PortrÀt: der Cerrado

Melanie (bis einschließlich 30.5. im Urlaub) Manegold Greenpeace e.V. • 20 April 2022

Im Herzen Brasiliens grenzt der 👉 Cerrado, die artenreichste Savanne der Welt, an den Amazonas-Regenwald. Hier leben viele besondere Tier- und Pflanzenarten, von denen einige an keinem anderen Ort der Welt zu finden sind. Etwa 5 Prozent aller ArtenÂ đŸ„ł auf dem Planeten finden hier eine Heimat!

Die Vegetation des Cerrados ist geprĂ€gt durch Grasland und Savannenvegetation, mit einzelnen Inseln aus WaldflĂ€chen entlang von FlĂŒssen und Sumpfgebieten. Zu den grĂ¶ĂŸeren Tieren, die hier ihr Zuhause finden, gehören der Jaguar und der Flachlandtapir, aber auch der Große AmeisenbĂ€r. Eine große Besonderheit des Cerrados ist die Vielfalt der Pflanzen und Insekten, fast die HĂ€lfte der Pflanzenarten der Region sind endemische Arten, wachsen also nur dort! Und auch fĂŒr die 💧 brasilianische Wasserversorgung 💧 spielt der Cerrado eine bedeutende Rolle, da die Quellgebiete vieler FlĂŒsse des Landes in dieser Savanne liegen. 

Das einzigartige Ökosystem des Cerrados liegt fast vollstĂ€ndig in Brasilien, wobei ein kleiner Teil bis in den Nordosten Paraguays und den Osten Boliviens reicht. Lange Zeit hat sich niemand wirklich fĂŒr den Cerrado interessiert, da die Region aufgrund der nĂ€hrstoffarmen Böden landwirtschaftlich schwer nutzbar war. In den 1960er Jahren begann jedoch die Agrarindustrie die Fruchtbarkeit der Böden durch die DĂŒngung mit Kalk aufzubessern und eine intensive landwirtschaftliche Nutzung voranzutreiben. Im Laufe der Jahre hat so eine rasante Umwandlung der Savanne stattgefunden, sodass mittlerweile ĂŒber die HĂ€lfte des Cerrado-Ökosystems zerstört wurde đŸ˜±. Die FlĂ€chen werden jetzt zum Anbau von Soja und fĂŒr Rinderfarmen 🐄 genutzt. Das meiste Soja und Rindfleisch, dass im Cerrado produziert wird, ist fĂŒr den Export bestimmt, auch nach Europa! 

Zerstörung Cerrado
© Marizilda Cruppe / Greenpeace

 

 

Soja Cerrado
© Victor Moriyama / Greenpeace
 
Rinder Cerrado
© Ednilson Aguiar

 

Die stetig steigende Nachfrage nach Futtermitteln fĂŒr die Fleisch- und Milchproduktion ist die grĂ¶ĂŸte direkte Ursache fĂŒr die Zerstörung des Cerrados, der trotz der Einzigartigkeit seiner Tier- und Pflanzenwelt eines der am stĂ€rksten gefĂ€hrdeten Gebiete SĂŒdamerikas ist. Der Großteil der Naturschutzmaßnahmen der Region konzentriert sich auf den benachbarten Amazonas-Regenwald oder den Wald entlang der AtlantikkĂŒste Brasiliens. Von der FlĂ€che des Cerrados stehen gerade einmal knapp 8% unter Schutz und die landwirtschaftliche Erschließung wird sogar in Teilen staatlich gefördert. Doch mit jedem StĂŒck Savanne, das zerstört wird, verschwindet der Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen und geht ein wichtiges Ökosystem verloren.