Was soll ein EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz bringen?

Melanie Manegold Greenpeace e.V. • 8 February 2022

Hintergrund

Das Konsumverhalten der EU-Bürger:innen führt weltweit zu zahlreichen Naturzerstörungen. Viele Rohstoffe wie beispielsweise Fleisch, Soja, Kakao, Kautschuk oder Palmöl sind stark auf dem EU-Markt vertreten, stammen jedoch sehr oft aus Gebieten, in denen für die Produktion Wälder oder andere natürliche Ökosysteme zerstört oder degradiert werden. Im Februar 2022 hat das #Together4Forests Bündnis europaweit erneut darauf aufmerksam gemacht, dass weltweit alle 2 Sekunden eine Waldfläche von der Größe eines Fußballfeldes verschwindet.

Die EU leistet dazu einen entscheidenden Beitrag, denn immerhin gehen 16% der Tropenwaldabholzung auf ihr Konto. Die Entwaldung und der damit verbundene Lebensraumverlust der letzten Jahre hat nicht nur zu einem starken Verlust an Biodiversität geführt, sondern auch die Erderhitzung beschleunigt. Zudem sind die sozialen Auswirkungen massiv. Menschenrechte, insbesondere die von Indigenen Gemeinschaften, werden immer wieder verletzt. 

Es braucht dringend ein starkes EU-Gesetz für den Schutz der Wälder und anderer Ökosysteme weltweit, um Entwaldungen zu stoppen und gegen ökologische sowie soziale Probleme anzukämpfen. 

Was ist FERC?

Ein Vorschlag der EU-Kommission zum EU-Gesetz für weltweiten Waldschutz wurde bereits am 17. November 2021 veröffentlicht. Für dieses Gesetz wird auch der Begriff FERC verwendet, was für „forest-and-ecosystem-risk commodities“ steht. Mit diesem Gesetz soll gesichert werden, dass Rohstoffe und Folgeprodukte nicht auf den EU-Markt kommen, sollten sie in Verbindung mit Entwaldung oder Waldschädigung stehen. Ein solches Gesetz ist wichtig um sicherzustellen, dass Verbraucher:innen nicht unwissentlich an Waldzerstörung beteiligt sind. 

Kurze Bewertung des Entwurfs

Ein EU-Gesetz, das sich für weltweiten Waldschutz ausspricht, ist dringend notwendig und gewünscht. Der aktuelle Vorschlag umfasst bereits einige positive Aspekte, jedoch werden negative ökologische sowie soziale Auswirkungen nur teilweise thematisiert. Beispielsweise sollten durch das Gesetz nicht nur Wälder geschützt werden, sondern auch andere Ökosysteme, da diese ebenso gefährdet sind. In dem Entwurf der EU-Kommission besteht auch keine eindeutige Verpflichtung, die den internationalen Schutz von Menschenrechten gewährleistet. Außerdem sind beispielsweise Produkte, die aus Kautschuk und Mais gefertigt wurden, nicht im derzeitigen Gesetzesentwurf enthalten. Nachbesserungen sind daher dringend notwendig. 

Eine ausführlichere Bewertung des Gesetzentwurfs könnt ihr hier finden. 

Die hier aufgeführten Punkte können unter den folgenden Quellen ausführlicher nachgelesen werden: