Agnès Lamacz erstellte einen Beitrag in Greenpeace Freiburg

Ostsee: Experten raten zu Fangstopp (Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/ostseefischer-experten-raten-zu-…)

Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) empfahl am Freitag den 28.5., einen Fangstopp für den Hering in der westlichen Ostsee ab dem kommenden Jahr einzulegen. Außer dem Dorsch ist der westliche Hering die wichtigste Fischart für die deutsche Ostsee-Fischerei. Beide Bestände sind seit langem stark unter Druck.

Die lange Zeit überfischte Dorsch-Population erholte sich zwar zuletzt wieder, bringt aber seit 2017 nur noch wenig Nachwuchs hervor, wie der deutsche Experte im zuständigen Gremium des ICES, Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut für Ostseefischerei, erklärte. Um den östlichen Dorsch stehe es sogar so „hundsmiserabel“, dass es nur noch darum gehe, den Bestand vorm Verschwinden zu retten.

„Wir sind uns nicht sicher, ob man die kleine Küstenfischerei noch retten kann“, konstatiert Zimmermann. Sie befinde sich in der größten Krise mindestens seit der Wiedervereinigung, so der Meeresbiologe weiter. Die Gründe dafür liegen nach Ansicht von Zimmermann unter anderem im Klimawandel. So habe ein später einsetzender und milderer Winter in den Laichgebieten der Heringe im Greifswalder Bodden zu einem früheren Schlüpfen der Larven geführt. Doch die finden nicht ausreichend Nahrung und verhungern.

Greenpeace forderte einen kompletten Stopp der Ostseefischerei für die nächsten Jahre. Verantwortlich für das Dilemma macht die Frieden-und Umweltorganisation vor allem die Politik, die es verpasst habe, rechtzeitig Maßnahmen einzuleiten. „Steuerungsmaßnahmen wie die Einrichtung großflächiger Schutzgebiete zum Erhalt der Meeresnatur und der Fischbestände oder Fischereistopps wurden verpasst und so müssen die küstennah wirtschaftenden, handwerklichen Fischereibetriebe die Suppe auslöffeln“, schrieb Fischerei-Experte Thilo Maack in einer Stellungnahme am Freitag.