Beluga II in Stralsund

Sofie Saier Greenpeace Ortsgruppe • 22 July 2020
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23.07.2020

GREENPEACE-AKTIONSSCHIFF MACHT HALT IN STRALSUND

 

Den Ökosystemen in Nord- und Ostsee geht es schlechter denn je. Das zeigt Greenpeace in einem neuen Report. Zwar hat die Bundesregierung seit 2007 fast 50 Prozent ihrer Meeresgebiete unter Schutz gestellt, doch diesen gibt es nur auf dem Papier. In den Schutzzonen der Nord- und Ostsee sowie im Nationalpark Wattenmeer sind immer noch die zerstörerische Fischerei mit Grundschleppnetzen und Stellnetzen erlaubt, auch die Ausbeutung von Öl oder Sand- und Kiesabbau.

Deshalb startete das Aktionsschiff "Beluga II" am 9. Juli einer Schiffstour zur Nord- und Ostsee, um den Zustand der deutschen Meeresgebiete zu dokumentieren und wirksame Maßnahmen zu ihrem konsequenten Schutz zu fordern. 

Im Kampf gegen die Klimakrise und das Artensterben sind wir nämlich besonders auf gesunde Meere als Verbündete angewiesen, denn sie stabilisieren das Weltklima, haben rund 90 Prozent der atmosphärischen Treibhausgaswärme aufgenommen und rund 30 Prozent des menschengemachten CO2 gespeichert. 

 

Vom 18. bis 22. Juli lag die Beluga II in Stralsund, bevor sie dann gestern ihren Weg auf die Ostsee fortsetzte - und eine kleine engagierte Gruppe unserer Ehrenamtler*innen war täglich als Unterstützung mit Infostand und Unterschriftenaktion mit vor Ort. Obwohl die Aktion uns einiges an Energie und Zeit abverlangte, haben wir uns über die vielen interessanten Gespräche gefreut! Zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass es vor allem Eltern oder Großeltern waren, die uns einen Besuch abstatteten und sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt hatten. Viele wirkten fast schon erleichtert, ihrer Wut über die Ignoranz und Inkonsequenz der Politik sowie ihren Ängsten und Sorgen Luft machen zu können. (Auch ein paar Kreuzfahrer*innen haben wir für die Aktion begeistern können...)

So füllte sich allmählich auch unsere Flaschenpost mit letztendlich etwa 200 Briefen an Julia Klöckner, der aktuellen Landwirtschaftsministerin, die in ihrer Position auch für die Fischerei zuständig ist. Ihr Ministerium blockiert bereits seit Jahren einen effektiven Schutz der deutschen Meeresgebiete und ist so maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass die ausgewiesenen Schutzgebiete reine "Paper Parks" sind. 

Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit - mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle. Die Bundesregierung muss deutlich entschlossener und konsequenter handeln und die Zerstörung durch den Menschen verbieten. Um die Meere zu retten, brauchen wir echte Schutzgebiete! 

Die Tour der Beluga II dauert noch voraussichtlich bis Ende August; auf ihrem Rückweg wird sie dann auch einen Zwischenstopp in Lübeck einlegen. Wenn ihr das nicht verpassen wollt, halten wir euch hier und über Social Media natürlich auf dem Laufenden. 

 

Mehr Informationen: https://www.greenpeace.de/themen/meere/nord-und-ostsee-der-krise

 

 

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