorgesehen ist. Durch Aufpumpen ihrer Kehlsäcke geben sie ihre dumpf klingenden Balzrufe von sich, die dadurch angelockten Weibchen suchen sich einen Partner zur Paarung aus. Das erwählte Männchen beginnt ein kurzes Balztänzchen, bei dem es von Seite zu Seite schwankend mit seinem Schnabel Klicklaute von sich gibt und rückwärts auf das Weibchen zugeht. Nach der Paarung machen die Männchen mit ihrer Balz weiter, um sich mit weiteren Weibchen paaren zu können.

Die Weibchen kehren in ihr Revier zurück und legen im Schutz von Pflanzen oder in Baumhöhlen ein bis vier Eier. Nur die Weibchen sind für die Brutpflege und die Aufzucht der Jungen zuständig. Eulenpapagei-Weibchen brüten nur, wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist.

 

Auf 2 kleineren Inseln, Codfish Island und Anchor Island an der Küste des Fiordland-Nationalparks (Südwestküste der Südinsel), hat man für die akut vom Aussterben bedrohten Eulenpapageien letzte Zufluchtsorte eingerichtet. Hier werden sie nicht von eingeführten Raubtieren oder Menschen verfolgt.

1986 war der Bestand alarmierend zurückgegangen, es waren nur noch 22 Exemplare! Dem unermüdlichen Einsatz von engagierten Tierschützern ist zu verdanken, dass diese faszinierende Papageien-Art nicht bereits ausgestorben ist!

Erfreulich ist, daß sich bereits wieder einige Bruterfolge eingestellt haben. Der Bestand hat sich im Jahr 2014 auf 125 Kakapos erhöht. Es wird auch weiterhin notwendig sein, diese ungewöhnliche interessante Vogelart unter strengen Schutz zu stellen und gute Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen. Kakapos können bei günstigen Bedingungen immerhin über 60 Jahre alt werden.

 

Kaka – der Waldpapagei Neuseelands ist ein Nahrungsspezialist

 

Kaka, der Waldpapagei

 

Leider sind beide Unterarten bedroht, vor allem durch die eingeführten Wiesel, die besonders brütenden Weibchen gefährlich sein können.

Eine weitere Gefahr stellen eingeführte europäische Wespen dar, da sie eine Nahrungskonkurrenz für die Kakas sind.

Kaka knackt eine Nuss

So geschickt kann ein Waldpapagei eine Nuss knacken

 

Kea – Neuseelands "Schneepapagei" ist neugierig, verspielt und experimentierfreudig

Wie der Kaka zählt auch der nur in den neuseeländischen Alpen der Südinsel vorkommende Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis) zur Gattung der Nestorpapageien. Auch die Keas können fliegen, und sie sind sehr gute Kletterer.

Kea

Ein wunderschönes Kea-Portrait

Durch ihr olivgrünes Gefieder sind die Bergpapageien eher unauffällig gefärbt. Bürzel und Unterseite der Flügel sind orangerot.

Vor allem im Flug geben die Vögel ein Geräusch von sich, das sich wie "kiaa" anhört.

Als eine der wenigen Papageienarten kommen sie auch mit Schnee zurecht und halten sich oft oberhalb der Baumgrenze auf. Im Winter gehen sie meist in tiefere Lagen.

Die hauptsächlich in der Dämmerung aktiven Papageien gelten als die "Clowns" der neuseeländischen Bergwelt, da sie sehr neugierig und verspielt sind. So kommt es vor, dass mehrere Keas zusammen im Schnee herumtollen und dabei Purzelbäume machen.

Kea

 

Typisch für Keas ist ihre Experimentierfreudigkeit. Sie probieren sehr gern etwas Neues aus. So ist es für die neugierigen Vögel kein allzu großes Problem, an Essbares aus Abfallbehältern oder Rucksäcken zu gelangen. Indem sie die Gegenstände lange und hartnäckig untersuchen und bearbeiten, finden sie schließlich einen Zugang.

Auch kann es vorkommen, dass die Bergpapageien an geparkten Autos die Dichtungsgummis und den Lack beschädigen. Sicher ist es keine Zerstörungswut der Vögel, sondern ihre Freude am Experimentieren.

Kea

 

In Tierfilmen wurde bereits dokumentiert, dass sie auch Werkzeuge anwenden können, zum Beispiel Stöcke, um an Nahrung zu gelangen.

Im Allgemeinen ernähren sich Keas von Früchten, Knospen, Knollen und Pflanzensamen.

Von einigen Keas ist bekannt, dass sie manchmal Schafen die Haut am Rücken aufpicken, um so an deren Fett zu gelangen. Dieses Verhalten ist der Grund, dass sie auch heute noch von Farmern illegal abgeschossen werden, da sie angeblich Schafe töten. Tatsächlich fressen Keas das Fleisch von bereits toten Schafen, da dies für sie als Protein- und Energiequelle in ihrem eher kargen Lebensraum wichtig ist. Auf den Geschmack gebracht wurden die Bergpapageien durch Schlachtabfälle.

Kea

 

https://greenwire.greenpeace.de/inhalt/kiwis-die-nationalvoegel-neuseelands