Nach Lidl, Aldi Süd und Rewe/Penny legte vor kurzem auch Edeka Zahlen zum Verhältnis pflanzlicher und tierischer Proteinquellen vor.

Die gute Nachricht: Mit einem Anteil von knapp 19 % pflanzlicher Proteinquellen zu 81 % tierischer Proteinquellen (Fleisch, Wurstprodukte, Fisch, Eier) steht Edeka im Branchenvergleich gut da.
Die schlechte Nachricht: Es ist keine Strategie erkennbar. Weder Ziele noch Fahrpläne wurden genannt, um tierische Produkte zu reduzieren. Transparenz und Bestandsaufnahmen reichen nicht aus!

Edekas erster Schritt könnte u.a. eine Reaktion auf den Greenpeace-Supermarkt-Check sein, in dem wir alle Supermärkte zu ihrer Proteinstrategie befragt haben.

Hintergrund:
Im Schnitt gehen mehr als die Hälfte der CO2-Treibhausgasemissionen der Supermärkte auf den Verkauf von Fleisch-, Wurst- und Milchprodukten zurück. Wenn die Supermärkte bis spätestens 2050 klimaneutral wirtschaften wollen, müssen sie den Verkauf tierischer Produkte reduzieren und durch pflanzliche ersetzen. Der sogenannte Protein Split gibt genau an, welche Anteile der Zutaten auf tierische und pflanzliche Proteinquellen zurückzuführen sind und ist eine Grundlage, um Veränderungen zu messen.

Dafür setzt die Planetary Health Diet klare Ziele: Bis 2050 sollte das Verhältnis von tierischen Proteinquellen (Fleisch, Wurstprodukten, Fisch, Eier) zu pflanzlichen Proteinquellen 40/60 sein.  Auch Milchprodukte gilt es, drastisch zu reduzieren. 

Doch statt weniger will Edeka mehr Fleisch produzieren und die jährlich 500 Mio. Tonnen Fleisch in den eigenen Fleischwerken steigern. Zudem bewirbt Edeka Billigfleisch weiterhin massiv in Anzeigen und Supermärkten.

👉 Das Fazit: Bisher hat nur Lidl eine Proteinstrategie, die den Zielen der Planetary Health Diet folgt. Die anderen Supermärkte müssen nachziehen und sich ebenfalls ambitionierte Ziele setzen. 

Quellen: