Die Ostsee- lebensfeindliche Bedingungen und tote Zonen



Man sieht sie nicht, aber unter der Oberfläche der Ostsee breiten sich Todeszonen immer weiter aus, d.h. in vielen Regionen der Ostsee geht dem Meer der Sauerstoff aus. Durch die industrielle Tierhaltung fallen große Mengen an Gülle an und gelangen, gemeinsam mit anderen Düngemitteln, in die Flüsse und schließlich in die Ostsee. Stickstoff und Phosphor führen zur massiven Ausbreitung der Algenblüten. Wenn diese Algen sterben und zum Meeresboden sinken, verbraucht ihr Abbau durch Bakterien sämtlichen Sauerstoff.In der Folge entstehen Tote Zonen
in denen kein marines Leben mehr existiert. Die Erwärmung des Meerwassers durch die Klimakrise führt zu noch stärkeren Algenblüten. Dies verstärkt sich vor allem in den Sommermonaten; dann ist die Ostsee stark belastet und die Auswirkungen der Überdüngung und Überhitzung werden immer stärker. Wir wollen die Sommerzeit nutzen, um darauf aufmerksam zu machen. Und natürlich wollen wir im Rahmen der Wasser- & Ostseekampagne Druck auf die Bundesregierung und explizit auf den Landwirtschaftsminister Alois Rainer ausüben. Er will das Düngerecht, welches eh viel zu schwach ist und für viel zu hohe Düngeeiträge aus der industriellen Landwirtschaft sorgt, nochmals abschwächen. Das wollen wir verhindern.
Wir wollen Sauerstoffminimum-Zonen messen und visualisieren



Ostseetour mit der Malizia Explorer
Ab dem 27. Juli brechen wir für 5 Tage mit dem Forschungssegler Malizia Explorer von Segel-Champion Boris Herrmann auf, um diese Katastrophe zu dokumentieren. Wir nehmen Kurs auf die Kieler Bucht, die Eckernförder Bucht und die Flensburger Förde. Dort werden unsere Wissenschaftler:innen PFAS (steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) messen, sich aber vor allem mit Messungen auf die Toten Zonen konzentrieren.
Wir werden den Zustand des Meeresbodens mit speziellen Sonden (CTD), Spezialkameras und einem Unterwasserroboter (ROV) dokumentieren. Unterstützt werden wir von unserem Tauchteam.
Info- und Öffentlichkeitsarbeit an der Ostseeküste
Badeverbot sogar für Fische!
Eine rote Flagge am Strand bedeutet Lebensgefahr und signalisiert ein generelles Badeverbot. Sie wird gehisst, wenn die Bedingungen im Wasser für Schwimmer zu gefährlich sind, wie zum Beispiel hoher Wellengang, starke Strömungen, aber auch gefährliche Wasserverschmutzungen. Die rote Flagge mit dem Fisch ist unser Symbol für die lebensfeindlichen Toten Zonen in der Ostsee werden, die auch für Fische zu gefährlich sind.
Mit Unterstützung und Hilfe der Greenpeace Gruppen bieten wir Info- und Öffentlichkeitsveranstaltungen an der Küste von Schleswig-Holstein an. Mitten in der Sommersaison, wenn alle Touris und Einheimische sich in der Sonne am Strand „aalen“, lange Strandspaziergänge machen und an der Promenade bummeln gehen, möchte Greenpeace aufzeigen, dass nur wenige Hundert Meter entfernt in der Ostsee lebensfeindliche Tote Zonen existieren, in denen alles abgestorben ist.
Die Kampagne läuft nicht nur in Deutschland, sondern EU weit. Vor allem Greenpeace Dänemark hat so wie wir auch einen besonderen Blick auf die Ostsee. Wir planen – parallel zu Aktivitäten unserer dänischen Kollegen - eine Greenpeace Gruppen Aktionswoche an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste vom 13. bis 20 August.
Rund um Eckernförde, Flensburg, Kiel und Lübeck finden Infoveranstaltungen statt. Dort wird dann auch die rote Flagge mit dem Fisch im Wind wehen. Während der Veranstaltungen informieren die Greenpeace Ehrenamtlichen über die Bedrohungen der Ostsee durch die Überdüngung, zeigen aber auch wie schön und wertvoll intakte Lebensräume wie z.B. Seegraswiesen in der Ostsee sind. Veranschaulicht werden Bedrohung und Schönheit der Ostsee mit Aufnahmen, die während der Malizia Ostsee Tour entstehen und zu einem Kurzvideo zusammengeschnitten werden. Dieses Video zeigen wir vor Ort, so dass sich alle Besucher:innen einen Eindruck machen können, wie es unter der Oberfläche der Ostsee aussieht. Schön, aber vielerorts auch schrecklich! Neben viel Information zeigt Greenpeace auf, welche Möglichkeiten jeder Einzelne hat sich für den Schutz der Ostsee zu engagieren.
Aktueller Flyer zur Überdüngung der Ostsee
Ergebnisbericht der Sauerstoff Messtour auf der Ostsee mit der Malizia
Aktueller Flyer: Wasser schützen-Überdüngung stoppen!
Video Wie Massentierhaltung unsere Meere sterben lässt!
