Kurzzusammenfassung der Ergebnisse
Nach der 27. Weltklimakonferenz (COP 27) in Sharm el-Sheikh überwiegt wieder einmal die Ernüchterung. Nach langen Verhandlungen sind wie auch in Glasgow zuvor wieder keine verbindlichen CO2-Reduktionsziele vereinbart worden. Insbesondere China, Saudi Arabien und deren Verbündete bekämpfen jegliche Regelungen, welche die eigene auf fossilen Energien basierende Wirtschaft beeinträchtigen könnte. Die USA steht in der Mitte der Forderungen, überraschend hervorgetan hat sich Indien, welches im Gegensatz zur Konferenz im letzten Jahr nun für einen kompletten Ausstieg aus fossilen Energie geworben hat.
Ressourcenschutz ist Klimaschutz
Schon positiver im Tenor ist die Aussage von Bundesumweltministerin Steffi Lemke:
"Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist einer der Schlüssel zur Lösung der drei existentiellen Krisen, die wir Menschen verursacht haben, Klimakrise, Verschmutzungskrise und die Krise des Artensterbens. Die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen der Vereinten Nationen muss fortgesetzt werden, denn der Blick auf Ressourcen und Kreislaufwirtschaft ist in seiner Bedeutung bisher unterschätzt worden. Nur gemeinsam können wir die globalen Herausforderungen bewältigen, die das Leben auf unserem Planeten und das Überleben der Menschheit akut gefährden. Deutschland steht hier auch in Zukunft als verlässlicher Partner bereit."
Dieser Satz fiel auf einem vom Bundesumweltministerium organisierten Nebenevent, bei welchem zahlreiche Wissenschaftler:innen zusammenkamen. Das Besondere: Vertreter:innen der 3 großen internationalen Räte IPCC, IPBES und IRP haben sich dabei verständigt.
Diese Gremien arbeiten zu den 3 wichtigsten und zusammenhängenden Krisen:
IPCC = Weltklimarat zur Klimakrise
IPBES = Weltbiodiversitätsrat zum Artensterben/Biodiversitätskrise
IRP = Weltressourcenrat zu Überkonsum und Ressourcenverbrauch
Diese Erkenntnis ist extrem wichtig, da aktuell schätzungsweise 50% der Treibhausgasemissionen und 90% des Artensterbens auf die Gewinnung und Verarbeitung von Ressourcen zurückzuführen ist.
Als Lösung wird eine funktionierende Kreislaufwirtschaft vorgeschlagen, welche stärker als bisher auf die Ziele der einzelnen Gremien einzahlt. Dies fordert Greenpeace schon seit Jahren. Deshalb werden die kommenden Bemühungen nun besonders genau untersucht und durch unsere Forderungen ergänzt, sowie gefördert:
👉 Petition: Ein Verbot der Vernichtung von Neuwaren, d.h. eine Umsetzung der Obhutspflicht
👉 Ein Recht auf Reparatur: Kaputte Gebrauchsgegenstände müssen durch einfache und günstige Reparaturen im Kreislauf gehalten werden
👉 Petition (noch bis 06.12.) für ein starkes Lieferkettengesetz, welches über die gesamte Lieferkette Umweltschutz und Menschenrechte einfordert
👉 Petition für eine Mehrwegangebotspflicht, denn nur so sind geschlossene Kreisläufe möglich
Ausführliche Artikel zu den Ergebnissen der COP 27 und der Botschaften zur Kreislaufwirtschaft