Westliche Gorillas vom Aussterben bedroht

Melanie Manegold Greenpeace e.V. • 26 January 2022
Westlicher Gorilla in freier Natur

Im Kongobecken ist der zweitgrößte Regenwald der Erde beheimatet. Dort leben viele seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten. Mit der fortschreitenden Zerstörung des Waldes im Kongobecken geht auch ein Verlust von Lebensraum einher. Dies führt zum Beispiel zum Schrumpfen der Populationen der westlichen Gorillas. 

Zu den westlichen Gorillas gehören zwei Unterarten:

  • der Flachlandgorilla und
  • der Cross-River Gorilla.

Beide Unterarten sind vom Aussterben bedroht. Hauptursachen dafür sind:

  • die Zerstörung ihres Lebensraumes,
  • Wilderer und
  • Krankheiten. 

Der Cross-River Gorilla ist die seltenste Unterart der Gorillas und weist nur noch eine Population von 200 bis 300 Exemplaren auf (Stand 2020/2021). Der Flachlandgorilla ist dagegen die häufigste und meistverbreitete Gorillaunterart und hat mit einer Bestandsgröße von schätzungsweise 362.000 Tieren eine deutlich größere Population als der Cross-River Gorilla. Allerdings schrumpft auch der Bestand der westlichen Flachlandgorillas weiter, wodurch die Art 2008 in die Rote Liste als „vom Aussterben bedroht" aufgenommen wurde. 

 

Westlicher Gorilla im Kongo

Hier ein paar Fakten zum Cross-River Gorilla & dem Flachlandgorilla:

Lebensraum

Cross-River Gorillas kommen ausschließlich in der Grenzregion zwischen Nigeria und Kamerun vor. Sie leben dort hauptsächlich in den hügeligen Flachland- und Bergwäldern . 

Dagegen ist der Flachlandgorilla in Feucht- und Regenwäldern, Sekundärwäldern und Savannenwäldern unter anderem in Kamerun, Gabun, der Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik beheimatet. 

Woher kommt eigentlich der Name Cross-River?

Der Name kennzeichnet ihren Lebensraum, denn die Unterart ist nach dem Fluss Cross River benannt. Der Name deutet also nicht darauf hin, dass sie besonders geschickt Flüsse überqueren können ?.

Wie leben Gorillas?

Gorillas leben in einer Sozialstruktur von einem Männchen (Silberrücken), mehreren Weibchen und den gemeinsamen Nachkommen.

Was ist ein Silberrücken? Als Silberrücken wird ein männlicher Gorilla ab dem 12. Lebensjahr bezeichnet. Sein Fell ist ist dann charakteristisch silbrig-grau (daher auch der Name). 

Gorillas sind von allen Menschaffen die ausgeprägtesten Pflanzenfresser. Ihr Nahrungsspektrum umfasst bis zu 200 verschiedene Pflanzenarten. Sie verbringen mehr als 50 Prozent ihrer Zeit mit Fressen und der Futtersuche. Ein männlicher Gorilla kann pro Tag bis zu 30kg Pflanzen fressen, ein weiblicher dagegen nur bis zu 18kg.

Goriallas sind neophobe Tiere. Das bedeutet, dass sie sehr empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren.

Darum hat die Zerstörung ihres Lebensraums, verursacht durch Entwaldung für beispielsweise Kautschukplantagen, eine so direkte und drastische Auswirkung auf die Populationsgrößen.