Gutes Essen statt Billigfleisch in Schulen, Kitas, Krankenhäusern & Co

Kerstin Fleischer Greenpeace e.V. • 5 September 2019
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Die Lebensmittelproduktion verursacht weltweit mehr Treibhausgasemissionen als der Verkehr. Der Großteil der Emissionen stammt aus der Produktion tierischer Produkte wie Fleisch, Milch und Eier. Gerade für das Futter von Schweinen,  Hühnern und Kühen werden wertvolle Wälder vernichtet. Soja- und Weideflächen fressen sich immer tiefer in artenreiche Waldgebiete in Südamerika und zerstören sie unwiederbringlich. Aber auch in Europa hinterlässt die Massentierhaltung ihre Spuren: Viele Tiere verursachen viel Gülle und Emissionen.

Die Art wie wir uns heutzutage ernähren ist nicht zukunftsfähig

Städte haben Verantwortung und viel Einfluss bei der Gestaltung unserer Ernährung und Lebensmittelproduktion: Wäre Billigfleisch in alle Schulen, Kitas, Krankenhäusern sowie städtischen Kantinen tabu, und wären stattdessen Bio-Lebensmittel mit reduziertem Fleischanteil die Regel, würde das viel ändern.

Die Kommunen können durch langfristige Verträge mit Landwirten Anreize schaffen, auf Bio-Landbau umzustellen. Kantinengäste ändern ihre Essgewohnheiten, so dass sie auch im Privaten öfter zu Bio-Lebensmitteln und Gemüse greifen.

Ernährungswende - gut fürs Klima

Viele Städte haben schon den Klimanotstand ausgerufen. In den Klimaplänen spielt Ernährung aber oft keine Rolle. Das muss sich ändern. Ein verbindlicher Beschluss für gutes Essen mit Bio-Lebensmitteln und wenig Fleisch in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung wäre ein wirksamer Schritt und ist sofort machbar. Wie das geht, machen Städte wie Bremen und München vor.

Wir haben eine gemeinsame Aufgabe, den Klimaschutz voranzutreiben. Das geht nur, wenn auf allen Ebenen auch etwas für eine Agrar- und Ernährungswende getan wird:

Lokalpolitik

  • Städte müssen ihren Einflussbereich nutzen und Billigfleisch sofort aus den Kantinen von Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen und städtischen Unternehmen verbannen sowie die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung stufenweise komplett auf Bio-Lebensmittel umstellen.

Bundesregierung

  • Massentierhaltung beenden: Die Tierzahlen müssen sinken. Pro Betrieb dürfen nur so viele Tiere gehalten werden, wie von den eigenen Flächen ernährt werden können.
  • Öffentliches Geld nur für öffentliche Leistungen: Agrarsubventionen dürfen nur noch an Betriebe mit umwelt- und klimafreundlicher Landwirtschaft ausgezahlt werden.
  • Unternehmen durch ein Lieferkettengesetz in die Pflicht nehmen, damit keine Produkte aus Waldzerstörung verarbeitet werden.

Das kannst Du tun:

  • Kaufe Bio-Lebensmittel und wenn Fleisch, dann aus ökologischer Erzeugung.
  • Wende dich an deine Stadt und fordere gutes Essen in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung - ohne Billigfleisch.
  • Deine Unterschrift zählt: Unterzeichne die Petition  für eine Agrarwende